#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 20. Oktober

1944: Hinrichtung von Adolf Reichwein

Der Pädagoge Adolf Reichwein (1898-1944) gilt als Pionier der Medienpädagogik. Er entwickelte schon in den 1930er-Jahren Konzepte für den Unterricht, durch die seine Schüler Medienkompetenz erlernen sollten. Dabei setzte Reichwein besonders häufig Filme als Lehrmaterial ein. Zur Zeit des Nationalsozialismus war der sozialdemokratisch gesinnte Reichwein Mitglied der bürgerlichen Widerstandsgruppe "Kreisauer Kreises", bis er schließlich 1944 von einem Spitzel an die Gestapo verraten wurde. Noch im gleichen Jahr wurde er am Volksgerichtshof vom "Blutrichter" Roland Freisler zum Tode verurteilt. Am 20. Oktober 1944 wurde Adolf Reichwein in der Haftanstalt Berlin-Plötzensee gehängt.


1971: Friedensnobelpreis für Bundeskanzler Willy Brandt

Am 20. Oktober 1971 wurde Bundeskanzler Willy Brandt mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Seit seinem Amtsantritt 1969 setzte er sich für einen engen Kontakt zwischen Ost und West ein. Für Brandt war die Entspannung zwischen den beiden Blöcken eines seiner wichtigsten politischen Ziele. Seine Ostpolitik war durch "Wandel durch Annäherung" geprägt. Ein Meilenstein war der Moskauer Vertrag vom 12. August 1970, mit dem die Bundesrepublik die Nachkriegsgrenzen und damit den Verlust der alten deutschen Ostprovinzen jenseits der Oder-Neiße-Grenze akzeptierte.

Auch der Kniefall von Warschau vom 7. Dezember 1970 gilt als Symbol für Brandts Ostpolitik. Mit der überraschenden Geste bat der Bundeskanzler im Namen der Deutschen um Vergebung für die Verbrechen des Nazi-Regimes.

Bundeskanzler Brandt hat als Chef der westdeutschen Regierung und im Namen des deutschen Volkes die Hand zu einer Versöhnung zwischen alten Feindländern ausgestreckt.

Begründung für Friedensnobelpreis 1971

1995: Erster Weltraumspaziergang von deutschem Raumfahrer

Thomas Reiter
Thomas Reiter war der erste Deutsche, der im All spazierte. Bildrechte: dpa

Der studierte Luft- und Raumfahrttechniker Thomas Reiter wurde aus 22.000 Kandidaten für die Mission "Euromir 95" der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) ausgewählt. Die Mission war die zweite und bis dahin längste bemannte Mission der ESA. Nachdem die Raumfahrer an der sowjetischen Raumstation "Mir" andockten, führte Thomas Reiter am 20. Oktober 1995 einen fünfstündigen Außeneinsatz durch. So wurde er zum ersten Deutschen, der durch das All spazierte. Nach 179 Tagen im Orbit kehrte Thomas Reiter am 29. Februar 1996 zurück auf die Erde.


2020: Hausbesetzung in Dresden

Am 20. Oktober 2020 beendete die Polizei eine Hausbesetzung in der Schanzenstraße in Dresden. Rund 40 Personen, die den Zugang zum Haus blockierten, mussten von den Einsatzkräften weggetragen werden. Nach Angaben der Polizei lief die Räumung friedlich ab. Die zweitägige Hausbesetzung war als Protest gegen steigende Mieten gedacht. Durch die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt und den Einwohnerzuwachs sind die Mieten in den letzten Jahren stark gestiegen. Um dem entgegen zu wirken will Sachsen eine Mietpreisbremse einführen. Diese soll ab ab Januar 2022 in Kraft treten.