FAKT IST! | am 23.11.2020 aus Magdeburg | ab 20:30 Uhr im Livestream Russland: Freund oder Feind? Die Ostdeutschen und die Russen

Deutschland und der Westen befinden sich im politischen Konflikt mit Russland. Manche Stimmen sprechen sogar von einem neuen "Kalten Krieg". Kritik am Umgang Deutschlands mit Russland kommt eher aus neuen Bundesländern als aus den alten. Warum das so ist und welche Zukunft unsere Beziehungen zu Russland haben, darüber diskutiert die Runde bei "FAKT IST!" am Montag aus Magdeburg.

Europakarte mit Riss zwischen Russland und EU
Zwischen Freundschaft, Misstrauen und Sanktionen: Die Beziehung zwischen Russland und der EU ist eine schwierige. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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Freundschaft mit der Sowjetunion – zumindest auf dem Papier wurde sie in der DDR gepflegt. Doch knapp 30 Jahre nach dem Zerfall der UdSSR ist das Verhältnis des Westens zu ihrem größten Nachfolgestaat Russland merklich abgekühlt.

Zwar betreiben beide Staaten Handel und das Pipeline-Projekt Nordstream 2 soll die Beziehungen intensivieren und Deutschlands Energieversorgung sichern helfen. Doch diese Zusammenarbeit gefällt nicht allen. Kritiker warnen, dass sich Deutschland in eine ungute Abhängigkeit von Russland begeben könnte.

Misstrauen gegenüber Russland und Sanktionen

Denn der politische Westen misstraut Russland und seinem starken Mann Wladimir Putin. Sicherheitspolitiker werfen ihm eine aggressive Außenpolitik vor; Menschenrechtler beklagen politische Morde, die Verfolgung Oppositioneller und fehlende Rechtsstaatlichkeit im größten Land der Erde.

Auf militärische Operationen wie die Annexion der Krim und Anschläge wie den auf den Kreml-Kritiker Alexej Nawalnyi antwortet der Westen daher mit wirtschaftlichen Sanktionen. Diese rufen ihrerseits Widerspruch hervor.

Einige Ostdeutsche für Annäherung an Russland

Gegner der Sanktionen werfen dem Westen vor, sich unbotmäßig einzumischen und Russland belehren zu wollen, dabei aber selbst keine reine Weste zu haben. Die Osterweiterung der NATO bis an Russlands Grenzen ist einer der Kritikpunkte, die sie anführen. In Deutschland kommen diese kritischen Stimmen vor allem aus den neuen Bundesländern und von Menschen, die Russisch-Unterricht, Präsenz sowjetischer Truppen und "deutsch-sowjetische Freundschaft" noch selbst erlebt haben. Sie fordern eine Annäherung an Russland und eine Verbesserung der Beziehungen.

Die Politik sucht unverändert nach Antworten: ob man mit einem Autokraten wie Putin Handel treiben darf, ob Sanktionen ein wirksames Druckmittel sind und wie zumindest der Dialog mit Russland aufrechterhalten werden kann.

Wie gehen wir richtig mit Russland um? Misst der Westen mit zweierlei Maß? Und haben die Ostdeutschen tatsächlich ein besonderes Verhältnis zu Russland? Über diese und andere Fragen diskutiert Anja Heyde mit folgenden Gästen:

Zu Gast bei FAKT IST! aus Magdeburg sind dieses Mal:

Rüdiger von Fritsch, Diplomat, ehemaliger Botschafter in Moskau
Bildrechte: Nikita Markov

Rüdiger von Fritsch

Rüdiger von Fritsch

Diplomat, ehemaliger Botschafter in Moskau

"Russland mögen? Unbedingt! Russland verstehen? Unbedingt versuchen – solange verstehen nicht heißt, alles zu billigen."

Ungarn 89
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Dietmar Schumann

Dietmar Schumann

Journalist, ehemaliger Russland-Korrespondent

"Ich habe zu Russland ein ambivalentes Verhältnis."

Petra Sitte, DIE LINKE, Mitglied des Bundestages
Bildrechte: Deutscher Bundestag, Inga Haar

Petra Sitte

Petra Sitte

DIE LINKE, Mitglied des Bundestages

"Ich schaue auf Russland aus zwei Perspektiven – einerseits positiv geprägt von unzähligen Begegnungen mit den Menschen, andererseits besorgt, wenn ich manche Entwicklung im Land selbst und den Umgang mit Russland beobachte."

Dr. Andreas Nick, CDU, Mitglied im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages
Bildrechte: Jan Kopetzky

Dr. Andreas Nick

Dr. Andreas Nick

CDU, Mitglied im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages

"Konstruktive Beziehungen zu Russland sind im strategischen Interesse Deutschlands und der EU – aber die Politik der heutigen russischen Führung nach innen und außen erfordert von uns ein hohes Maß an Wachsamkeit und Resilienz."

Bürgerreporter Stefan Bernschein meldet sich live aus einem russischen Spezialitätengeschäft in Magdeburg und spricht mit Betreibern und Stammkundschaft über ihre Erfahrungen als Russen in Deutschland und über das deutsch-russische Verhältnis. Montag, 23. November, ab 20:30 Uhr im Livestream und ab 22:10 Uhr im MDR-Fernsehen.

Die Moderatoren Anja Heyde und Stefan Bernschein.
Es moderieren Anja Heyde und Stefan Bernschein (Archivbild). Bildrechte: MDR/Andreas Lander

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Quelle: MDR/jd

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | FAKT IST! | 23. November 2020 | 22:10 Uhr