MDR FERNSEHEN | "FAKT IST!" aus Magdeburg am 11.05.2020 | 22:05 Uhr | ab 20:15 Uhr im Livestream Pflege in (Lebens-)Gefahr – wo bleibt der Lohn für die Helden?

Menschen in Pflegeberufen gelten in der Corona-Krise als Alltagshelden. Sie selbst erleben diese Situation häufig als Zwiespalt – zwischen Freude über die unverhoffte öffentliche Anerkennung ihrer Arbeit und Frust über schwierige Arbeitsbedingungen und ungewisse Zukunftsperspektiven. Das ist das Thema bei „Fakt ist!" aus Magdeburg am 11. Mai 2020. Zu sehen ist die Sendung ab 20.15 Uhr im Live-Stream auf MDR.de sowie um 22.05 Uhr im MDR-Fernsehen.

Eine Pflegekraft geht in einem Pflegeheim mit einer älteren Dame über einen Korridor.
Eine Pflegekraft geht in einem Pflegeheim mit einer älteren Dame über einen Korridor. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Pflegekräfte können sich nicht zurückziehen. Ihre Arbeitsbelastung ist noch gestiegen. Viele haben Sorge, sich anzustecken und das Virus womöglich an den Arbeitsplatz zu tragen. Vielerorts fehlt es zudem an Schutzausrüstung und regelmäßigen Tests. Auch die Angehörigen von Patienten und Pflegeheimbewohnern würden sich das wünschen.

Viel Teilzeit und geringfügige Beschäftigung

Der Lohn für Sorgen und Mühe des Pflegepersonals fällt mäßig aus. Selbst examinierte Fachkräfte verdienen vergleichsweise wenig in Mitteldeutschland. Hinzu kommt: Fast die Hälfte aller Pflegekräfte sind so genannte Pflegehelfer; sie arbeiten in der Regel in Teilzeit oder sind geringfügig beschäftigt.

Betreiber von Pflegeeinrichtungen spüren Druck von allen Seiten. Sie wollen zufriedene Bewohner und Angehörige und brauchen einsatzbereites Personal. Brechen Einnahmequellen wie Tagespflege-Angebote aufgrund der Corona-Krise weg, geht es häufig um die pure Existenz.

Forderungen nach besserem Gehalt vs. Sparkurs der Kassen

Nichtsdestotrotz drängen die Pflegekassen dazu, weiter zu sparen und kämpfen Gewerkschaften und Standesvertreter für eine bessere Bezahlung. Die Pflegekosten werden nicht sinken, die Pflegepauschalen der Kassen wohl in absehbarer Zeit kaum steigen. Die Differenz zahlen Pflegebedürftige und Angehörige. So kostet ein Platz im Pflegeheim die Bewohner im Schnitt 1.900 Euro im Monat. Tendenz steigend.

Könnte eine Reform der Pflegeversicherung helfen? Sie existiert seit 25 Jahren und das im Grundsatz unverändert. Ist das Zuschussmodell noch zeitgemäß? Wie könnte eine Alternative aussehen und finanziert werden? Und gäbe es damit endlich den angemessenen Lohn für die Pflegekräfte?

Darüber diskutiert Anja Heyde mit folgenden Gästen:

Alexander Jorde
Bildrechte: imago images/Jürgen Heinrich

Alexander Jorde

Alexander Jorde

Krankenpfleger und Buch-Autor

"Wir müssen uns organisieren. So schnell und stark wie nur möglich und einen Arbeitskampf führen, dass es die Minister vom Stuhl haut."

Silke Behrendt, Blonde Frau mit Brille in Pflegeuniform
Bildrechte: Silke Behrendt-Stannies

Silke Behrendt-Stannies

Silke Behrendt-Stannies

Altenpflegerin

"Dank und Klatschen tun gut, reichen aber nicht. Die Politik muss für gute Arbeitsbedingungen und angemessene Bezahlung sorgen. Sonst verliert das Gesundheitswesen seine Mitarbeiter."

Isabell Halletz, Schwarzhaarige Frau lächelt vor dunkelrotem HIntergrund
Bildrechte: Bildhaus Potsdam

Isabell Halletz

Isabell Halletz

Geschäftsführerin Arbeitgeberverband Pflege e.V.

"Wir müssen endlich eine Debatte darüber führen: Wieviel können und wollen wir zukünftig für hochwertige und individuelle Pflegeleistungen ausgeben?"

Andreas Westerfellhaus, Grauhaariger Mann mit randloser Brille und Hemd
Bildrechte: Holger Gross

Andreas Westerfellhaus (CDU)

Andreas Westerfellhaus (CDU)

Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung

"Alle Pflegekräfte haben ein Recht auf attraktive Löhne und zeitgemäße Arbeitsbedingungen. Es wird Zeit, dass alle Beteiligten mit diesem Ziel an einem Strang ziehen."

Dr. Volker Schmeichel, Grauhaariger Mann in Anzug mit Krawatte
Bildrechte: Verband der Ersatzkassen, Georg J. Lopata

Dr. Volker Schmeichel

Dr. Volker Schmeichel

Pressesprecher Verband der Ersatzkassen e.V. Landesvertretung Sachsen-Anhalt

"Die Pflegeversicherung wird eine Teilkasko bleiben. Man muss für sein Alter vorsorgen und Ersparnisse einsetzen."

Bürgerreporter Stefan Bernschein ist vor Ort in einer Pflegeeinrichtung in Magdeburg und hat während der Sendung die Betreiberin Natalia Kerner an seiner Seite.

Zudem bringt er Fragen in die Sendung ein, die Bürgerinnen und Bürger vor der Sendung über die Facebook-Seite von MDR SACHSEN-ANHALT sowie faktist@mdr.de an die Redaktion schicken können. Zu sehen ist die Sendung schon ab 20:15 Uhr im Live-Stream auf MDR.de, bevor sie um 22:05 Uhr auf dem üblichen Sendeplatz im MDR-Fernsehen ausgestrahlt wird.

Quelle: MDR/jh