Kontrabass-Spieler einer Kapelle in Trinidad de Cuba
Sieht aus wie ne Geige nur größer. Bildrechte: IMAGO

Brummen im Bauch Bass ist besser

Wer sorgt in der Musik für den Rhythmus und das gute Gefühl im Bauch der Zuhörer oder Tänzer? Der Bass. Früher oft der Kontrabass, heute meist die Bassgitarre. FIGARINO-Reporterin Grit Friedrich stellt euch einige Bässe vor.

Kontrabass-Spieler einer Kapelle in Trinidad de Cuba
Sieht aus wie ne Geige nur größer. Bildrechte: IMAGO

Der Kontrabass

Der Kontrabass ist wahrscheinlich der Bass aller Bässe. Sicher habt ihr ihn schon gesehen. Er ist ein etwa Mann-großes Instrument aus Holz. Der Holzkasten, der wie eine riesige 8 aussieht, ist hohl und hat vorn zwei längliche Schlitze (so ähnlich wie eine Geige). Zwischen den Schlitzen verlaufen die vier von oben nach unten gespannten Saiten.

Wenn man diese Saiten nun zum Schwingen bringt - durch das Streichen mit einem Bogen - dann beginnt die Luft im Inneren des Instruments zu vibrieren und erzeugt einen wunderbar warmen und vor allem tiefen Ton. Die Saiten kann man natürlich nicht nur Streichen, sondern auch zupfen oder sogar schlagen.

Ein Slap ist ein Schlag. Ich haue mit dem Daumen auf die Saiten drauf. Da gibt es slaps und pops. Geslapt wird im Funkbereich, es wird genutzt, um der Musik einen perkussiven Charakter zu geben, da gibt es virtuose Slaper, wie Flee von den Chilli Peppers, der das sehr markant macht.

Paul Wolff (26), spielt richtig gut auf dem Bass

Körperhaltung

Da das Instrument so groß ist, kann es nur im Stehen oder auf einem hohen Hocker sitzend gespielt werden. Bei Bands mit Bühnenshows nehmen Musiker aber manchmal akrobatische Körperhaltungen ein.

Bei Rockabilly-Kontrabassisten beliebt ist beispielsweise das Surfen, wobei der Musiker auf dem schräg gestellten Instrument wie auf einem Surfbrett steht, oder das Reiten, wobei er rittlings auf dem liegenden Kontrabass sitzt. Für solche Tricks werden die Instrumente speziell präpariert. Ein normaler Kontrabass kann dadurch natürlich kaputt gehen.

Christian(12) während des Bass Unterrichts mit Holger Jeschke an der Popakademie Leipzig.
Christian (12) während des Bass-Unterrichts mit Holger Jeschke an der Popakademie Leipzig. Bildrechte: MDR/Grit Friedrich

Geschichte des Kontrabasses

Der Bass  Ilk khuur – dieses Instrument ist noch relativ jung. Es wurde erst nach 1921 aus der traditionellen Pferdekopfgeige entwickelt. And der Wand hängt ein Bild mit den Heerführern der Mongolen aus der Zeit von Dschingis Khan.
Der Bass Ilk khuur ist noch relativ jung und wurde erst nach 1921 aus der traditionellen Pferdekopfgeige entwickelt. And der Wand hängt ein Bild mit den Heerführern der Mongolen aus der Zeit von Dschingis Khan. Bildrechte: MDR/Grit Friedrich

Kontrabässe gewannen erst im 18. Jahrhundert an Bedeutung. Damals gab es in Norddeutschland an vielen Orten Stadtpfeifereien, wo man den Beruf des Musikers erlernen konnte. Und da war der Bass das typische "Einsteigerinstrument". So war der Lehrling derjenige, der das schwere Bassinstrument zu den Hochzeiten auf seinem Rücken schleppen durfte.

Das typischste Beispiel für Bassinstrumente neben dem Kontrabass ist heute wohl der E-Bass, auch Bass-Gitarre genannt. "E-Bass ist leichter zu spielen, weil beim E-Bass die Saiten dicker sind. Wenn man zuerst E-Bass lernt, dann fällt es danach viel schwerer Kontrabass zu lernen", erzählt Christian (12), der Kontrabass spielt. Aber zu den Bassinstrumenten gehören nicht nur Saiteninstrumente, sondern auch die Bassklarinette, die Tuba oder die Bass-Balalaika aus Russland.

Zuletzt aktualisiert: 14. Februar 2018, 13:16 Uhr