Filmklappe
Bildrechte: AWO SPI

Filmberufe Das macht ein Regisseur

Wenn ihr im Kino seid, seht ihr nach dem Ende des Films den Abspann. Der ist meist ziemlich lang, denn hier werden alle Personen aufgeführt, die mitgeholfen haben, den Film zu drehen. Neben den Namen der Schauspieler steht hier auch der des Regisseurs. Was der macht, hat Figarino-Reporterin Anna Wollner am Set der Kinderserie "Schloss Einstein" herausgefunden.

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Der Regisseur ist eine der wichtigsten Personen an einem Set, so nennt man den Ort, an dem ein Film gedreht wird. Hier stehen riesengroße Scheinwerfer, die fast noch größer sind als Straßenlaternen. Pappwände sind zu sehen, die aussehen wie eine Wohnung, und jede Menge Kabel liegen am Boden. Eine Kamera wird von einem Kameraassistenten auf einem Rollwagen hin- und hergeschoben. Viele Leute wuseln geschäftig durcheinander. Jeder hat seine Aufgabe. Und was macht der Regisseur in diesem Durcheinander?

Der Chef am Set

Till Mueller-Edenborn - Regisseur
Regisseur Till Mueller-Edenborn hat am Set den Hut auf. Bildrechte: dpa

Er ist so etwas wie der Chef des Filmteams. Er bestimmt, was gemacht wird. Till Mueller-Edenborn ist von Beruf Regisseur. Am Set von "Schloss Einstein" sitzt er vor einem kleinen Monitor und beobachtet den Dreh einer Szene. Wenn Till an der Szene etwas nicht gefällt, gibt er eine kurze Anweisung. Die Kamera muss noch etwas näher ran oder die Schauspieler dürfen nicht so schnell in das Bild hineinlaufen. Seine Anmerkungen werden sofort umgesetzt.

Es geht um Autorität, das ist ganz klar. Natürlich muss man einen Zug drin haben, damit alles auch zeitlich klappt. Vor allem ist es letztendlich so, dass ich als Vertreter der Story, als Vertreter dessen, was die Geschichten erzählen, am Set derjenige bin, der versucht, die Geschichten lebendig zu machen.

Till Mueller-Edenborn

Den Überblick über die Geschichte behalten

Am Set wird oft schweres Gerät benötigt, zum Beispiel für die Scheinwerfer. Im Bild ist ein großer Scheinwerfer zu sehen.
Große Scheinwerfer sorgen für die richtige Beleuchtung am Set. Bildrechte: IMAGO

Bei jedem kleinen Bild, bei jeder Einstellung behält der Regisseur den Gesamtbogen der Geschichte im Blick und sorgt dafür, dass die einzelnen Szenen aus dem Drehbuch in die Realität umgesetzt werden. Dabei hat er ganz konkrete Vorstellungen, die er mit seinem Team bespricht. Während die Schauspieler ihren Text vor sich hinmurmeln und von der Maske noch einmal gepudert werden, der Kameramann seine Kamera in Position bringt, der Oberbeleuchter die letzten Schweinwerfer ausrichtet und alle auf Tills Zeichen warten, sitzt der an seinem kleinen Monitor und schaut sich die gerade gedrehte Szene noch einmal an.

Auf dem Untermarkt in Görlitz (Sachsen) werden die Dreharbeiten zu The Grand Budapest Hotel fortgeführt.
Der Regisseur arbeitet bei der Auswahl der Filmkulissen mit. Bildrechte: dpa

Das Schönste am Regisseur-Dasein ist, wenn die Szene am Monitor oder mit den Schauspielern so lebendig wird, wie ich mir das vorstelle. Wenn das übereinander geht, also wenn die Vorstellung die Realität einholt oder andersrum die Realität die Vorstellung überholt und so etwas Neues entsteht, etwas ganz Lebendiges und Intensives. Dann kann es mir manchmal am Monitor passieren, dass ich Tränen in den Augen bekomme ...

Till Mueller-Edenborn

Nach dem Dreh ist die Arbeit des Regisseurs noch lange nicht fertig. Dann muss er nämlich noch in den Schnitt und gemeinsam mit dem Cutter die gedrehten Filmteile wie ein großes Puzzle zu einem fertigen Film zusammenfügen.

Ausbildung zum Regisseur

Ausbildung zum Regisseur

Wer Regisseur werden will, braucht ein Abitur und kann dann an einer Hochschule Regie studieren. Möglich ist auch ein Einstieg über eine Regie-Assistenz. Manche Regisseure waren erst Kameramann oder Schauspieler und qualifizierten sich dann weiter.

Zuletzt aktualisiert: 04. Januar 2018, 12:45 Uhr