Ein Mann sitzt in einem Wald und spielt ein Didgeridoo.
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Musikalische Weltreise Musik aus Australien: Das Didgeridoo

Ein ungewöhnliches Instrument

Flöte, Klavier, Gitarre - diese Instrumente kennt doch jeder. FIGARINO stellt euch ein Instrument vor, das exotisch ist und am anderen Ende der Welt gespielt wird: in Autralien. Es trägt den lustigen Namen Didgeridoo. Antje Uebel stellt es euch vor.

Ein Mann sitzt in einem Wald und spielt ein Didgeridoo.
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Ein Didgeridoo (sprich: "Didscheridu") - was soll das sein? Philipp spielt seit mehreren Jahren das exotische Instrument und erklärt es: "Es ist immer wieder faszinierend, dass es nur ein Holzrohr ist, ohne besonderes Mundstück, und dass man trotzdem so viele unterschiedliche Töne heraus holen kann."

Erfunden von den Ureinwohnern Australiens

Ein Didgeridoo habt ihr bestimmt schon mal gesehen: Es ist eine lange, gerade, manchmal bunt bemalte Röhre aus Holz. Man bläst oben rein und unten kommt ein dumpfer, aber sehr schöner Ton heraus.

Erfunden wurde dieses Instrument in Australien, von einem Ureinwohner-Stamm, den Jongo-Abrorigines. Auch heute werden Didgeridoos dort noch hergestellt. Die Instrumente entstehen mitten in der Natur - aus Eukalyptusholz.

Eukalyptus wird von den Termiten ausgefressen, und wenn die den Bau dann verlassen, dann kann man das Didgeridoo 'ernten' und kann es dann eigentlich schon fast spielen.

Philipp

Mystische Geschichten

Ein Aborigines spielt Didgeridoo.
So sieht es aus, wenn ein Aborigine Didgeridoo spielt. Bildrechte: Colourbox.de

Dann bauen sich die Spieler noch ein Mundstück aus Bienenwachs. Das kneten sie in ihren Händen und passen es so an ihr Didgeridoo an, dass es sich bequem spielen lässt. Wenn das geschafft ist, wird das Instrument noch bunt bemalt, erzählt Birgit Scheps, die im Museum für Völkerkunde in Leipzig arbeitet: "Diese Bilder erzählen auch eine Geschichte", sagt sie. Diese Geschichten sind ganz mystisch, oft werden beim Didgeridoo-Spielen Zeremonien abgehalten und zu längst verstorbenen Menschen oder auch Tieren gesprochen. Übrigens: In Australien dürfen nur Männer oder Jungs auf einem Didgeridoo spielen, das ist dort so Tradition. Die Väter bringen es ihren Söhnen bei.

Was ist denn "Kreisatmung"?

Philipp ist inzwischen ein so guter Didgeridoo-Spieler, dass er auch schon oft auf der Bühne stand und vor einem großen Publikum musizierte. Zusammen mit seinem kleinen Bruder Max, der vor allem auf der Mundharmonika spielt, hat er eine Band gegründet. "Wunakina" heißt die - das bedeutet Feuer in der Sprache der australischen Ureinwohner.

Leicht war es allerdings nicht, das Instrument zu lernen. Philipp erzählt noch von einer Schwierigkeit beim Didgeridoospielen. Die Atmung ist kompliziert. Es ist die sogenannte Kreisatmung. Bei dieser Atmung wird gleichzeitig die Luft aus dem Mund ausgeatmet und mit der Nase Luft geholt. Wie soll denn das gehen? Anfängern geht gleich die Luft aus. Doch irgendwann, sagt Philipp, lernt man es. Übung macht eben doch Meister - auch auf dem Didgeridoo.

Zuletzt aktualisiert: 19. April 2018, 14:39 Uhr