"FAKT IST!" | am 25. November aus Magdeburg | 22:05 Uhr Erst Solar, dann Windkraft – Hoffnungsträger in der Krise

Erst Fördermittel abfassen, dann Stellen streichen? Groß ist die Aufregung seit der Bekanntgabe des Windanlagenbauers Enercon, in Magdeburg die Produktion weitgehend einzustellen. Für Sachsen-Anhalt der zweite Schlag nach dem Niedergang der Solarbranche 2012. Ist die Flaute in der Windkraft zurückzuführen auf politisches Versagen? Oder liegt es am Gegenwind der Bevölkerung? Darüber diskutiert die Runde bei "FAKT IST!" aus Magdeburg am Montag, dem 25. November 2019 um 22:05 Uhr im MDR-Fernsehen.

Schriftzug am Unternehmenssitz der Enercon GmbH in Magdeburg
Droht jetzt auch den Windkraftunternehmen der Niedergang? Bildrechte: imago/Torsten Leukert

Beim Windanlagenbauer Enercon werden 3.000 Stellen abgebaut, mehr als 1.500 davon in Magdeburg. Eine Nachricht, die Mittel- und Norddeutschland erschütterte. Denn gerade die Windenergie galt als Zukunftsbranche und Hoffnungsträger. Ohne Windkraft sei die Energiewende nicht zu schaffen, sind sich Politik und Wirtschaft einig. 

Doch die Flaute begann schon 2017. Nach Gesetzesanpassungen waren die fetten Jahre vorbei. Hohe Subventionen für Hersteller und Anlagenbetreiber wurden abgeschafft. Gleichzeitig wächst der Widerstand gegen den Ausbau der Windenergie: tausende Bürgerinitiativen deutschlandweit wehren sich zum Teil erfolgreich mit Klagen gegen eine "Verspargelung der Landschaft". Der Jobverlust begann schleichend. Aus 133.000 Arbeitsplätzen in der Windbranche wurden fast unbemerkt nur noch knapp 100.000. Damit gingen binnen kürzester Zeit mehr Jobs verloren, als in der mit Milliardensummen abzuwickelnden Kohlebranche, in der aktuell noch ungefähr 25.000 Menschen beschäftigt sind.

Produktion ins "Reich der Sonne" verlegt

Ein Déjà-vu-Erlebnis für das strukturschwache Mitteldeutschland. Denn: Schon 2012 zogen sich dunkle Wolken über einer Boombranche zusammen. Im Solar-Valley ging in vielen Photovoltaik-Unternehmen das Licht aus, nachdem die Produktion ins günstigere "Reich der Sonne", nach China, verlegt worden war.

Droht jetzt auch den Windkraftunternehmen der Niedergang? Sind es wirklich nur die politischen Rahmenbedingungen, die die Energiewende ins Stocken bringen? Oder spielen auch Management-Fehler eine Rolle? Was bedeuten neue und heftig diskutierte Abstandsregelungen für den Windanlagenbau für die Zukunft der Branche und welche Wege führen aus der Krise?

Zu Gast in der Runde bei Anja Heyde sind:

Poträtfoto von Professor Claudia Kemfert, Wissenschaftlerin am DIW
Bildrechte: Roland Horn

Prof. Claudia Kemfert

Prof. Claudia Kemfert

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung

"Die Bundesregierung muss dringend die Rahmenbedingungen für den Ausbau der erneuerbaren Energien verbessern, sonst ist der Wirtschaftsstandort Deutschland in Gefahr."

Dr. Lutz Trümper vor Stadtkulisse mit Dom und Elbe
Bildrechte: Landeshauptstadt Magdeburg

Dr. Lutz Trümper (SPD)

Dr. Lutz Trümper (SPD)

Oberbürgermeister Magdeburg

"Politische Entscheidungen in Berlin forderten vor Jahren private Investitionen in umweltgerechte Energien und machen die Unternehmen danach kaputt. Eine sinnvolle Politik ist das nicht!"

Sepp Müller

Sepp Müller

CDU-Bundestagsabgeordneter aus Lutherstadt Wittenberg

"Akzeptanz geht vor Ideologie."

Hermann Albers, Vorsitzender Bundesverband Windenergie
Bildrechte: MDR/Hermann Albers

Hermann Albers

Hermann Albers

Vorsitzender Bundesverband Windenergie

"Deutschland steht an einem echten Scheideweg. Ohne Windenergie läuft die Energiewende ins Leere."

Ihre Meinung zählt

Axel Weber, erster Bevollmächtigter der IG Metall Magdeburg-Schönebeck
Axel Weber, IG Metall Bildrechte: MDR/Axel Weber

Bürgerreporter Stefan Bernschein wird zudem im Publikum mit Vertretern der Gewerkschaft, einem Enercon-Insider sowie Windkraftgegnern sprechen. Er hat an seiner Seite unter anderem Axel Weber, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Magdeburg-Schönebeck.

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Quelle: MDR/jr

Dieses Thema im Programm: FAKT IST! | 25. November 2019 | 22:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. November 2019, 12:55 Uhr