FIGARINO Sporttipp Quidditch für Muggel

Harry-Potter-Freunde aufgepasst: Bei den Looping Lux in Leipzig kann man Quidditch spielen, wenn auch nicht in der Luft. Deren Kapitän Jan hat erst Fußball und Rugby gespielt, bevor er zum Quidditch kam. Dabei ist er nicht mal ein großer Harry-Potter-Fan. Ihn reizt die Mischung aus Völkerball, Rugby und Handball, die Quidditch bietet. Außerdem dürfen bei diesem Spiel alle mitbestimmen. Figarino-Reporterin Tina Murzik-Kaufmann hat Jan besucht und sich ein Spiel angeschaut.

Mohammed (r) von den Looping Lux Leipzig stürmt am 27.08.2016 in Berlin auf dem Tempohofer Feld  mit dem Quaffel das Tor (Hoop) der Berlin Bluecaps
Quidditch-Spiel der Looping Lux aus Leipzig Bildrechte: dpa

In der Zauberwelt von "Harry Potter" ist Quidditch eine Art Nationalsport. Pro Mannschaft fliegen sieben Spieler auf Besen durch die Luft. Es gibt einen Hüter und einen Sucher, zwei Jäger und drei Treiber.

Spieler und Spielerinnen trainieren Quidditch.
Laufen mit Plastestielen zwischen den Beinen, ist ganz schön ungewöhnlich ... Bildrechte: dpa

Die Jäger versuchen, einen Ball (Quaffel) in einen von drei Ringen zu werfen und damit Punkte zu machen. Das will der gegnerische Hüter natürlich verhindern. Sogenannte Klatscher – das sind verzauberte Eisenkugeln – greifen die Spieler an, die ihnen am nächsten sind. Der Sucher hat die wichtigste Aufgabe: Er muss den Schnatz finden, einen kleinen, goldenen, geflügelten Ball. Wer den Schnatz hat, bekommt Punkte dazu und hat das Spiel schon so ziemlich gewonnen.

Der Schnatz steckt in der Hose

Bei dem Versuch, den «Goldenen Schnatz» zu greifen, der an der Hose des neutralen Spielers in gelb  hängt (l), stürzt ein Norweger (r) kopfüber in der Begegnung gegen das deutsche Team am 23.07.2016 bei der IQA Quidditch Weltmeisterschaft 2016 in Frankfurt/M.
Ups: Es ist nicht so leicht, an den Schnatz zu kommen! Bildrechte: dpa

Im wirklichen Leben - der Welt der Muggel - sieht Quidditch etwas anders aus: Als Besen dienen Plastikstiele zwischen den Beinen. Das Feld ist halb so groß wie ein Fußballfeld und die Klatscher sind Bälle aus Gummi, mit denen die Treiber versuchen, ihre Gegner zu treffen und damit kurzzeitig zum Rückzug zu zwingen. Der Schnatz fliegt nicht mehr durch die Luft, sondern steckt in einer Socke, die am Hosenbund eines neutralen Schnatz-Läufers (Snitch Runner, auch Snitcher genannt) befestigt ist. Dieser Spieler kommt erst in der 17. Spielminute ins Spiel, hat keinen Besen und bewegt sich frei auf dem Spielfeld. Die Sucher (Seeker) der beiden Mannschaften müssen nun versuchen, den Schnatz von der Hose des Schnatz-Läufers zu lösen, ohne ihn dabei zu behindern. Hat es einer der beiden geschafft, ist das Spiel beendet.

Nichts für Weicheier …

Spielerinnen und Spieler kämpfen beim Quidditch um den Ball.
Egal, ob Junge oder Mädchen: Hier ist Kampfgeist angesagt! Bildrechte: dpa

Anders als im Handball gibt es beim Quidditch keine Schrittregeln. Wer den Ball hat, kann so lange damit herumlaufen, bis er ihn durch einen der drei Ringe geworfen hat oder vorher von anderen gestoppt wird. Hin und wieder geht es ziemlich derb zwischen den Spielern zu. Wer Quidditch spielen will, sollte nicht zimperlich sein. Da das Verletzungsrisiko hoch ist, muss man in Deutschland 16 Jahre alt sein, bevor man mitspielen darf. Aber nicht traurig sein: Alle unter 16 spielen Kidditch – eine für Kinder angepasste Version. Hier geht es nicht so hart zu wie beim Quidditch, aber der Spaß ist genauso groß.

Kinder spielen Quidditch.
Für alle unter 16 Jahren gibt es die Kidditch-Version. Bildrechte: IMAGO

Zuletzt aktualisiert: 09. Mai 2018, 12:41 Uhr

Zu Besuch bei den Looping Lux

Quidditch: Besen hoch und Quaffel fangen!
Bildrechte: MDR JUMP

MDR JUMP-Sommerreporter Florian Zinner war beim Quidditch-Training der Looping Lux dabei und musste selber ran.

MDR JUMP Fr 29.07.2016 09:25Uhr 03:24 min

https://www.jumpradio.de/thema/video-36124.html

Rechte: MDR JUMP

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