Geschichte

Eduard Schewardnadse - Geburtshelfer der deutschen Einheit

Eduard Schewardnadse
Eduard Schewardnadse, den Weggefährten und Freunde "weißen Fuchs" nannten, wurde 1985 vom gerade zum Generalsekretär der KPdSU gewählten Michail Gorbatschow zum Außenminister der UdSSR berufen. Schewardnadse unterstützte Gorbatschow bei dessen außenpolitischen Unternehmungen und wurde 1990 zum "Geburtshelfer der deutschen Einheit". Im Dezember 1990 trat der eben noch gefeierte Diplomat überraschend von seinem Amt zurück. Eindringlich warnte er vor einem Militärputsch in der Sowjetunion. Zwei Jahre später wurde Eduard Schewardnadse Präsident Georgiens. Bildrechte: IMAGO
Eduard Schewardnadse
Eduard Schewardnadse, den Weggefährten und Freunde "weißen Fuchs" nannten, wurde 1985 vom gerade zum Generalsekretär der KPdSU gewählten Michail Gorbatschow zum Außenminister der UdSSR berufen. Schewardnadse unterstützte Gorbatschow bei dessen außenpolitischen Unternehmungen und wurde 1990 zum "Geburtshelfer der deutschen Einheit". Im Dezember 1990 trat der eben noch gefeierte Diplomat überraschend von seinem Amt zurück. Eindringlich warnte er vor einem Militärputsch in der Sowjetunion. Zwei Jahre später wurde Eduard Schewardnadse Präsident Georgiens. Bildrechte: IMAGO
Eduard Schewardnadse
Eduard Schewardnadse, am 25. Januar 1928 im georgischen Mamati geboren, trat bereits als 18-Jähriger der KPdSU bei und machte schnell eine Karriere als Komsomolfunktionär. Später wurde er unter anderem georgischer Innenminister und schließlich, 1972, KP-Chef Georgiens. Bildrechte: IMAGO
Michail Gorbatschow (re., Generalsekretär Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der Sowjetunion) und Auߟenminister Eduard Schewardnadse.
1985 holte der gerade zum Generalsekretär der KPdSU gewählte Michail Gorbatschow den weitgehend unbekannten georgischen Politiker nach Moskau und bestellte ihn zum Außenminister der UdSSR. Der 57-jährige Schewardnadse hatte keine Erfahrungen auf dem Gebiet. In Moskau wurde gewitzelt, die einzige Fremdsprache, die der neue Außenminister spreche, sei Russisch. Bildrechte: IMAGO
Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher, der sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow und Bundeskanzler Helmut Kohl unterhalten sich am 15.07.1990 an einem rustikalen Arbeitstisch im Garten von Gorbatschows Gästehaus in Archiz
Das "Wunder vom Kaukasus". Das Treffen zwischen Helmut Kohl und Michail Gorbatschow im Juli 1990 im Kaukasus fand zwanglos in Strickjacken statt, doch es ging um die Souveränität des vereinigten Deutschlands. Nach Gesprächen in Moskau und in Gorbatschows Gästehaus im Kaukasus gaben Helmut Kohl und Michail Gorbatschow am 16. Juli 1990 den ausgehandelten Kompromiss bekannt: Die Sowjetunion stimmt einer Nato-Mitgliedschaft des wiedervereinigten Deutschlands zu. Dafür werde Deutschland auf die Herstellung und den Besitz von ABC-Waffen verzichten. Weiterhin versprach Kohl Hilfeleistungen bei der Rückführung sowjetischer Truppen und stimmte einer Begrenzung der Truppenstärke der Bundeswehr auf 370.000 Mann zu. Bildrechte: dpa
Außenminister (v.l.n.r.) James Baker (USA), Eduard Schewardnadse (UdSSR), Hans-Dietrich Genscher (BRD/FDP), Roland Dumas (Frankreich), Markus Meckel (DDR) und Douglas Hurd (Großbritannien) während der 2 + 4 Gespräche in Bonn
Dem "Wunder vom Kaukasus" folgen die "2 plus 4-Gespräche" - ein Verhandlungsmarathon mit dem Ziel deutsche Einheit. Die beiden deutschen Staaten und die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs Sowjetunion, USA, Großbritannien und Frankreich debattieren besonders heftig um den Abzug der Sowjetarmee. (Im Bild: Außenminister (v.l.n.r.) James Baker (USA), Eduard Schewardnadse (UdSSR), Hans-Dietrich Genscher (BRD), Roland Dumas (Frankreich), Markus Meckel (DDR) und Douglas Hurd (Großbritannien) am 12. September 1990 in Moskau.) Bildrechte: IMAGO
Roland Dumas, Eduard Schewardnadse, Michail Gorbatschow, James Baker, Hans-Dietrich Genscher, Lothar de Maiziere und Douglas Hurd
Die USA und ihre Verbündeten wollen keine neue Sicherheitsarchitektur, sondern ein Deutschland in der NATO. In den Zwei-plus-Vier-Verhandlungen geht es vor allem darum, die Sowjetunion in diesem Punkt zu überzeugen. Am Ende gelingt es. (Im Bild: Die Auߟenminister (von links nach rechts) Roland Dumas (Frankreich), Eduard Schewardnadse (UdSSR), der sowjetische Präsident Michail Gorbatschow, James Baker (USA), Hans-Dietrich Genscher (BRD), Lothar de Maiziere (DDR, vorn) und Douglas Hurd (Groߟbritannien) nach der Unterzeichnung des Vertrages am 12. 09. 1990.) Bildrechte: dpa
Praesident Michail Gorbatschow (re., URS), Bundesaussenminister Hans-Dietrich Genscher (re., GER/FDP) und AussŸenminister Eduard Schewardnadse (URS) unterzeichnen den - Vertrag zur Deutschen Einheit - in Moskau, dahinter Bundeskanzler Helmut Kohl (Mitte, GER/CDU) und Präsident Michail Gorbatschow (daneben li., URS)
Eduard Schewardnadse und Hans-Dietrich Genscher unterzeichnen den Vertrag zur deutschen Einheit am 12. September 1990 in Moskau. Bildrechte: IMAGO
Eduard Schewardnadse
Eduard Schewardnadse ging nach Georgien zurück. 1992 wurde er zum Vorsitzenden des georgischen Staatsrats berufen, 1995 zum Präsidenten des Landes gewählt. Die Wahlen 2000 bestätigten ihn in seinem Amt. Schewardnadses Präsidentschaft war kompliziert - er legte sich zum einen mit dem großen Nachbarn Russland im Streit um die Provinz Abchasien an und andererseits mit der Opposition im eigenen Land, die ihm Machtmissbrauch und Vetternwirtschaft vorwarf. Bildrechte: IMAGO
Georgische Ehrengardisten tragen den Sarg des ehemaligen Georgischen Präsidenten Eduard Schewardnadse.
Eduard Schewardnadse starb am 7. Juli 2014 im Alter von 86 Jahren in seinem Haus am Stadtrand von Tbilissi. Er wurde in seiner Heimatstadt beigesetzt. (Über dieses Thema berichtete der MDR im TV auch in "Aktuell", 07.07.2014, 21.45 Uhr.) Bildrechte: IMAGO
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