Themenkomplex Wirtschaft in der DDR

Die DDR war laut ihrer Verfassung ein "sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern". Die Wirtschaft beruhte "auf dem sozialistischen Eigentum an den Produktionsmitteln" und dem "Grundsatz der Leitung und Planung" durch den Staat.

Die sogenannte Staatliche Plankommission (SPK) plante den Bedarf an Gütern und den dazu nötigen Rohstoffen, Maschinen und Arbeitskräften nach politischen Zielen und setzte die Preise fest. Diese Planung wurde in mittelfristig angelegten Plänen – meist Fünfjahrespläne – festgeschrieben. Ein solches Wirtschaftsmodell nennt man Zentralverwaltungswirtschaft. Es steht im Gegensatz zur Marktwirtschaft, in welcher der Markt über Angebot und Nachfrage die Produktion regelt und der Staat im Idealfall wenig eingreift.

Verstaatlichung von Industrie und Handel

Für die Durchführung des Plans musste der Staat die Verfügung über die Produktionsmittel Boden und Kapital besitzen. Auch der Produktionsfaktor Arbeit wurde eingeplant, so dass es in der DDR keine freie Berufswahl gab. Die Beseitigung des Privateigentums in der DDR erfolgte in mehreren Etappen: Bereits in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) wurde im Herbst 1945 mit der Bodenreform begonnen, durch die Großgrundbesitzer und ehemalige Nazis enteignet wurden. 1946 wurden die Betriebe von "Kriegsverbrechern und Naziaktivisten" enteignet und der Besitz in Volkseigentum (daher die Abkürzung VEB) überführt. Nach der Gründung der DDR schritt die Verstaatlichung voran, so dass Handel und Industrie weitgehend verstaatlicht und die Landwirtschaft kollektiviert wurde, d.h. die Landwirtschaftsbetriebe mussten sich zu genossenschaftlich organisierten Großbetrieben (LPGs) zusammenschließen.

Versorgungsengpässe, lange Wartezeiten, Umweltprobleme

Die Befürworter der Zentralverwaltungswirtschaft hofften auf sparsame Verwendung der vorhandenen Mittel sowie auf wirtschaftliche Gerechtigkeit und verwiesen auf die gesicherte Grundversorgung für alle Bürger, auf die niedrigen Preise bei Grundnahrungsmitteln, die sicheren Arbeitsplätze sowie auf die sozialen Einrichtungen, z.B. Kinderkrippen. 

Als problematisch erwiesen sich vor allem die schwerfällige bürokratische Planung, die Inflexibilität, auf Schwankungen des Weltmarkts zu reagieren, und die hohen Staatsausgaben, die die Einnahmen bei Weitem überstiegen. Die Staatsverschuldung stieg in den 80er-Jahren, die Bundesrepublik half mit Krediten. Für die Bevölkerung wirkten sich Versorgungsengpässe, lange Wartezeiten (z.B. auf Trabis) sowie die massiven Umweltprobleme negativ aus.

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