#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 15. November

1948: Erstes Geschäft der Handelsorganisation eröffnet

1948 eröffnete die erste Verkaufsstelle der Handelsorganisation (HO) in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) in Ost-Berlin. Die HO wurde noch vor der DDR gegründet und sollte die schwierige Versorgungslage der Bevölkerung verbessern. Die Handelsorganisation entwickelte sich rasant. Bald schon hatte das volkseigene Unternehmen in jeder Stadt und Gemeinde der DDR eine Filiale. Sie wurden bei der Verteilung von Waren bevorzugt und konnte deshalb neben Lebensmitteln auch Konsumgüter und Mangelwaren verkaufen. Neben großen Kaufhäusern gab es auch eine Vielzahl kleiner HO-Läden, meistens spezialisiert auf eine bestimmte Warengruppe. Im Schnitt tätigte die HO etwa 40 Prozent des gesamten Umsatzes im Einzelhandel der DDR. Nach 1989 wurde sie durch die Treuhand verkauft.

Eine Metzgerei, über der eine Reklame mit dem Wort "Wurst" hängt.
Frauen stehen vor einer Metzgerei der Handelsorganisation in Köpenick in Ost-Berlin 1985. Bildrechte: imago/Sven Simon

1953: Zuckerstreuer "Süßer Heinrich" patentiert

1953 erhielt der Zuckerstreuer ein Patent. Entwickelt hatte ihn der hessische Erfinder Heinrich Kurz und sein Enkel Theodor Jacob patentierte den "Süßen Heinrich". Der praktische Haushaltsgegenstand spendet bei jedem Kippen etwa die gleiche Menge Zucker für den Tee oder Kaffee. Jacobs Handelsunternehmen Helly in Hanau produzierte und vertrieb den Zuckerstreuer. 1954 kam er auf den Markt. Bis heute hat der Zuckerportionierer einen festen Platz in Cafés.

Ein Zuckerstreuer.
Der praktische Zuckerstreuer "Süßer Heinrich" besteht aus Glas und Metall. Bildrechte: Colourbox.de

1961: Beginn des "Contergan"-Skandals

1961 gab der Kinderarzt Widukind Lenz bekannt, dass die Arznei "Contergan" zu Kindesmissbildungen während der Schwangerschaft führt. Etwa zwei Wochen später, am 27. November 1961, nahm die deutsche Herstellerfirma Grünenthal das Schlaf- und Beruhigungsmittel vom Markt. Weltweit wird die Zahl der durch das Medikament geschädigten Menschen auf 10.000 geschätzt. Zwischen 1968 und 1970 mussten sich die Eigentümer und leitende Angestellte der Firma in einem der größten Strafprozesse in der Bundesrepublik verantworten. Das Verfahren wurde eingestellt, nachdem sich das Pharmaunternehmen verpflichtet hat, den Opfern Schadensersatz in Millionenhöhe zu zahlen.

Eine Dose mit der Aufschrift Contergan 1 min
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Do 11.11.2021 17:41Uhr 00:28 min

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2016: Schutzhülle für Tschernobyl-Reaktor installiert

2016 begann die Installation einer neuen Schutzhülle für den 1986 zerstörten Atomreaktor in Tschernobyl in der Ukraine. Sie wird auch "New Safe Confinement" genannt. Der alte Beton-Sarkophag hatte über die Jahre Risse bekommen. Die mehr als 36.000 Tonnen schwere neue Konstruktion zur Eindämmung der radioaktiven Strahlung wurde von 45 Ländern, darunter Dänemark und Österreich, finanziert. Den größten Teil übernahm die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund zwei Milliarden Euro. Die Schutzhülle wurde 2019 in Anwesenheit des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj eingeweiht.

Eine große Schutzhülle und Kräne.
Die Schutzhülle über dem 1986 explodierten Reaktor des Atomkraftwerks Tschernobyl wird 2019 offiziell in Betrieb genommen. Bildrechte: IMAGO / Xinhua