19. August, Montag: Entspannung und erste Kritik

Der Pegel in Dresden steht bei 7,61 am Morgen und am Abend bei 6,93 Metern. Er sinkt weiterhin schnell. Viele Straßen bleiben jedoch unpassierbar sind weiter gesperrt, ebenso die wichtigsten Brücken. In den Kellern sind viele Elektro- und Heizungsanlagen zerstört. Ein Großteil der Bürger darf zurück in die Häuser. Die Stadt beginnt mit der Auszahlung von Soforthilfe.

Schadensverteilung in Sachsen nach dem Hochwasser 2002 | in Mio. €
Die Schäden der Flut 2002 in Sachsen Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In ganz Sachsen haben nun die Aufräumarbeiten begonnen. Es ist wieder sehr heiß geworden, der trocknende Schlamm wird hart wie Beton. Dazu kommen der Staub und der Geruch von Moder und Diesel. Alles ist mit graubraunem Schlamm und mit Staub überzogen. Vor allem in Dresden sind die Straßen mit stinkendem Sperrmüll vollgestellt. Es türmen sich Schutthalden, denn überall werden jetzt Keller und Wohnungen geräumt.

Mit der Entspannung in Sachsen wird erste Kritik laut: Wissenschaftler vom "Institut für ökologische Raumentwicklung" in Dresden mahnen eine Renaturierung der Elbe an, weil ihr durch die menschlichen Eingriffe nach Meinung der Forscher rund 80 Prozent der natürlichen Flutungsfläche fehlten. Auch die Weißeritz hatte sich in Dresden ihr altes Flussbett auf ihrem Weg in die Elbe zurückerobert.

Bis jetzt sind 15 Todesopfer gezählt, noch 26 Menschen werden vermisst.