Grau getigerte Katze auf vier Schlittschuhen
Bildrechte: Colourbox.de/MDR.DE

FIGARINO Geschichte & Reportage | MDR KULTUR | 17.02.2018 | 18:05 Uhr Die Geschichte des Schlittschuhlaufens

Wintersport kann sehr vielfältig sein: Man kann rodeln, Skifahren oder sogar Skispringen. Und ganz Mutige stürzen sich vielleicht sogar mit einem Bob den Eiskanal hinunter. Auf dem Eis bewegen sich auch diejenigen, die Schlittschuh laufen: die Eiskunst- und Eisschnellläufer und die Eishockeyspieler. Dass sie damit einer uralten Wikinger-Tradition nachgehen, wissen nur die wenigsten. Höchste Zeit also, die Geschichte des Schlittschuhlaufens einmal zu erzählen, dachte sich unsere FIGARINO-Reporterin Tina Murzik-Kaufmann.

Grau getigerte Katze auf vier Schlittschuhen
Bildrechte: Colourbox.de/MDR.DE

Die Figarino-Geschichte:
Schlittschuhlaufen macht großen Spaß und Kater Long John wünscht sich so sehr, es auch zu können. Nur gibt es für Katzen keine Schlittschuhe. Doch dann bekommt er von Figarino welche geschenkt, selbstgebastelt, für jede Pfote einen. Aber kann man auf vier Pfoten wirklich Schlittschuh laufen?

Dass Eislaufen schön ist, haben schon unsere Vorfahren gewusst. Wann und wie es ihnen eingefallen ist, auf dem Eis zu laufen, ist aber nicht bekannt. Man weiß nur so viel: Die ersten Schlittschuhe, die gefunden wurden, bestanden aus Tierknochen. Gut möglich also, dass die ersten Schlittschuhläufer Jäger und Sammler in der Steinzeit waren.

Spätestens die alten Wikinger konnten Schlittschuhlaufen. In der "Edda", einer Sammlung skandinavischer Sagen aus dem 13. Jahrhundert, ist von "Eisspielen" die Rede. Etwas konkreter wird der Mönch William Fitzstephen. In einem Buch über den Bischof Thomas von Canterbury, der im 12. Jahrhundert lebte, berichtet er von Schlittschuhläufern im winterlichen England:  "Wenn die Moore in Finsbury und Moorfields gefrieren, läuft da die Londoner Jugend. Einige haben zu den Fersen Knochen befestigt und in der Hand halten sie einen beschlagenen Stock. Sie fliegen über das Eis wie Vögel oder geschossene Pfeile …", heißt es da.

Segel-Schlittschuhlaufen auf dem gefrorenen Hudson-Fluß, Nordamerika, historische Illustration, circa 1886
Aus dem 19. Jahrhundert ist Schlittschuhfahren mit Segel bekannt. Hier ein Bild aus Nordamerika. Bildrechte: IMAGO

Natürlich hatten unsere Vorfahren noch keine richtige Ausrüstung. Nach Schlittschuhen aus Horn und Knochen erfanden sie Schuhe aus Holz, an deren Unterseite eine Eisenscheibe befestigt war. Um so richtig in Fahrt zu kommen, schoben sie sich mit Stöcken an. Erst im 15. Jahrhundert hatte ein findiger Tischlerlehrling aus den Niederlanden die entscheidende Idee: Er experimentierte mit der Eisenscheibe und brachte sie schließlich senkrecht an den Schuhen an. Nun schnitten die scharfen Eisenkanten ins Eis und das Eislaufen wurde stabiler, schneller und steuerbarer.

Die Erfindung der Eisbahn

Marius Schmidt (Lausitzer Füchse)
Eishockey stammt aus Kanada. Im 18. Jahrhundert fand dort das erste offizielle Eishockey-Spiel statt. Bildrechte: IMAGO

Und noch eine Erfindung war für die Entwicklung des Schlittschuhlaufens wichtig: die einer Kältemaschine. Bis dahin war Schlittschuhlaufen ein rein winterliches Vergnügen gewesen, dem man nur auf zugefrorenen Seen und Teichen nachgehen konnte. Das änderte sich mit einer Erfindung des Ingenieurs Carl von Linde. Vor gut 140 Jahren erfand er eine Maschine, die Wasser zu Eis werden ließ, ähnlich wie wir das heute von Kühlschränken her kennen. Seitdem ist Schlittschuhlaufen in entsprechenden Eishallen oder Stadien das ganze Jahr über möglich.

Zuletzt aktualisiert: 08. Februar 2018, 17:20 Uhr

Auch interessant: