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Egon Krenz Der ewige Kronprinz

Geboren am 19. März 1937 im heute polnischen Kolberg wurde Egon Krenz zunächst auf Rügen Unterstufenlehrer. Doch startete er keine Lehrerkarriere, sondern suchte den Weg zur Partei und in die Politik. Wegen seines ewigen FDJ-Vorsitzes (1974-1983) galt er als Berufsjugendlicher der DDR. Das Bild zeigt Krenz in der Universität Leipzig 1979, wo Bauarbeiter den Funktionär empfangen. Bildrechte: dpa
Mitte der 1960er-Jahre studierte Krenz (links) einige Jahre an der Moskauer Parteihochschule der KPdSU - wie einst auch Erich Honecker (Bildmitte). Das Studium war aber nicht die einzige Parallele zwischen den beiden Männern. Als Krenz im Jahr 1983 ins Politbüro aufstieg – ins höchste Führungsgremium der SED – war schnell klar: Er war der Kronprinz von Staatschef Erich Honecker. Bildrechte: dpa
Wenige Monate vor dem Fall der Mauer im Mai 1989 leitete Krenz die Zentrale Wahlkommission für die Kommunalwahlen. Bürgerrechtler hatten die Stimmauszählung überwacht. Sie konnten anhand von Zahlen nachweisen, dass die SED die Wahlen gefälscht hatte. Krenz hatte damit den Ruf als Machtopportunist und Wahlfälscher. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Und dennoch machte Krenz weiter Karriere: Unter dem Druck der Herbstproteste und der Flucht von zahlreichen DDR-Bürgern in den Westen wurde Staatsoberhaupt Erich Honecker am 18. Oktober 1989 von den eigenen Genossen - allen voran von Krenz - entmachtet. Der damals 52-Jährige übernahm alle Ämter von seinem greisen Ziehvater. Wenige Tage später, am 24. Oktober 1989, nahm Krenz als neues Staatsoberhaupt ein Bad in der Berliner Menge. Bildrechte: dpa
Bei seiner Antrittsrede als neues Staats- und Regierungsoberhaupt mahnte Krenz am 18. Oktober 1989 eine nötige "Wende" durch die SED an. Der griffige, aber zugleich umstrittene Wende-Begriff setzte sich schnell in der Bevölkerung durch. Doch nur sieben Wochen lang konnte Krenz die DDR anführen: Wegen anhaltender Bürgerproteste trat das ZK der SED am 3. Dezember 1989 zurück. Drei Tage später gab Krenz auch den Vorsitz des Staatsrates ab. Bildrechte: dpa
Von 1993 an begannen strafrechtliche Ermittlungen gegen Krenz. Als früheres Mitglied des Nationalen Verteidigungsrates der DDR sollte er für die Todesschüsse an der innerdeutschen Grenze zur Verantwortung gezogen werden. Die weißen Kreuze nahe des Reichstages stehen stellvertretend für alle Opfer der Berliner Mauer. Bildrechte: imago/epd
Krenz war einer der wenigen DDR-Funktionsträger, die zur Verantwortung gezogen wurden - zu Unrecht, wie der Ex-Funktionär selbst meint. Das Berliner Amtsgericht verurteilte ihn im August 1997 wegen Mitverantwortung für die Mauertoten zu sechseinhalb Jahren Haft, von denen er vier Jahre verbüßte - in den Gefängnissen Moabit, Plötzensee und, wie das Bild aus dem Jahr 2000 zeigt, in Hakenfelde. Krenz (zweiter von links) wurde dort auch von Ex-DDR-Ministerpräsident Hans Modrow (links) besucht. Bildrechte: dpa
Heute lebt Krenz im mecklenburgischen Ostseebad Dierhagen. Bildrechte: dpa