#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 24. November

1874: Stacheldraht wird patentiert

Am 24. November 1874 erhält der US-amerikanische Farmer Joseph F. Glidden das Patent für die Erfindung des Stacheldrahts. Seine Idee soll den Farmern im Westen der USA eine günstige Alternative zum Holzzaun bieten. Für sein Modell kombiniert Glidden ältere Versionen des Drahtes, die nicht für die Massenproduktion taugten. Seine Neuerung besteht darin, dass er einen Stachel in zwei miteinander verdrillte Drähte fixiert.

Während des Ersten Weltkriegs wird der Stacheldrahtzaun vom Militär genutzt, um erobertes Gebiet zu sichern. Heute verwendet man eine Weiterentwicklung des Stacheldrahtzauns, den sogenannten Nato-Draht. Durch Widerhaken und scharfe Klingen ist es noch schwerer, ihn zu überwinden. Der Nato-Draht wird an Grenzen oder zur Sicherung öffentlicher Gebäude eingesetzt.

Ehemalige DDR-Grenzanlagen aus Stacheldraht in Hötensleben (Bördekreis).
Ehemalige DDR-Grenzanlagen aus Stacheldraht in Hötensleben (Bördekreis). Bildrechte: dpa

1916: Gründung der MITROPA

Am 24. November 1916 wird die MITROPA unter dem Namen "Mitteleuropäische Schlaf- und Speisewagen Aktiengesellschaft" (MSG) als Konkurrenz zu einer französisch-belgischen Servicefirma gegründet.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist die Mitropa wie das Land zweigeteilt: In der Bundesrepublik geht aus ihr die Deutsche Schlafwagen- und Speisewagengesellschaft hervor, in der DDR bleiben Name, Logo und die Geschäftsform als Aktiengesellschaft erhalten. Hier entwickelt sich die Bewirtungsgesellschaft zu einem Großunternehmen mit tausenden Beschäftigten.

1949 eröffnet die MITROPA in Halle/Saale das erste Bahnhofsrestaurant, seit Mitte der 1950er-Jahre versorgt sie die Ausflugsschiffe in Berlin und Dresden sowie die Fähren der Ostsee. 1961 kommen die Autobahnraststätten hinzu. Die Leipziger MITROPA bedient nebenher auch andere Geschäftsfelder: Dauerwelle und kosmetische Beratung. Doch das Hauptgeschäft bleiben Speisen und Getränke. Täglich werden bis zu 30.000 Mahlzeiten serviert.

1941: Erste jüdische Gefangene im Konzentrationslager Theresienstadt

Am 24. November 1941 treffen die ersten jüdischen Gefangenen im Konzentrationslager Theresienstadt ein. Als sogenanntes "Aufbaukommando" besteht ihre Aufgabe darin, Unterkünfte für zukünftige Insassen zu bauen. Die ehemalige Festungsstadt im Nordwesten Tschechiens dient den Nationalsozialisten als Sammel- und Durchgangslager für jüdische Gefangene aus dem Protektorat "Böhmen und Mähren", die später in Vernichtungslager deportiert werden sollen. Bis 1945 werden über 140.000 Jüdinnen und Juden in Theresienstadt eingesperrt und zu Zwangsarbeit verpflichtet, darunter auch etwa 15.000 Kinder. Von der NS-Propaganda wird das Lager als "Vorzeigeghetto" inszeniert.

Dass Theresienstadt diese Wirkungsfunktion nach außen haben soll, wird 1942 auf der Wannseekonferenz beschlossen. In dem Propagandafilm "Der Führer schenkt den Juden eine Stadt" wird suggeriert, dass in dem Lager ein weitgehend selbstbestimmtes Leben möglich sei. Es werden Lesungen, Theateraufführungen und Konzerte gezeigt. Tatsächlich lässt die SS Tausende Jüdinnen und Juden vor den Dreharbeiten in Vernichtungslager deportieren, damit das Ghetto weniger überfüllt wirkt. Diese Fassade wird auch aufrecht erhalten, als das Internationale Rote Kreuz 1944 zu einer Besichtigung von Theresienstadt anreist.

33.000 Menschen kommen in Theresienstadt ums Leben. Fast 90.000 werden von hier aus weiter in Vernichtungslager transportiert. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wird das Lager von der Roten Armee übernommen.

Schriftzug "Arbeit macht frei" am Eingang des ehemaligen Konzentrationslagers Theresienstadt in Terezin.
Schriftzug "Arbeit macht frei" am Eingang des ehemaligen Konzentrationslagers Theresienstadt in Terezin. Bildrechte: IMAGO / Schöning

1955: Ministerium für Staatssicherheit wird wieder eigenständiges Ministerium

Am 24. November 1955 wird das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) erneut in den Rang eines Ministeriums erhoben. Zwei Jahre zuvor wurde es zum Staatssekretariat (SfS) heruntergestuft, Unterorganisation des Innenministeriums heruntergestuft. Der Hintergrund war Die SED gab dem MfS eine Mitschuld am Volksaufstand vom 17. Juni 1953, da es nach Ansicht der Partei seiner Hauptarbeit in der Bekämpfung von Sabotageakten nicht nachgekommen war. Zur "Strafe" wurde es zum Staatssekretariat für Sicherheit (SfS) umbenannt. Der damalige Minister Wilhelm Zaisser wird abgesetzt und durch Ernst Wollweber ersetzt. 1957 übernimmt Erich Mielke den Ministerposten und baut das MfS zu einem allgegenwärtigen Überwachungsapparat aus.

1972: DDR wird in die UNESCO aufgenommen

Am 24. November 1972 wird die DDR in die UNESCO aufgenommen. Die Organisation setzt sich für die Bewahrung von Kulturstätten ein, die weltweit einmalig sind. Die DDR allerdings kümmerte sich wenig um das historische Erbe im eigenen Land. Heutige Welterbestätten wie die Stadt Quedlinburg verwahrlosten unter der SED-Führung. Schon 1955 wurde in der DDR eine nationale "Kommission für UNESCO-Arbeit" gegründet. Der Antrag auf die Mitgliedschaft wurde jedoch zunächst abgelehnt.

Erst der Grundlagenvertrag der beiden deutschen Staaten 1972 schafft die Voraussetzung dafür, dass die DDR am 24. November 1972 mit der Stimme der Bundesrepublik in die UNESCO aufgenommen wird. Allerdings zählt sie dort zu den wenig aktiven Mitgliedstaaten, da die DDR-Führung weniger an Welterbeschutz als an Selbstdarstellung interessiert ist.

1989: "Grüne Partei" der DDR konstituiert sich

Am 24. November 1989 konstituiert sich die "Grüne Partei" der DDR. Formell ins Leben gerufen wird sie aber erst auf ihrem Gründungsparteitag am 9. Februar 1990. Hervorgegangen waren die Grünen im Osten aus den diversen Umweltgruppen, die bereits seit Mitte der 1980er-Jahre unter dem Dach der Kirche in der DDR existiert hatten.

Bei der ersten freien Volkskammerwahl am 18. März 1990 bekommt die Grüne Partei lediglich zwei Prozent der Stimmen. Weil es damals keine Sperrklausel gibt, ziehen die Grünen jedoch mit immerhin acht Abgeordneten in die Volkskammer ein. Unter ihnen Vera Wollenberger (später Lengsfeld) und Matthias Platzeck, später SPD-Ministerpräsident von Brandenburg. Am 3. Dezember 1990 vereinigt sich die Grüne Partei mit den bundesdeutschen Grünen.

1991: Freddie Mercury stirbt

Am 24. November 1991 verstirbt Freddie Mercury im Alter von 45 Jahren an den Folgen einer Aids-Erkrankung. Bekannt wird Mercury, der mit bürgerlichem Namen eigentlich Farrokh Bulsara heißt, als Leadsänger der Band Queen, deren musikalischen Stil er maßgeblich prägt. Mit Titeln wie "Bohemian Rhapsody" (1975) oder "We are the Champions" (1977) schreibt die Band Musikgeschichte.

Als Queen im Februar 1991 das Album "Innuendo" veröffentlichte, war Mercurys Gesundheitszustand bereits kritisch. In den Medien verdichteten sich die Gerüchte über eine mögliche HIV-Infektion des Sängers, da er sich immer mehr aus der Öffentlichkeit zurückzog. Einen Tag vor seinem Tod machte Mercury seine Aids-Erkrankung öffentlich. Er stirbt in seinem Haus im Londoner Stadtteil Kensington. Sein Leichnam wird drei Tage später im West London Crematorium eingeäschert.  

Queen-Frontsänger Freddie Mercury bei einem Auftritt.
Queen-Frontsänger Freddie Mercury bei einem Auftritt. Bildrechte: Universal Music