Wie ihr den Vögeln helfen könnt Junge Ornithologen bauen Nistkästen

Vor ca. 150 Jahren wurde der Niskasten erfunden, und noch heute hängen diese an vielen Bäumen. Caspar und Wenzel leben in Erfurt. In der Vogelschutzwarte in Seebach in Thüringen haben sie erfahren, warum Nistkästen so wichtig sind und wie man sie baut. Reporterin Daniela Dufft hat sie getroffen.

Hans von Barlepsch lebte vor 150 Jahren auf einer Burg in Thüringen. Er saß ganz oft am Fenster und beobachtete Vögel im umliegenden Park. Ein kleiner Specht, der Wendehals, brütete in Höhlen, die der junge Forscher genau anschaute und nachbaute. Hans von Barlepsch erfand den Nistkasten - und die hängen heute an vielen Bäumen. Auch Caspar und Wenzel bauten bei einem Treffen der Jungen Vogelforscher in der Vogelschutzwarte Seebach Nistkästen und erfuhren genau worauf es ankommt.

Blick aus einem Nistkasten in einen Garten
So sieht es aus, wenn ein Vogel aus seinem Nistkasten in den Garten guckt. Bildrechte: Daniela Dufft

Die Grundanforderungen an einen Nistkasten sind z. B. ein Einflugloch mit einem darüberstehenden Dach. Außerdem darf es nicht durch die Ritzen ziehen, und trocken muss der Kasten auch sein. Das alles erzählt der Biologe Joachim Blank. Und der Kasten muss mindestens in vier Meter Höhe an einem Baum angebracht werden, damit die Katzen nicht die Vögel fressen. Und zu dicht dürfen Nistkästen auch nicht hängen. Ungefähr 20 Meter Entfernung brauchen sie zueinander, sonst gibt's unter den Tschilpern Streit ums Revier! Doch warum ist so ein Nistkasten eigentlich so wichtig?


Früher gab es in der Wildnis viel mehr Landschaft. Weil jetzt viel mehr Siedlungen gebaut werden, gibt's nicht mehr so viele Höhlen, und deswegen muss man halt Nistkästen aufhängen. Sonst würden die Vögel am Ende aussterben, wenn sie keine Höhlen mehr finden zum Brüten.

Caspar

Nistkästen selber bauen und gestalten

Der Thüringer Hans Freiherr von Berlepsch hat vor ca. 150 Jahren den Nistkasten erfunden. Junge Ornithologen der Vogelschutzwarte Seebach pflegen die Tradition und bauen Nistkästen - hier gibt es eine Bauanleitung.

Vogelschutzwarte Seebach
Schon als Kind saß Hans von Berlepsch an den Fenstern der Burg in Seebach und beobachtete Vögel. Auch den Wendehals – einen kleinen Specht, der in Nisthöhlen brütet. Nach ausgiebigen Untersuchungen von Specht-Höhlen, baute der "Baron der Vögel" – wie er auch genannt wurde - Nistplätze nach. Der Nistkasten war erfunden. Bildrechte: Vogelschutzwarte Seebach
Vogelschutzwarte Seebach
Schon als Kind saß Hans von Berlepsch an den Fenstern der Burg in Seebach und beobachtete Vögel. Auch den Wendehals – einen kleinen Specht, der in Nisthöhlen brütet. Nach ausgiebigen Untersuchungen von Specht-Höhlen, baute der "Baron der Vögel" – wie er auch genannt wurde - Nistplätze nach. Der Nistkasten war erfunden. Bildrechte: Vogelschutzwarte Seebach
Bausatz Nistkasten: einzelne Bretter liegen auf einem Teppich
An die Grundplatte werden die Bretter für den Brutkasten angenagelt. Die Vorderfront mit dem Einflugloch wird aber erst zum Schluss angebaut und nur mit zwei Nägeln oben durch die Seitenbretter fixiert. So lässt sich die Front später hochkippen, um den Nistkasten zu reinigen. Bildrechte: Daniela Dufft
Zwei bunt bemalte Nistkästen stehen auf einem Tisch. Pinsel liegen davor
Bis zum 15. März – so lautet die Faustregel - sollten Nistkästen draußen hängen. Zieht im ersten Jahr noch niemand ein, freut sich vielleicht ein Vogel im nächsten Winter über das gemütliche Nachtlager. Übrigens beim Saubermachen immer noch Baureste im Nistlkasten lassen. Bildrechte: Daniela Dufft
Eine Gruppe junger Leute steht um einen Tisch und baut Nistkästen
Die Vogelschutzwarte Seebach führt diese Tradition fort. Junge Ornithologen treffen sich hier regelmäßig - auch um Nistkästen zu bauen. Bildrechte: Daniela Dufft
Bausatz Nistkasten: einzelne Bretter liegen auf einem Teppich
Ein Nistkasten lässt sich aus etwa 2 Zentimeter dicken Holzbrettern ganz einfach selber bauen. In die Grundplatte werden ein paar Löcher gebohrt, damit Flüssigkeit ablaufen kann. Bildrechte: Daniela Dufft
Zwei Jungs hocken hinter einem Nistkastenbausatz und hämmern Bretter aneinander. Im Vordergrund hockt eine Frau und hält ein Brett fest.
Nistkästen selber zu bauen sind eine schöne Möglichkeit, Kindern die Natur näherzubringen. Bildrechte: Daniela Dufft
Blick aus einem Nistkasten in einen Garten
Nistkästen werden von Höhlenbrütern wie Meisen oder Sperlingen genutzt. Die Behausungen müssen trocken und Zugluftsicher sein, es darf kein Wasser reinlaufen und das Loch muss groß genug für den jeweiligen Vogel sein. Form, Himmelsrichtung und Größe des Kastens sind den Vögeln egal. Bildrechte: Daniela Dufft
Kleiber
Auch der Kleiber ist ein Höhlenbrüter. Bildrechte: Colourbox.de
In einer Mauer ist ein Loch
Er sucht sich seine Höhlen meist im Mauerwerk. Da es in der Stadt nur noch wenige natürliche Brutplätze gibt, freut sich auch der Kleiber über einen Nistkasten. Bildrechte: Daniela Dufft
Ein Mädchen hockt vor einem bunten Nistkasten und befestigt Dachpappe
Wer Spaß am Gestalten hat, kann den Nistkasten anmalen. Eine Dachpappe schützt vor Regen - ist aber bei dicken Brettern nicht zwingend notwendig. Bildrechte: Daniela Dufft
Ein Nistkasten wird mit Lack besprüht
Kunstwerke können zusätzlich mit Sprühlack fixiert werden. Bildrechte: Daniela Dufft
Zwei Mädchen zeigen ihre mit bunten Vögeln und einem Fliegenpilz bemalten Nistkästen
Viel Liebe ins Detail haben diese zwei jungen Ornithologinnen gesteckt. Bildrechte: Daniela Dufft
An einer Leiter lehnt ein Baum. An dem Baum hängt ein Nistkasten
Zum Schutz vor Feinden sollte ein Nistkasten in einer Höhe von etwa fünf Metern fest an den Baum genagelt werden. Zink und Kupfernägel aber nicht verwenden - sie schaden dem Baum. Bildrechte: Daniela Dufft
Eine Hand hält einen Strick fest. Das andere Ende des Stricks hält ein Mädchen straff.
Innerhalb einer Art bestehen die Vögel auf einem eigenen Revier. Zwischen zwei Nistkästen sollten deswegen immer mindestens 20 Meter Platz sein. Bildrechte: Daniela Dufft
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Zuletzt aktualisiert: 12. April 2018, 09:59 Uhr