FAKT IST! | 29.01.2018 | 22:05 Uhr Alt und arm – wenn die Rente nicht zum Leben reicht

Sich nach dem Berufsleben zur Ruhe setzten, reisen und die Enkel unterstützen – das ist die Idealvorstellung vieler, wenn es um den Renteneintritt geht. Die Realität, gerade in Ostdeutschland, sieht oft anders aus.

Noch nie ging es den Rentnern in Deutschland so gut wie heute, heißt es immer wieder. Sie leben länger, viele bei guter Gesundheit, machen Reisen, unterstützen die Enkel. Doch das trifft längst nicht auf alle Senioren zu.

Gerade in Mitteldeutschland müssen mit Eintritt ins Rentenalter viele feststellen, dass sie zwar jahrzehntelang gearbeitet haben, ihre Altersbezüge aber trotzdem nicht zum Leben reichen. So registrieren die Tafeln in Mitteldeutschland immer mehr ältere Besucher. Der neueste Schuldneratlas zeigt die höchste Anstiegsrate nicht mehr bei den Jungen, sondern bei den Alten.

Grafik zum Ost-West-Vergleich des Armutsrisikos.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Armutsrisiko Rentner

Armutsrisiko Rentner

1.289,70 Euro beträgt aktuell die Standardrente in Ostdeutschland. Aber das ist ein Durchschnittswert. Wer Niedriglohn verdient hat, lange arbeitslos war oder in Teilzeit gearbeitet hat, bekommt deutlich weniger als 958 Euro im Monat und gilt damit als armutsgefährdet. Einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zufolge betrifft das im Osten jetzt schon 22 Prozent der Rentner. Bis 2036 soll dieser Anteil auf 36 Prozent ansteigen. Jeder dritte Ost-Rentner wäre demzufolge von Altersarmut bedroht. Im Westen Deutschlands ist das Risiko deutlich geringer. Neben den "spezifisch ostdeutschen" Erwerbsbiografien haben Reformen und Rentenrechtsprechung ihren Anteil daran.

Hat das jetzige Rentensystem ausgedient, also der Mix aus staatlicher, betrieblicher und privater Vorsorge? Braucht es eine neue Rentenreform? Wie könnte ein anderes Rentensystem aussehen, das auch nicht auf Kosten der jungen Generation gehen soll?

Darüber diskutiert FAKT IST!-Moderatorin Anja Heyde mit folgenden Gästen:

Tino Sorge, MdB CDU-Mitglied im Gesundheitsausschuss
Bildrechte: Tino Sorge

Tino Sorge

Tino Sorge

Bundestagsabgeordneter CDU

"Wir verdanken unseren älteren Mitbürgern Lebensqualität und Wohlstand. Im Alter gut leben zu können, ist eine Frage der Generationengerechtigkeit."

Friseurin Regina Richter
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Regina Richter

Regina Richter

ehemalige Friseurin mit Niedrigrente

"Es kann nicht sein, dass man ein Leben lang arbeitet und dann auf Grundsicherung angewiesen ist. Das ist gerade für ältere Leute beschämend."

Andreas Steppuhn
Bildrechte: dpa

Andreas Steppuhn

Andreas Steppuhn

Landtagsabgeordneter SPD und Vorstandsvorsitzender
"Die Tafeln Sachsen-Anhalt e.V."

"Unser Rentenniveau in Deutschland muss wieder steigen. Und wir brauchen den Einstieg in eine Solidarrente."

Klaus-Dieter Weißenborn
Bildrechte: Klaus-Dieter Weißenborn

Klaus-Dieter Weißenborn

Klaus-Dieter Weißenborn

Seniorenrat der Stadt Halle

"Die Altersarmut wird den Osten stärker treffen als den Westen. Ursache dafür sind auch gravierende Benachteiligungen der Ostrentner."

Marcus Faber,  stellvertretender Landesvorsitzender der FDP Sachsen-Anhalt
Bildrechte: Marcus Faber

Marcus Faber

Marcus Faber

Bundestagsabgeordneter FDP

"Wir müssen die Alterssicherung an die Lebenswirklichkeiten anpassen, um allen die Möglichkeit zu geben, individuell vorzusorgen."

Teilen Sie Ihre Ansichten und Erfahrungen mit uns!

Bürgerreporter Stefan Bernschein spricht mit betroffenen Senioren und mit einer Schuldnerberaterin. Außerdem wirft er einen Blick auf die Meinungen von Zuschauern und Usern, die sich an der Diskussion beteiligen. Wenn auch Sie sich beteiligen wollen, können Sie das untenstehende Formular nutzen oder auf facebook.com/MDRSachsenAnhalt, Twitter (@faktist) oder per Mail an faktist@mdr.de mitdiskutieren.

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Zuletzt aktualisiert: 29. Januar 2018, 12:26 Uhr