Ein Tausendfüßer auf einem Blattstiel.
Bildrechte: IMAGO

So ein Gekrabbel Tausendfüßer unter der Lupe

Was macht eigentlich ein Tausendfüßer und hat das Krabbeltier tatsächlich 1.000 Beine? Kinder des Leipziger Waldkindergartens und FIGARINO-Reporterin Annegret Faber haben die Beine gezählt.

Ein Tausendfüßer auf einem Blattstiel.
Bildrechte: IMAGO

Rund 20.000 Tausendfüßerarten sind weltweit bekannt. Experten gehen aber davon aus, dass in den Tropen sogar viele Arten bislang unentdeckt sind. In Deutschland gibt es mehr als 200 - darunter sogenannte Doppelfüßer, Hundertfüßer sowie Wenig- oder Zwergfüßer.

Tausendfüßer haben maximal 680 Beine

Tausendfüßer
1.000 Füße? Von wegen! Bildrechte: IMAGO

Entgegen der Vorstellung haben Tausendfüßer keine tausend Füße. Je nach Art haben sie zwischen acht und maximal 340 Beinpaare, also höchstens 680 Füße. Der Rumpf besteht aus vielen gleichartigen Körperabschnitten, so genannten Segmenten. An diesen Segmenten sitzen die Beinpaare.

Tausendfüßer gibt es auf der ganzen Welt. Einer, der bei uns in Deutschland lebt, hat 240 Beine und heißt: Ommatoiulus sabulosus - Zweistreifentausendfüßer. Wie sein Name schon verrät, hat er zwei Streifen.

Kleine Riesen

Tausendfüßer sind zu allerlei imstande: Manche spritzen Gift in ihre Beute, um sie zu lähmen. Einige von ihnen setzen sogar Blausäure ein und wieder andere rollen sich bei Gefahr ein. Manche Tausendfüßer sehen völlig unscheinbar aus, andere ganz bunt. Die Größe variiert von wenigen Millimetern bis zu fast einem halben Meter Länge. In Deutschland leben Arten, die bis zu sieben Zentimeter lang sind.

Hier findet ihr Tausendfüßer

Tausendfüßer bevorzugen ganz unterschiedliche Lebensräume. Sie sind im Spülsand an der Meeresküste, auf Baumrinden, in der Erde oder unter Steinen zu finden. Eines haben alle gemeinsam: Sie mögen's gerne feucht. Die meisten Tausendfüßer ernähren sich von abgestorbenen Pflanzenteilen, Früchten und Algen, die auf Pflanzen, auf Baumrinde und im Boden wachsen. Manche fressen auch tote Tiere und Insekten.

Tausendfüßer
Mit seinem Kopfschild kann ein Tausendfüßer gut graben. Bildrechte: IMAGO

Obwohl sie relativ klein sind, haben Tausendfüßer viel Kraft in den Beinen. Sie schieben sich in den Boden und lockern ihn dabei auf, so, wie es der Regenwurm tut. Dabei fressen sie alte Pflanzenreste.

"Die Arten, die sehr gut graben können, haben ein großes, breites Kopfschild direkt über dem Kopf liegen und das wird ein bisschen nach vorne geklappt und der Kopf drunter eingezogen", erklärt der Biologe und Tausenfüßer-Fachmann Andreas Zehnsdorf.

Das ist die Geheimwaffe der Tausendfüßer: ein Schild am Kopf. Manchmal ist die Erde aber so hart, dass auch ein Kopfschild nichts nützt. Dann heißt es einfach: Kommando zurück.

Tausendfüßer machen sauber

Tausendfüßer
Riesen-Doppelfüßer gibt es in Indonesien. Bildrechte: IMAGO

Die Pflanzenfresser unter den Tausendfüßern leisten beim Recycling in der Natur ganze Arbeit. Sie fressen Laubstreu, kümmern sich um herabgefallene Blätter. Gäbe es diese und andere Lebewesen nicht, müssten Bäume im Laub ersticken und könnten nicht weiter wachsen.

Doch hat das Krabbeltier die Kontrolle über alle seine Beine? Erstaunlicherweise ja, sagt Insektenforscher Peter Decker: "Tausendfüßer können vorwärtslaufen, sie können rückwärtslaufen und die Tiere können auch kontrolliert einzelne Beinpaare bewegen."

Zuletzt aktualisiert: 01. August 2018, 14:28 Uhr

Auch interessant