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Ein Blick in die ZeitFernsehen für Kinder und Jugendliche in der DDR

Stand: 22. November 2019, 12:14 Uhr

Das Fernsehen der DDR hatte den Auftrag, die Zuschauer im Sinne der sozialistischen Ideologie zu beeinflussen. Im Kinderfernsehen war allerdings noch weniger von dieser ideologischen Ausrichtung zu merken.

1952 nahm der deutsche Fernsehfunk, wie sich das DDR-Fernsehen bis 1972 nannte, seinen Betrieb auf. Aber erst ab den 60er-Jahren besaßen große Teile der DDR-Bevölkerung ein Fernsehgerät. 1969 wurde ein zweiter Kanal gegründet und auch das Farbfernsehen eingeführt. Politisches Sprachrohr des SED-Regimes war das Magazin "Der Schwarze Kanal" von Karl-Eduard von Schnitzler, das am 21. März 1960 auf Sendung ging. Schnitzler interpretierte Auszüge aus dem Westfernsehen tendenziös im propagandistischen Sinne der SED, suchte so "den Klassenfeind" zu entlarven und reagierte damit auf die Tatsache, dass die DDR-Bürger ihre Informationen überwiegend aus dem Westfernsehen bezogen.

DDR-Fernsehen attraktiver gestalten

Auch die tägliche Nachrichtensendung "Aktuelle Kamera" war der Parteilichkeit im Sinne der SED verpflichtet. Verstärkt seit den 70er-Jahren sollte das Fernsehprogramm durch Ratgeber- und Unterhaltungssendungen attraktiver gemacht werden. Garten-, Haushalts-, Erziehungssendungen und Rechtstipps sollten bei der Bewältigung des Alltags helfen und die Attraktivität des Westfernsehens eindämmen, was jedoch nicht gelang. Auch Shows, Filme und Musiksendungen sollten den Unterhaltungswert des DDR-Fernsehens steigern.

DDR-Kinderfernsehen kaum ideologisiert

Von hoher Qualität und weitgehend frei von vordergründig ideologischer Indoktrination war das DDR-Kinderfernsehen. Besonders beliebt bei den Kindern waren der "Sandmann" und die Figuren aus dem "Märchenland" wie Schnatterinchen, Pittiplatsch, Frau Elster, Herr Fuchs und andere.
Das Jugendfernsehen dagegen sollte der "sozialistischen Erziehung" und der "Festigung des Klassenstandpunkts" dienen. Ein Beispiel dafür war "Mobil – Das Magazin für Thälmann-Pioniere", das sich mit dem Alltag und der Arbeit der Thälmann-Pioniere beschäftigte. Allerdings konnte es dem Westfernsehen bei den Jugendlichen keine Konkurrenz machen. Der Versuch, über das Fernsehen die Bürger der DDR im Sinne der SED zu sozialisieren, scheiterte an der Attraktivität des Westfernsehens. Die Beliebtheit des DDR-Kinderfernsehens zeigt sich hingegen im Weiterleben der Figur des "Sandmanns" nach 1989.

Der Schwarze KanalPropagandistisches Fernsehmagazin von und mit Karl-Eduard von Schnitzler. Anhand von Ausschnitten aus dem westdeutschen Fernsehen versuchte er die vermeintliche Verlogenheit des Westens zu entlarven. Ende Oktober 1989 wurde die Sendung nach 29 Jahren eingestellt.