#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 23. Oktober

1954: Pariser Verträge unterzeichnet

Am 23. Oktober 1954 unterzeichnete Bundeskanzler Konrad Adenauer die Pariser Verträge, in denen die Souveränität der Bundesrepublik festgelegt wurde. Mit Inkrafttreten 1955 endete auch der Besatzungsstatuts in Westdeutschland. Außerdem war damit auch der Beitritt zum Verteidigungsbündnis NATO und die Wiederaufrüstung verbunden.

(L-r): Pierre Mendes-France (Frankreich, Premierminister, Bundeskanzler Konrad Adenauer, Sir Anthony Eden (Großbritannien, Außenminister) und John Foster Dulles (USA, Außenminister) am 20.10.1954 in der Lobby des Palais Chaillot in Paris am Tag der Eröffnung der Vier-Mächte-Konferenz.
Pierre Mendes-France (Frankreich, Premierminister), Bundeskanzler Konrad Adenauer, Sir Anthony Eden (Großbritannien, Außenminister) und John Foster Dulles (USA, Außenminister) am 20. Oktober 1954 in Paris Bildrechte: dpa

1956: Beginn des Ungarn-Aufstandes

In Budapest forderten einige Studenten während einer Großkundgebung am 23. Oktober 1956 friedlich politische Reformen, ein Mehrparteiensystem und die Unabhängigkeit von der Sowjetunion. Aus den Studentenprotesten entwickelte sich der Ungarn-Aufstand, der sich landesweit ausbreitete. Zwei Wochen lang kämpften die Ungarn für ihre Unabhängigkeit, bis der Aufstand blutig von der Roten Armee niedergeschlagen wurde. Mehr als 3.000 Menschen kamen dabei ums Leben. Seit 1989 ist der 23. Oktober in Ungarn ein Nationalfeiertag.


1989: 300.000 Demonstranten bei Montagsdemo in Leipzig

Am 23. Oktober 1990 stieg die Teilnehmerzahl der Montagsdemonstrationen explosionsartig an. In Leipzig waren es 300.000 Menschen, die für Meinungs- und Reisefreiheit demonstrierten. Aber auch in anderen Städten wie Magdeburg, Dresden, Schwerin, Zwickau, Halle, Stralsund und Berlin gingen Zehntausende gegen das SED-Regime auf die Straße.
An diesem Tag protestierten die DDR-Bürger aber auch gegen die Wahl von Egon Krenz zum Staatsratsvorsitzenden. Nachdem das Politbüro den Rücktritt von Erich Honecker am 18. Oktober verkündete, sollte der SED-Politiker Egon Krenz die DDR in ruhigere Fahrwasser führen. Die Bürger lehnten das offen ab. Mit Sprüchen wie "Wir sind keine Fans von Krenz!" und "Egon allein, das darf nicht sein!" machten sie ihrem Unmut über die Personalie Luft.


2002: Geiselnahme im Moskauer Dubrowka-Theater

Am 23. Oktober 2002 brachten tschetschenische Terroristen mehr als 800 Geißeln im Moskauer Dubrowka-Theater in ihre Gewalt. Die Geiselnehmer forderten den sofortigen Abzug russischer Truppen aus Tschetschenien, die sich seit 1999 in der abtrünnigen Kaukasusrepublik befanden. Bei der Befreiung drei Tage später setzten russische Sicherheitskräfte ein unbekanntes Gasgemisch ein. An den Folgen des Gaseinsatzes starben 130 Menschen.