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#blickzurück: Kalenderblatt der GeschichteDas geschah am 9. November

Stand: 09. November 2021, 05:00 Uhr

2020: Biontech meldet Erfolg bei Corona-Impfstoff

2020 verkündeten die deutsche Firma Biontech und ihr US-Partner Pfizer den Durchbruch bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffes. Nachdem sich das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 im Frühjahr 2020 weltweit verbreitet hatte, sollte das Vakzin einen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie leisten. Das Präparat hatte sich in klinischen Tests als wirkungsvoll erwiesen. Im Dezember 2020 erhielt es für Personen ab 16 Jahren die Zulassung von der Europäischen Kommission. Seit dem 31. Mai 2021 ist es auch für Kinder und Jugendliche von zwölf bis 15 Jahre zugelassen. Bei dem Impfstoff von Biontech-Pfizer handelt es sich um einen sogenannten mRNA-Impfstoff. Das heißt, er enthält den Bauplan für einen Bestandteil des Coronavirus. Verimpft stimuliert das Vakzin die körpereigene Immunantwort. Es werden Antikörper gebildet, die eine Erkrankung verhindern. Nach Angaben der Unternehmen bietet der Impfstoff einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19.

1989: Premiere des DEFA-Spielfilms "Coming Out"

1989 feierte der DEFA-Spielfilm "Coming Out" Premiere. Das Publikumsinteresse war so groß, dass eine Doppelvorstellung angesetzt werden musste. Das DEFA-Drama ist das einzige Werk der DDR-Filmgeschichte, das Homosexualität thematisiert. Für die Umsetzung des Projektes musste der Regisseur Heiner Carow sieben Jahre lang kämpfen. Auf der Berlinale 1990 wurde er für sein Werk mit einem "Silbernen Bären" ausgezeichnet. Der Film handelt vom Lehrer Philipp und seiner Selbstfindung, nachdem er auf Matthias trifft und sich in ihn verliebt. Schlussendlich überwindet Philipp seine Ängste und bekennt sich zu seiner Homosexualität. "Coming Out" plädiert für Verständnis und Toleranz gegenüber jeglicher Art von Anderssein.

Für den DEFA-Film "Coming Out" wurde an authentischen Orten der Ost-Berliner Schwulenszene in Berlin Friedrichshain gedreht.  Bildrechte: MDR/Progress Film-Verleih/ Wolfgang Fritsche

1938: Terror in der Reichspogromnacht

1938 überfielen Mitglieder der Sturmabteilung (SA) und der Schutzstaffel (SS) jüdische Geschäfte und Synagogen in Deutschland. Sie demolierten Schaufenster, plünderten Wohnungen, zündeten Gottes- und Gemeindehäuser an und misshandelten die jüdische Bevölkerung. Die Zahl der Toten wird auf mindestens 1.400 geschätzt. Nachdem Juden im Deutschen Reich seit 1933 zunehmend ausgegrenzt, wirtschaftlich ruiniert und gedemütigt wurden, begann mit dem Novemberpogrom ihre systematische Verfolgung, Inhaftierung und Ermordung. Zehntausende emigrierten nach den Ausschreitungen ins Ausland. Der größte verbliebene Teil wurde vom NS-Regime bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Konzentrationslager deportiert und getötet. Insgesamt ermordeten die Nationalsozialisten sechs Millionen Juden in Europa.

In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 rufen die Nationalsozialisten dazu auf, jüdische Geschäfte und Synagogen zu zerstören. Auch die Scheiben dieser Druckerei fallen der Zerstörung zum Opfer. Bildrechte: imago/United Archives International

1918: Ausrufung der Deutschen Republik

1918 rief der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann die Deutsche Republik aus. Einen Tag später ging Kaiser Wilhelm II. ins niederländische Exil. Die Novemberrevolution erreichte damit ihr erhofftes Ziel: das Ende der Monarchie und die Errichtung der ersten deutschen Demokratie, der Weimarer Republik. Im Januar 1919 wählte das Volk zum ersten Mal eine Nationalversammlung, die am 6. Februar zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammenkam. Später wählte sie Friedrich Ebert zum Reichspräsidenten und verabschiedete eine Verfassung.

Philipp Scheidemann ruft am 9. November 1918 die Republik aus. Da es von dem historischen Moment keine Aufnahmen gibt, wird diese Fotografie zehn Jahre später nachgestellt. Bildrechte: dpa