#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 17. Oktober

1987: Neonazis überfallen Punkkonzert in Ost-Berlin

Am 17. Oktober 1987 stürmten 30 Neonazis in der Zionskirche in Ostberlin ein Punkkonzert der Band Element of Crime. Bei "Sieg Heil"-Rufen schlugen sie die Besucher zusammen, die zum Teil schwer verletzt wurden. Nach dem Überfall der Skinheads auf die Konzertbesucher gab das Ministerium für Staatssicherheit eine Rechtsextremismus-Studie in Auftrag. Die Ergebnisse wurden erst nach der Wiedervereinigung im Jahr 1993 veröffentlicht. Das Fazit: Die ehemalige DDR hatte das Problem des rechten Terrors nicht als solches erkannt und die Gewalttaten als unpolitisches "Rowdytum" oder als Handlungen von Einzeltätern abgetan.

Das führte dazu, dass sich rechte Gruppierungen im Untergrund organisierten und es besonders nach der Einheit zu einer bundesweiten Angriffswelle von Rechtsextremen kam. Besonders in den Fokus der medialen Berichterstattung rückten die Ausschreitungen in Hoyerswerda 1991 und Rostock-Lichtenhagen 1992.


1991: Ratifizierung des Deutsch-Polnischer Vertrages abgeschlossen

Im 17. Juni 1991 wurde der "Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit" von Bundeskanzler Helmut Kohl und dem polnischen Ministerpräsidenten Tadeusz Mazowiecki unterzeichnet. Somit wurde der Grundstein für die Zusammenarbeit der beiden Länder gelegt. Der Vertrag orientiert sich an dem Görlitzer Vertrag zwischen der DDR und Polen aus dem Jahr 1950, der die Oder-Neiße-Grenze festschrieb.
Eine Prämisse war, dass der Vertrag zeitgleich in beiden Ländern ratifiziert wird. Das Ratifizierungsverfahren begann in September 1991. Am 16. Oktober verabschiedetete der Bundestag das Zustimmungsgesetz. Einen Tag später, also am 17. Oktober 1991, ratifizierte auch Polen den Vertrag.


1956: Erstes kommerzielles AKW in Betrieb

Im britischen Calder Hall wurde am 17. Oktober 1956 Englands erstes Atomkraftwerk in Betrieb genommen. Es war auch das erste kommerzielle Atomkraftwerk der Welt. Zur Eröffnung war auch Queen Elisabeth II. zu Gast:

Mit Stolz eröffnen wir Calder Hall, Englands erstes Atomkraftwerk, das uns alle benötigte Elektrizität liefert, ohne Kohle oder Öl dafür nutzen zu müssen

Königin Elisabeth II Rede zur Inbetriebnahme, 17. Oktober 1956

Im Oktober 1957 kam es durch einen Brand zum GAU. Eine stark radioaktive Wolke breitet sich über Großbritannien und das europäische Festland aus. Bis zu 240 Menschen erkrankten infolge dessen an Krebs. Die Katastrophe wurde weitgehend vertuscht, um die Bevölkerung nicht zu beunruhigen. Heute gilt sie als einer der schwersten Atomunfälle. Als es 2003 abgeschaltet wurde, war es mit 47 Dienstjahren das weltweit älteste Atomkraftwerk.

In der DDR ging das erste Atomkraftwerk am 9. Mai 1966 in Rheinsberg ans Netz. Es produzierte vergleichsweise wenig Strom. Gerade einmal eine Stadt von der Größe Potsdams konnte versorgt werden. Wegen erheblicher Sicherheitsbedenken wurde das Kraftwerk im Juni 1990 vom Netz genommen. Im Rahmen der Energiewende will Deutschland alle Atomkraftwerke bis 2022 vom Netz nehmen. Derzeit sind noch sechs in Betrieb.