Kind mit Mikroskop
Dinge erforschen, die etwa 20 Millionen Jahre alt sind - das geht! Bildrechte: Colourbox.de

FIGARINO Geschichte & Reportage | 17.03.2018 | 18:05 Uhr Figarino und die Urzeitkrebse

Kind mit Mikroskop
Dinge erforschen, die etwa 20 Millionen Jahre alt sind - das geht! Bildrechte: Colourbox.de

Als Figarino heimkommt, erlebt er eine Überraschung. Im ganzen Fahrradladen liegt überall Sand – wie am Strand. Und Wasser ist auch da. Ein bisschen wie Urlaub. Und auf der Werkbank steht eine Schale mit Wasser und Sand, über der Licht brennt. Aber Sand im Fahrradladen ist nicht so gut für die Fahrräder, also macht sich Figarino daran, alles zu putzen. Wenn es ums Aufräumen geht, ist Long John natürlich verschwunden. Wo steckt der überhaupt? War er das mit dem Sand?

Ein Triops, eine Gattung von Urzeit-Krebsen, aufgenommen in einem kleinen Zuchtbecken.
So sieht ein gezüchteter Tritops aus! Bildrechte: dpa

Als Figarino fertig ist und der Laden picobello aussieht, findet er einen Zettel von Long John. Auf dem steht, dass er AUF GAR KEINEN FALL die Schüssel mit Wasser anrühren soll. Ups! Zu spät. Die hat Figarino schon entsorgt. Schnell, schnell, bevor Long John nach Hause kommt, stellt Figarino eine andere Schale mit Wasser und Sand hin und knipst das Licht wieder an.

Der Kater erklärt ganz stolz, dass er in der Schale Urzeitkrebse züchtet, es sind nämlich Urzeitkrebseier drin. Ja, jetzt eben nicht mehr, da Figarino sie ja den Abfluss hinunter gespült hat. Aber das sagt er lieber nicht. Jetzt muss sich der Fahrradschrauber schnell etwas einfallen lassen, um Long John nicht den Spaß zu verderben. Denn der fiebert dem Schlüpfen seiner Urzeitkrebse förmlich entgegen …

Mit dem Mikroskop zurück in die Urzeit

Die jungen Naturforscher Tessa, Nora, Hedi, Marc-Finley, Anna und Nike im Altenburger Mauritianum haben ein kleines Stück Bernstein unter dem Mikroskop mit einer eingeschlossenen Mücke darin. Inkluse nennt man das. Ob die vielleicht Säbelzahntigerblut im Bauch hat? 

eine Mücke in einem Bernstein
Eine kleine Mücke ist in einem Bernstein eingeschlossen - wie lange schon? Bildrechte: Colourbox.de

Das Insekt, das sie hier bis ins kleinste Detail untersuchen können, ist vor unvorstellbaren 23 Millionen Jahren durch den Urwald geflogen. Und dieser Wald stand in der Goitzsche bei Bitterfeld, wo damals tatsächlich Riesenbäume wuchsen, Säbelzahntiger und Wollhaarnashörner durch die Gegend streiften.
Aus dem Harz dieser Bäume entstand der Bernstein, den die jungen Naturforscher jetzt in der Hand halten. Doch Bernstein entsteht nur, wenn kein Sauerstoff dran kommt. Das funktioniert nur im Wasser! Tatsächlich lag die Goitzsche vor vielen Millionen Jahren am Meer. Genauer gesagt war es die Nordsee, die damals bis hierher reichte. Harztropfen wurden aus den Flüssen auf den Meeresboden gespült und nach und nach unter immer dickeren Schlamm- und Sandschichten begraben. Unter diesem Druck verwandelten sie sich in Bernstein. FIGARINO-Reporter Lorenz Hoffmann reist in die Vergangenheit.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Figarinos Fahrradladen | 17. März 2018 | 18:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. März 2018, 08:37 Uhr

Das in Bernstein eingeschlossene Fossil eines „Caputoraptor elegans“.
Bildrechte: Jan-Peter Kasper/FSU

Geschichten aus dem Fahrradladen:

Geschichten aus dem Fahrradladen:

Figarino und Kater Long John: Raschid D. Sidgi
Autorin: Franziska Anna Opitz
Reporter: Lorenz Hoffmann
Ton: Holger Kliemchen
Redaktion und Regie: Petra Bosch
Produktion Mitteldeutscher Rundfunk 2018