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15.12.-18.12.1965 - 11. Plenum des ZK

Stand: 30. September 2009, 12:23 Uhr

Das sogenannte "Kahlschlagplenum" leitet eine verschärfte Auseinandersetzung der SED mit Schriftstellern und Künstlern ein. Den Bericht des Politbüros an die 11. Tagung des Zentralkomitees hält Erich Honecker. Er wirft den Kreativen u. a. "Nihilismus", "Skeptizismus" und "Pornographie" vor. "Unsere DDR ist ein sauberer Staat. In ihr gibt es unverrückbare Maßstäbe der Ethik und Moral, für Anstand und gute Sitte", heißt es in seinen Ausführungen. Zahlreiche Filme, Theaterstücke, Bücher und Musikgruppen werden als systemkritisch abgestempelt und zum Teil verboten. Darunter "Der Bau" von Heiner Müller, "Der Tag X" von Stefan Heym sowie faktisch die gesamte Jahresproduktion der DEFA - zum Beispiel "Jahrgang 45", "Carla" und "Das Kaninchen bin ich". Auch Frank Beyers "Spur der Steine" gerät unter Honeckers Verdikt. Allein Christa Wolf wagt einen Vorstoß gegen die Verbotsmaßnahmen der SED. Das Plenum beendet eine kurze Phase der Liberalisierung nach dem VI. Parteitag der SED 1963.