Zwei Hühner picken im Gras
Ein Huhn legt meist ein Ei pro Tag! Bildrechte: Colourbox.de

Wissenswertes über Eier Wo die Eier herkommen!

Zu Ostern bewegen wir uns begeistert auf allen Vieren, um sie zu finden: die Ostereier. Heute sind sie meistens aus Schokolade. Das richtige Ei kommt aber immer noch vom Huhn. Sie legen die ovalen, kleinen weißen oder braunen Gebilde, damit Küken aus ihnen schlüpfen. Doch aus einem Frühstücksei von FIGARINO-Reporterin Christine Färber ist niemals ein Küken geschlüpft. Wieso eigentlich nicht? Christine besuchte einen Hühnerhof und lüftet die Geheimnisse rund um das Ei.

Zwei Hühner picken im Gras
Ein Huhn legt meist ein Ei pro Tag! Bildrechte: Colourbox.de

Auf dem Biobauernhof von Lindela Sommer in Leipzig ist jeden Tag Ostern. In einem kleinen roten Holzhaus schlafen acht Hühner und zwei Hähne auf Stroh. Jeden Morgen kommt die Bäuerin mit einer großen Schüssel Hühnermüsli und lässt die fedrigen Damen und Herren aus dem Häuschen. Dann gibt es für das Federvieh auf der Wiese erst mal Frühstück: "Ich füttere Weizen und es kann auch mal ein Rest aus der Küche sein, Brotkrümel vom Brotabschneiden, oder Kartoffelschalen ein bisschen gekocht mit unter das Futter gemischt."

Während die Hühner und Hähne begeistert im Freien ihre Körnchen picken, geht Lindela Sommer im roten Hühnerhaus auf Eiersuche. Auf den ersten Blick liegen ganz schön viele Eier im Stroh. Aber nicht jedes Ei, das da liegt, wurde auch gelegt. Manche davon sind nur Schummeleier und gar nicht echt. Denn die Hühner legen besonders gern dort ein Ei, wo schon eins liegt.

Die Hühner von Lindela Sommer waren fleißig. Neben fast jedem Gipsei liegt heute ein hellbraunes Hühnerei. Die Hühnerhalterin freut sich jeden Tag über die Geschenke ihrer braun gefiederten Damen:

Fünf Eier sind es heute. Bei acht Hühnern ist das ein schönes Ergebnis. Gestern waren es sieben Eier. Das ist schon fast das Maximale. Mehr als ein Ei pro Tag kann ein Huhn nicht legen. Auch nicht sonntags.

Lindela Sommer, Bäuerin

Über 10 Milliarden Eier im Jahr werden allein in Deutschland verputzt

ein Spiegelei verfeinert mit Schnittlauchringen
Hmmm... lecker! Bildrechte: colourbox

Kein Huhn legt also zwei Eier am Tag. Dabei wäre das ganz praktisch, denn allein in Deutschland verbrauchen wir im Jahr über 10 Milliarden Eier. Und zwar nicht nur, um sie an Ostern anzumalen oder im Nest zu finden. Wir backen damit Kuchen, schneiden sie in den Kartoffelsalat oder rühren sie in den Eierkuchenteig. Und meistens gibt es am Wochenende ein Frühstücksei, so auch bei Hannah, Isabell, Melina, Paul und Heinrich aus Leipzig. Wie? Das kommt ganz auf den Geschmack an: als Spiegelei, hart oder weich gekocht oder Rührei.

Die Hühner von Lindela Sommer aus Leipzig legen ausschließlich hellbraune Eier in ihre Nester. Aber es gibt ja auch noch weiße Eier im Eierkarton. Ist euch schon mal aufgefallen, dass auf dem Karton außerdem "Bodenhaltung" oder "Freilandhaltung" steht? Worin bestehen da Unterschiede?

Freilandhaltung, Bodenhaltung, Bio-Eier

Hühner in einer Legebatterie
Hühner in einer Legebatterie Bildrechte: colourbox.com

Weil wir so viele Eier verbrauchen, leben die meisten Hühner in riesigen Eierfabriken. Manchmal teilen sich 40.000 Hennen einen Stall. Viele von ihnen sehen nie die Sonne, können aber im Stall herumlaufen. Sie legen dann Eier aus Bodenhaltung. Andere dürfen auch mal draußen spazieren gehen. Das nennt man dann Freilandhaltung. Und dann gibt es noch die Hühner, die Bio-Eier legen. Die leben wie bei Lindela Sommer in kleineren Gruppen und bekommen spezielles Futter ohne irgendwelche Zusätze. Diese Hühner - sagt man - sind die glücklichsten. Da sie aber auch - im Vergleich zu den anderen Hennen - weniger Eier legen, sind ihre Bio-Eier besonders teuer. Tierarzt Olaf Gorzny muss jedes Huhn, egal wie es wohnt, untersuchen.

Dann muss der Tierarzt jedes Huhn inspizieren. Er passt auf, dass die Hühner gesund bleiben, impft sie gegen bestimmte Erkrankungen, achtet darauf, dass sie gutes Futter bekommen. Außerdem achtet er auf gute Luft im Hühnerstall und ordentliche Wasserqualität.

Braun, weiß, grün

Ein Hahn und zwei Hühner.
Hahn und Hühner, die raus dürfen. Bildrechte: colourbox

Tierarzt Olaf Gorzny ist Hühnerexperte und verspricht, dass kein Huhn in irgendeine Farbe getaucht wird. Die Hühner von Lindela Sommer legen alle braune Eier, weil sie zu einer bestimmten Hühnerrasse gehören. Denn welches Huhn welche Eierfarbe legt, ist angeboren. Hühnerexperten wie Olaf Gorzny können sogar erkennen, welche Eierfarbe ein Huhn legt. Dafür muss der Tierarzt nur ein bisschen in den Federn am Hühnerkopf wühlen: "Wenn man sich die Ohrläppchen anguckt bei reinrassigen Hühnern, dann ist das so, dass weiß-legende Hühner helle Ohrläppchen haben und Hennen, die braune Eier legen, haben dann rötliche Ohrläppchen."

Und dann gibt's noch was Verrücktes: Vielleicht habt ihr das schon mal gesehen, dass es sogar leicht hellgrüne Eier gibt. Die werden nicht gefärbt, sondern kommen fix und fertig hellgrün aus dem Huhn gepurzelt. Sind die Hühner, die diese Eier legen, vielleicht noch grün hinter den Ohren? "Das ist eine spezielle Hühnerrasse. Das sind Arokaner", sagt der Tierarzt. Aber grüne Ohrläppchen haben sie nicht.