Zwei Frauen und ein Mädchen sitzen an einem Tisch
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Zwei Mütter - zwei Väter Wenn Kinder in Regenbogenfamilien leben

Eine Familie bestand lange Zeit aus Mutter, Vater und ihren Kindern. Heute kann Familie allerdings viel mehr bedeuten. Es gibt inzwischen jede Menge Patchwork-Familien, die entstehen, wenn Eltern sich trennen und mit neuen Partnern zusammenkommen. Und dann gibt es da noch die sogenannten Regenbogenfamilien. Hier wachsen Kinder entweder mit zwei Müttern oder mit zwei Vätern auf. Was das bedeutet, hat FIGARINO-Reporterin Tina Murzik-Kaufmann herausgefunden.

Zwei Frauen und ein Mädchen sitzen an einem Tisch
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Fragt man Kinder nach den Menschen, mit denen sie zusammenleben, erzählen die meisten von Mama, Papa und ihren Geschwistern. Aber es gibt auch andere Familien. Justus ist neun Jahre alt und hat zwei Mamas. Er lebt in einer sogenannten Regenbogenfamilie. So nennt man Familien, in denen Kinder mit zwei Müttern oder auch zwei Vätern aufwachsen.

Sabine Schanzmann-Wey von der Initiative "queerkids" in Leipzig setzt sich für solche Regenbogenfamilien ein und erklärt, was sie bedeuten:

"Wenn zwei Frauen sich lieben, kann man auch sagen, sie sind lesbisch. Und wenn zwei Männer sich lieben, dann bezeichnet man sie auch als schwul. Wenn Schwule und Lesben Eltern werden, dann nennt man das Regenbogenfamilien, weil der Regenbogen das Symbol der Schwulen und Lesben ist."
Sabine Schanzmann-Wey

Zwei Männer heben einen Jungen hoch
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MDR KULTUR - Das Radio 04:48 min

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Wer sich liebt, der darf heiraten

Zwei Männer heben einen Jungen hoch
Menschen gleichen Geschlechts dürfen in Deutschland auch heiraten. Bildrechte: Colourbox.de

Wie viele Regenbogenfamilien es in Deutschland gibt, ist nicht ganz klar. Das mag daran liegen, dass Schwule und Lesben lange Zeit sehr kritisch gesehen wurden. Das hat sich mittlerweile geändert. Heute haben schwule und lesbische Paare in Deutschland fast die gleichen Rechte, wie Paare, die aus Mann und Frau bestehen. Seit Oktober 2017 dürfen sie sogar heiraten.

"Seit es die Ehe für alle gibt, können Schwule und Lesben zum Beispiel auch ein Kind adoptieren. Wenn das zwei Frauen sind, dann können Sie das Kind auch selber bekommen. Dazu brauchen sie die Hilfe eines Mannes, weil sie den Samen eines Mannes brauchen. Den können Sie über einen Bekannten bekommen, der ihnen den Samen spendet, oder über eine Samenbank, eine Klinik, die solche Samenspenden zur Verfügung stellt."
Sabine Schanzmann-Wey

Manche Menschen finden Regenbogenfamilien problematisch. Das musste auch Sabine Schanzmann-Wey erfahren. Auch sie ist Teil einer Regenbogenfamilie und musste anderen schon öfter erklären, warum sie ihren Sohn und ihre Tochter mit einer Frau großzieht. Nicht jeder hat dafür Verständnis.

"Leider ist es so, dass zum Beispiel das Wort schwul immer noch als Schimpfwort auf den Schulhöfen benutzt wird und die Kinder da gar nicht so drüber nachdenken. Und da wäre es schön, wenn man ein Bewusstsein schafft, dass das nichts ist, womit man jemanden abwerten sollte, sondern dass das eine ganz normale Lebensform ist."
Sabine Schanzmann-Wey

Für Justus ist es ganz normal, mit zwei Müttern aufzuwachsen. Sein Vater ist ein Freund seiner beiden Mütter. Allerdings hat Justus im Moment keinen Kontakt zu ihm. Auch seine beiden Mütter haben sich mittlerweile getrennt und leben mit neuen Partnerinnen zusammen. Aber Justus findet, man sollte mit dem Menschen zusammenleben, den man liebt. Wer das ist, das sucht man sich schließlich nicht aus. Die Liebe für einen Menschen ist eines Tages einfach da.

Zuletzt aktualisiert: 01. Oktober 2018, 14:47 Uhr