#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 31. Oktober

1965: Proteste gegen Verbot von "Beat-Musik"

Am 31. Oktober 1965 trafen sich rund 1.000 Jugendliche in Leipzig, um gegen das Verbot von 44 "Beatmusik"-Gruppen zu protestieren. Die Polizei löste die Demo mit Wasserwerfern, Hunden und Gummiknüppeln auf. 264 Jugendliche wurden festgenommen, einige von ihnen wurden anschließend in einem sofort eingeleiteten Strafverfahren verurteilt. Sie mussten zu einem "mehrwöchigen beaufsichtigten Arbeitseinsatz" in den Braunkohlentagebau Regis-Breitingen. Der Arbeitseinsatz sollte als Erziehungsmaßnahme dienen.

Als "Beatmusik" wurde in den 1960er- und 1970er-Jahren vor allem Rockmusik mit Gitarreneinsatz beschrieben. DDR-Chef Walter Ulbricht sah in der "Beatmusik" allerdings den "Versuch westimperialistischer Drahtzieher, die akustische Kriegsvorbereitung in die DDR zu tragen" und entzog allen dazugehörigen Bands die Lizenz und ließ sie verbieten.


1990: Erster Reformationstag nach Wiedereinführung

Gemeinsam mit vier weiteren arbeitsfreien Feiertagen schaffte die DDR-Führung den Reformationstag als gesetzlichen Feiertag 1967 ab. Grund dafür war die 1967 von der SED beschlossene Fünftagewoche. Um einen Teil der weggefallenen Arbeitszeit auszugleichen, wurde die Gesamtzahl der arbeitsfreien Tage in der DDR reduziert. Im Mai 1990 wurde der Tag, an dem Martin Luther 1517 seine Thesen gegen den Ablasshandel an die Wittenberger Schlosskirche nagelte, durch die letzte DDR-Regierung wieder eingeführt. Seitdem ist der Reformationstag in den ostdeutschen Bundesländern (mit Ausnahme Berlins) wieder ein arbeitsfreier Feiertag.


2020: Flughafen "BER" in Berlin-Brandenburg eröffnet

Am 31. Oktober 2020 öffnete der Berliner Flughafen "BER" mit neun Jahren Verspätung seine Pforten. Eigentlich war die Eröffnung für Oktober 2011 geplant, doch wegen Planungsfehlern, technischen Problemen und Baumängeln musste die Eröffnung sechs Mal verschoben werden. Damit sind auch die geplanten Kosten explodiert. Knapp sechs Milliarden Euro statt geplanten 2,7 Milliarden Euro hat der Bau des Flughafens schließlich gekostet. Namensgeber des Flughafens ist Willy Brandt (1913-1992), der vierte Kanzler der Bundesrepublik. Nach Angaben des Flughafens steht der Name symbolisch dafür, dass Berlin durch den BER wieder die Ost-West-Drehscheibe ist, die Europa mit der Welt verbindet – so, wie es sich Willy Brandt einst erhofft hat.

Zahlreiche Passagiere stehen am Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg "Willy Brandt" (BER) im Terminal 1 vor der Sicherheitskontrolle Schlange.
Sechs Mal musste die Eröffnung des "BER"-Flughafens in Berlin verschoben werden. Am 31. Oktober 2020 war es schließlich soweit. Bildrechte: dpa