#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 23. September

1938: Romy Schneider geboren

Vor 83 Jahren wurde Romy Schneider in Wien geboren und steht bereits mit 17 Jahren das erste Mal vor der Kamera. 1955 spielte sie die Kaiserin Sissi an der Seite von Karlheinz Böhm. Der Film war so erfolgreich, dass Romy Schneider quasi über Nacht weltberühmt wird. Es folgten weitere Filme: "Sissi – Die junge Kaiserin" (1956) und "Sissi – Schicksalsjahre einer Kaiserin" (1957).

Ein Jahr nach dem letzten Sissi-Film zog Romy Schneider nach Paris, wo sie als Schauspielerin arbeitete. Bei einer der Dreharbeiten lernte sie Alain Delon kennen. Die beiden waren fast fünf Jahre ein Paar, bevor er sich trennte. Nach der Trennung versucht Romy Schneider, sich das Leben zu nehmen. Weitere Beziehungen - u.a. mit dem deutschen Regisseur Harry Meyen, der auch der Vater ihres Sohnes David ist - scheiterten. Auch die Ehe mit ihrem Assistenten Daniel Biasini, Vater ihrer Tochter Sarah, hielt nicht.

Alain Delon und Romy Schneider in Der Swimmingpool
Alain Delon und Romy Schneider im Film "Der Swimmingpool" (1969). Bildrechte: imago/United Archives

Als sich ihr Sohn David im Mai 1981 bei dem Versuch, über einen Zaun zu klettern, lebensgefährlich verletzte und starb, zog sie sich endgültig zurück und versuchte sich mit Medikamenten und Alkohol zu betäuben. Im Mai 1982 starb Romy Schneider an Herzversagen.

1955: Hallstein-Doktrin tritt in Kraft

Bundeskanzler Konrad Adenauer verkündete im September 1955 einen außenpolitischen Grundsatz, der von seinem Staatssekretär Walter Hallstein ausgearbeitet wurde: Die Bundesrepublik werde keine Beziehungen zu Staaten unterhalten, die die DDR staatlich anerkennen. Und nicht nur das. Auch die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zur DDR werde, laut Hallstein, als feindlicher Akt gewertet. Am 23. September 1955 wurde die Aufnahme dieser Doktrin in die westdeutsche Außenpolitik in einer Regierungserklärung offiziell bekannt gegeben. 1969 wurde dieser Grundsatz unter Willy Brandt durch die Scheel-Doktrin ersetzt, in der eine Anerkennung der DDR weiter als störend, aber nicht mehr den Duktus der "Politik der Nichtanerkennung" hatte. 1972 wurden die Hallstein- und Scheel-Doktrin mit dem Grundlagenvertrag aufgehoben.

1983: Deutsche AIDS-Hilfe e.V. gegründet

Nach dem 1981 die ersten AIDS-Krankheitsfälle auftraten, wurde zwei Jahre später die Deutsche Aidshilfe e.V. (DAH) in Berlin gegründet. Der Grund: 1983 machten die westdeutschen Massenmedien die Krankheit zum Thema und Berichte über die rasante Verbreitung von Aids verbreiteten Angst. Um einer Panik entgegenzuwirken, verschickte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Broschüren wie "AIDS – Was Sie über AIDS wissen sollten" an sämtliche Haushalte in Westdeutschland. Seit 1987 wurde in der BRD auch in TV-Spots und auf Plakaten mit dem Slogan "GIB AIDS KEINE CHANCE" vor der Gefahr gewarnt.

In der DDR waren 1987 nur 70 Infizierte bekannt - aber die Sorge vor weiteren Infizierungen stieg. 1988 zeigte das "Deutsche Hygiene-Museum der DDR" die erste Ausstellung zum Thema Aids in der DDR. Für Aufsehen sorgte dabei weniger der Ausstellungsort. Bemerkenswert war vielmehr der Titel der Ausstellung: "Gib AIDS keine Chance". Die Organisatoren übernahmen den mit großem Erfolg im Vorjahr eingeführten Slogan der westdeutschen BZgA - weil ihnen der ursprünglich angedachte Titel "AIDS – ein Schatten auf unserer Welt" zu düster schien.