Fakt ist! | am 19.07.2021 aus Magdeburg | 22:15 Uhr | ab 20:30 Uhr im Livestream Reizthema Gendern – brauchen wir geschlechtergerechte Sprache?

Um die Verwendung von Gendersprache ist in Deutschland eine heftige Debatte entbrannt. Das Thema hat das Potenzial, die Gesellschaft weiter zu spalten. Über Hintergründe und Vorbehalte diskutiert die Runde bei "Fakt ist!" aus Magdeburg am 19. Juli 2021 ab 20:30 Uhr im Livestream auf mdr.de/tv sowie um 22:15 Uhr im MDR-Fernsehen und im Anschluss in der ARD Mediathek.

Gendersternchen, Unterstrich oder Doppelpunkt – geschlechtergerechte Sprache erhitzt die Gemüter und scheidet die Geister. Laut einer aktuellen Umfrage sind fast zwei Drittel der Deutschen gegen das "Gendern". In Leserbriefen und Artikeln ist von "Gender-Wahn" die Rede und vom "Untergang der Deutschen Sprache". Petitionen zur Rettung der Sprache werden verfasst – unterzeichnet von namhaften Künstlern, Politikern, Unternehmern.

Oder doch eher von Künstler*innen, Politiker:innen und Unternehmenden? Denn was ist mit den Menschen, die sich weder durch die weibliche noch durch die männliche Form bezeichnet fühlen? Und sich nicht länger damit zufrieden geben wollen, einfach immer "mitgemeint" zu sein? Haben sie ein Recht darauf, Veränderungen im Sprachgebrauch einzufordern? Und müssen alle anderen dieser Forderung folgen?

Gendern als Wahlkampfthema

Wer kommuniziert, wird mitunter kreativ. Aus Bestattern werden Bestattende, aus Studenten Studierende. Doch sind Studentin und Student wirklich 24 Stunden mit Lernen beschäftigt? Sprachliche Feinheit oder schon Ideologie: Wer nicht gendert, ist reaktionär und frauenfeindlich? Wird die Grammatik verändert, um politische Ziele durchzusetzen? Denn im Wahljahr 2021 hat manche Partei das Thema bereits für sich entdeckt.

Darüber, was hinter der Debatte steckt und über mögliche Lösungen zur Versachlichung diskutiert Anja Heyde mit folgenden Gästen:

Henning Lobin
Bildrechte: PTG / Jochen Kratschmer

Prof. Henning Lobin

Prof. Henning Lobin

Vorstandsvorsitzender Institut für Deutsche Sprache Mannheim

"Die starke Polarisierung beim Thema Gendern ist höchst problematisch, denn die Vielfalt der Sprachverwendung lässt sich nicht durch Gesetze regulieren. Wir sollten deshalb damit beginnen, uns an die Vielfalt zu gewöhnen und den jeweils anderen nicht zu verurteilen."

Kathrin Kunkel-Razum
Bildrechte: Duden-Verlag

Dr. Kathrin Kunkel-Razum

Dr. Kathrin Kunkel-Razum

Chefredakteurin Duden

"Wir beobachten einen veränderten Sprachgebrauch in Bezug auf geschlechtergerechte Formulierungen und geben als Dudenredaktion Orientierung bei der Auswahl aus den verschiedenen Möglichkeiten. Gendern hat längst den universitären Rahmen verlassen und ist in Verwaltung und Wirtschaft angekommen."

Norbert Dörner
Bildrechte: Norbert Dörner

Dr. Norbert Dörner

Dr. Norbert Dörner

Buchautor,
Neue fruchtbringende Gesellschaft zu Köthen

"Der Genderstern ist bürgerfern. Er fördert nicht die Gleichberechtigung der Geschlechter, sondern trägt zur Spaltung der Gesellschaft bei."

Eva von Angern
Bildrechte: Rayk Weber

Eva von Angern

Eva von Angern

DIE LINKE, Vorsitzende Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt

"Wenn man immer nur die männliche Form benutzt, finden die Interessen aller anderen in der Öffentlichkeit nicht statt. Das ist diskriminierend."

Bürgerreporter Stefan Bernschein spricht mit Martin Taube von Lambda Mitteldeutschland, einem Jugendverband für queere Menschen, mit Anja Krimm vom MDR-Publikumsservice und mit Anna Kreye von der Jungen Union Sachsen-Anhalt.

Zuschauerinnen und Zuschauer können sich per E-Mail unter faktist@mdr.de an der Diskussion beteiligen.

Schreiben Sie uns Ihre Fragen

Die mit einem * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.

Sicherheitsabfrage

Bitte geben Sie folgende Zahlen ein:

Die mit einem * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.

Quelle: MDR/agz

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | FAKT IST! | 19. Juli 2021 | 22:15 Uhr