Blick in ein reichlich verunreinigtes Plumsklohäuschen.
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FIGARINO Geschichte & Reportage | 10.02.2018 | 18:05 Uhr Pupsen, furzen, Winde lassen - über die Musik des Hinterns

Den meisten Leuten ist das Thema peinlich, sie mögen eigentlich gar nicht darüber reden. Und doch betrifft es alle: Jeder Mensch pupst, und zwar ungefähr 1,5 Liter Methangas am Tag. Warum ist das so? FIGARINO-Reporterin Antje Seidel hat es herausgefunden.

Blick in ein reichlich verunreinigtes Plumsklohäuschen.
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Die Figarino-Geschichte:

Kater Long John kommt hungrig nach Hause und das Abendbrot ist noch nicht fertig. Figarino versucht, ihn mit einem Pupskissen aufzumuntern. Doch der Piratenkater hat keinen Sinn für derart alberne Späße. Also macht er es kaputt. Figarino möchte im Internet sofort ein neues kaufen. Natürlich werden beide hineingeschlotzt. Und wo landen Sie? Im Pupsland!

Normalerweise ist Pupsen etwas, was man besser macht, wenn niemand in der Nähe ist. Schon das Wort ist anrüchig. Manche Leute sprechen lieber von Blähungen oder Winden. Dabei muss jeder Mensch pupsen – ca. 1,5 Liter am Tag! Im Durchschnitt entfährt uns 20 bis 25 Mal täglich ein Pups. Doch wie kommt das?

Ein Pups ist überschüssige Luft, die der Körper freilässt. Beim Essen schluckt man Luft mit hinunter. Alles, was per Rülps nicht wieder hochkommt, muss unten raus. Ein Pups entsteht aber auch durch Verdauungsprozesse. Bakterien im Dickdarm helfen, das Essen zu verdauen. Dabei entstehen Gase, die sich im Darm sammeln. Ist der Luftdruck groß genug, wird gepupst. Leider ist in diesen Gasen u.a. Schwefelwasserstoff enthalten und der riecht unangenehm. Genau das macht den Pups für andere so unappetitlich.

Long John tanzt
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"Man kann pupsen, furzen, pupen oder einen fahren bzw. ziehen lassen. Man kann aber auch einen stehen lassen, einen Koffer hinstellen oder einfach nur koffern. Wind ablassen kann man ebenso wie auf einen Trompetenkäfer treten oder tröten, mötten und tuten. Man kann auch einen Frosch in der Hose haben. Manch einer hat Blähungen, ein anderer knattert oder hustet mit dem Allerwertesten. Ich selbst tue nichts von all dem. Ich flatuliere. Und zwar geräuschlos."

Kater Long John


Es gibt bestimmte Lebensmittel, die besonders zu Blähungen führen: Erbsen, Bohnen, Linsen, Zwiebeln und Kohl gehören dazu. Manchmal kann man sogar Bauchschmerzen bekommen, wenn man nicht pupsen kann. Dann helfen nur eine Bauchmassage, eine Wärmflasche und etwas Tee.

Eine Melodie pupsen

Einige Menschen können ihren Po so gut kontrollieren, dass sie sogar den Pupston bestimmen. Der berühmteste war der Franzose Josef Pujol. Bereits als Junge konnte er durch sein Po-Loch Luft einsaugen und wieder herauslassen. Er spielte mit seinem Hintern Blasinstrumente, machte Erdbeben nach und pupste französische Kinderlieder. Er war ein sogenannter "Kunstfurzer". Um 1900 waren Leute wie er überaus beliebt und traten öffentlich in Shows auf.

Wusstet ihr schon …

  • … dass sogar Heringe pupsen? Sie drücken die Luft aus ihrer Schwimmblase. Allerdings tun sie das nicht, weil es in ihrem Bauch grummelt, sondern um sich miteinander im Schwarm zu verständigen.

  • … dass man sogar in Pups wohnen kann? Im bayerischen Voralpenland gibt es einen kleinen Ort mit zehn Einwohnern, der den Namen Pups trägt.

Zuletzt aktualisiert: 31. Januar 2018, 14:00 Uhr