"FAKT IST!" | am 02.03.2020 aus Magdeburg | 22:05 Uhr Gehypt, geliebt, gehasst – Ladenhüter E-Auto

Auf deutschen Straßen fahren weit weniger Elektro-Autos als die Bundesregierung ursprünglich geplant hatte. Offenbar mangelt es der Zukunftstechnologie hierzulande an Attraktivität. Über die Gründe diskutiert die Runde bei "FAKT IST!" aus Magdeburg am Montag, dem 2. März 2020 um 22:05 Uhr im MDR-Fernsehen.

Das Ziel, das die Bundesregierung ausgegeben hatte, klang ehrgeizig: Eine Million Elektro-Autos sollte im Jahr 2020 auf den deutschen Straßen rollen. Dieses Ziel haben Politik und Wirtschaft deutlich verfehlt: Gerade mal 300.000 E-Autos sind bis jetzt in Deutschland zugelassen. Das entspricht einem Marktanteil von lediglich drei Prozent.

Nachbarländer sind Vorreiter

Unsere Nachbarn zeigen, dass es anders geht. In Norwegen etwa ist jede zweite Neuzulassung ein E-Auto. In den Niederlanden beträgt der Anteil von E-Fahrzeugen immerhin 15 Prozent. In Mitteldeutschland hingegen sind E-Autos echte Ladenhüter bisher. In Sachsen betrug ihr Anteil bei den Neuzulassungen gerade mal ein Prozent, noch niedriger ist ihr Anteil am Fahrzeugbestand in Sachsen-Anhalt.

Das Thema der Elektromobilität polarisiert. Befürworter halten das Ende des Verbrennungsmotors für unerlässlich, um die Belastung der Umwelt durch Feinstaub und CO² zu reduzieren und so dem drohenden Klimawandel entgegenzuwirken. Gegner hingegen sprechen von Klima-Hysterie und wollen alles so lassen, wie es ist.

Skeptiker: Anschaffung eines E-Autos nicht attraktiv

Und eine große Gruppe von Skeptikern kritisiert zumindest, was derzeit alles nicht funktioniert, wenn es ums E-Auto geht. Mangelnde Reichweiten, fehlende Lademöglichkeiten, der hohe Anschaffungs-Preis und die CO²-Belastung, die unumgänglich ist, um ein Elektrofahrzeug überhaupt herzustellen, sind nur einige der Argumente, die sie ins Feld führen.

Kritik: Alternative Kraftstoffe bleiben unbeachtet

Verfechter alternativer Antriebstechnologien beklagen, dass sich die Politik in Deutschland ausschließlich auf die E-Mobilität konzentriere und alternative Kraftstoffe für Verbrennungsmotoren nicht einmal für eine Übergangszeit in Betracht ziehe.

Schon setzt sich die deutsche Politik neue ehrgeizige Ziele, die die so deutlich verfehlte alte Zielmarke bei weitem übertreffen sollen: Bis zum Jahr 2030 sollen zehn Millionen E-Autos auf deutschen Straßen fahren und eine Million Ladestationen für sie geschaffen werden.

Wie realistisch sind diese neuen Ziele? Ist das E-Auto nur etwas für Besserverdiener? Und ist es tatsächlich die einzige Alternative?

Darüber diskutiert Anja Heyde mit folgenden Gästen:

Mathias Stein, SPD, Mitglied im Verkehrsausschuss des Bundestages
Bildrechte: MDR/Marco Urban

Mathias Stein

Mathias Stein

SPD, Mitglied im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages

"Fridays for Future fährt E-Auto. Die Generation Diesel stirbt aus."

Matthias Büttner

Matthias Büttner

AfD, Verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt

"Elektromobilität bedeutet den Verlust von Freiheit und Individualität."

Prof. Dr. Thomas von Unwerth, Technische Universität Chemnitz
Bildrechte: MDR/Christine Kornack

Prof. Thomas von Unwerth

Prof. Thomas von Unwerth

Forscher zum Thema "Alternative Fahrzeugantriebe" an der TU Chemnitz

"Die Batterie allein wird nicht die Zukunft der E-Mobilität sein. Wir werden auch andere Technologien brauchen.!

Andreas Keßler
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Andreas Keßler

Andreas Keßler

Motorjournalist und Autoexperte

"Elektroautos haben viele Vorteile – aber auch Nachteile. Jeden Tag wird da viel geredet aber wenig gewusst."

Andrea Müller
Bildrechte: Andrea Müller

Andrea Müller

Andrea Müller

Bloggerin und E-Auto-Fahrerin

"Es genügt nicht, über E-Mobilität zu sprechen – man muss sie einfach mal ausprobieren."

Ihre Meinung zählt

Bürgerreporter Stefan Bernschein hat den E-Auto-Test gemacht und spricht mit weiteren Beteiligten im Publikum. Sie können wie immer mitdiskutieren über facebook.com/MDRSachsenAnhalt, via Twitter (#faktist) oder nutzen Sie einfach das unten stehende Formular.

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Quelle: MDR/agz

Dieses Thema im Programm: FAKT IST! | 02. März 2020 | 22:05 Uhr