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Unterthema WahlenÜberlegungen für Sek I und II

Stand: 05. Januar 2016, 09:33 Uhr

Einsetzbarkeit:

Grundsätzlich sind alle Beiträge für den Einsatz in den Jahrgängen 9 bis 13 geeignet. Die eingehende Beschäftigung mit Parteienlandschaft und Wahlpraxis in der DDR gewährt einen exemplarischen Einblick in die politischen Gefüge und die innersten Machtstrukturen der SED-Diktatur. Dementsprechend eignet sich der Themenkomplex für die Vertiefung von Vorwissen und Vorverständnis der politischen Verhältnisse in der DDR. Wie die politische Sphäre insgesamt sind wohl gerade die Themen Parteien und Wahlen den Schülern, zumal den jüngeren, allerdings eher fremd. Das Material nähert sich dem Sujet aus drei Richtungen: Während die Zusatzmaterialien (Material 1, Material 2, Material 3, Material 4) eher theoriebezogen die aus der Ideologie abgeleiteten Grundsätze von Parteien- und Wahlsystem in der DDR erklären, beleuchten die Videobeiträge die Wahlpraxis aus Perspektive der politischen Führung (Video 1 und Video 2) bzw. der ausführenden Funktionäre vor Ort (Video 3, Video 4, und Video 5, Arbeitsauftrag 5).

Je nach Aufbau der gesamten Unterrichtsreihe können als Auftakt zum Thema Beiträge gewählt werden, die thematisch an bereits erworbene Vorkenntnisse anknüpfen. Möglich scheint etwa der Vergleich mit dem Parteien- und Wahlsystem der Bundesrepublik. Bei aller "Theorielastigkeit" kann hier die scharfe Kontrastierung der DDR-Verhältnisse mit dem freiheitlich-demokratischen Staatsverständnis ansprechend und motivierend wirken. Einblick in die scheindemokratische, betrügerische Wahlpraxis verschaffen dann Video 3, Video 4 und Video 5. Diese drei Beiträge bilden einen geschlossenen Baustein, aber das Material ist – wie das übrige – auch in Auswahl zu verwenden. In den Video-Reihen stellt sich außerdem ausdrücklich und wiederholt die Frage nach Umgang mit und Aufarbeitung von DDR-Geschichte.

Methodik:

Die inhaltliche Relevanz des Themas als Vertiefung einer Einheit zur politischen Praxis der DDR legt eine intensive Bearbeitung eher in der Sek II nahe, aber auch in der Sek I ist ein Einsatz sinnvoll. Die zur Verfügung gestellten Beiträge bilden nur ausgesuchte Facetten des Themas ab, deshalb sind Einordnungen und ergänzende Erläuterungen von Lehrerseite her unbedingt erforderlich. Während in Sek I dabei die Hauptzielrichtung neben Wissensvermittlung eher im affektiv-emotionalen Bereich liegt (geeignet hier etwa Video 5), kann in der Sek II das ideologiekritische Potenzial des Themas ausgeschöpft werden. Analytische Fähigkeiten sind u.a. bei Material 2 (offizielle DDR-Sicht des "Mehrparteiensystems") und Video 2 (Berichterstattung zur juristischen Aufarbeitung der Wahlfälschungen) gefordert. Der Materialblock Video 3, Video 4 und Video 5 sollte als Fallanalyse jedenfalls im Zusammenhang bearbeitet werden, z.B. als Gruppen- oder Einzelarbeit mit anschließendem Kurzreferat. Für Auswertungs- und Vertiefungsphasen ist sicherlich intensive Lehrerhilfe erforderlich.