FAKT IST! | 27.08.2018 | 22:05 Uhr "Hilfe, wo bringe ich mein Kind zur Welt?"

Seit 2000 hat jede dritte Klinik in Sachsen-Anhalt ihre Kreißsäle dicht gemacht – und das, obwohl wieder mehr Kinder geboren werden. Was kann die Politik tun? Darüber diskutieren Anja Heyde und Stefan Bernschein mit ihren Gästen bei FAKT IST!

Schwangere
Viele werdende Eltern entscheiden sich immer mehr für große Kliniken in Ballungszentren. Bildrechte: Colourbox.de

Haldensleben, Weißenfels und Zerbst – in diesen Städten Sachsen-Anhalts können Frauen ihre Kinder nun nicht mehr im Krankenhaus entbinden. Die Geburtenstationen wurden in den vergangenen Jahren geschlossen. Seit 2000 hat jede dritte Klinik in Sachsen-Anhalt ihre Kreißsäle dicht gemacht. Auch bundesweit gehen die Zahlen der Geburtenstationen zurück – und das, obwohl wieder mehr Kinder geboren werden. Für die werdenden Eltern heißt das: Unsicherheit und Fahrtwege von 30 Kilometer und mehr. Dagegen werden die großen Kliniken bundesweit immer voller, manche Frauen erleben dort nicht das "Wunder der Geburt", sondern beklagen Massenabfertigung.

Als Ursache der Schließungen geben die Betreiber zu geringe Fallzahlen an. Zudem sei es schwer, Hebammen und Fachärzte zu finden. Die Hebammen dagegen berichten vielerorts über zunehmend schwierige Arbeitsbedingungen: Überlastung, Schichtdienst und unattraktive Gehälter. Freie Hebammen, die Geburtshilfe leisten, müssen zudem hohe Berufshaftpflichtsummen zahlen: aktuell über 8.000 Euro pro Jahr.

Viele werdende Eltern sind verunsichert und entscheiden sich immer mehr für große Kliniken in Ballungszentren. Allerdings wollen sie gleichzeitig Ruhe und eine eins-zu-eins Betreuung durch eine Hebamme.

Grafik zum Thema Geburtenstationen in Mitteldeutschland
Bildrechte: MDR/Fernsehgrafik, Lars Weise

Wie kann das Gesundheitswesen diesem Anspruch gerecht werden, und welche Alternativen gäbe es? Wie kann der Beruf Hebamme wieder attraktiver werden? Und was kann die Politik tun, um auch kleine Kliniken auf dem Land zu halten?

Darüber diskutiert Moderatorin Anja Heyde mit folgenden Gästen:

Über diese und viele weitere Fragen diskutiert Anja Heyde u.a. mit folgenden Gästen

Franziska Maria Kliemt
Bildrechte: Franziska Kliemt

Franziska Kliemt

Franziska Kliemt

Initiative Mother Hood e.V.

"In die Geburtshilfe zu investieren heißt, in eine gesunde Gesellschaft zu investieren."

Petra Chluppka
Bildrechte: Petra Chluppka

Petra Chluppka

Petra Chluppka

Vorsitzende Landeshebammen- verband Sachsen-Anhalt

"So wie jede Gemeinde eine Feuerwehr vorhält, muss auch Geburtshilfe flächendeckend angeboten werden."

Georg Baum
Bildrechte: Deutsche Krankenhausgesellschaft

Georg Baum

Georg Baum

Hauptgeschäftsführer Deutsche Krankenhausgesellschaft

"Um Geburten weiter flächendeckend zu gewährleisten, muss der Staat die Finanzierung absichern."

Lächelnde Frau mit kurzem Haar und Brille.
Bildrechte: Petra Grimm-Benne

Petra Grimm-Benne (SPD)

Petra Grimm-Benne (SPD)

Sozialministerin Sachsen-Anhalt

"Als Landesregierung setzen wir uns für einen guten Start ins Leben ein, Hebammen sind und bleiben dafür unverzichtbar."

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Bürgerreporter Stefan Bernschein spricht mit einer Mutter aus Berlin, die ihr Kind auf einem Parkplatz bekam, weil der Kreißsaal des Krankenhauses überfüllt war. Außerdem hat er Hebammen, Ärzte und eine Psychologin zu Gast, die zur Rolle der Geburt für das spätere Leben forscht.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | FAKT IST! | 27. August 2018 | 22:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. August 2018, 11:11 Uhr