#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 4. September

1813: "Geburtstag" des Skat-Spiels

In der Kladde von Carl Leopold von der Gabelentz tauchte am 4. September 1813 unter einer Spielabrechnung zum ersten Mal der Begriff "Scat" auf. Dies war die erste aktenkundige Erwähnung, der Tag gilt seitdem als Geburtstag des beliebten Kartenspiels. Von der Gabelentz hatte das Spiel zusammen mit Hans Carl Leopold Schuderoff, Friedrich Ferdinand Hempel und Carl Christian Adam Neefe in Altenburg entwickelt. Es basiert auf Kartenspielen wie Wendischer Schafkopf oder L'Hombre. 1886 wurde auf dem ersten Skat-Kongress mit ungefähr 1.000 Teilnehmern die "Allgemeinde Deutsche Skatordnung" beschlossen. Uneinig waren sich die Spieler allerdings noch in der Frage, ob mit deutschem oder französischem Blatt und mit Zahlen- oder Farbenreizen gespielt werden sollte. Zumindest die letzte Frage wurde im Verlauf des Ersten Weltkrieges beantwortet. Skat wurde ein beliebter Zeitvertreib unter Soldaten, von denen die meisten mit Zahlenreizen spielten.

1974: Diplomatische Beziehungen zwischen DDR und USA

Als letzte Westmacht nahmen am 4. September 1974 die USA diplomatische Beziehungen zur DDR auf. Am 9. Dezember desselben Jahres öffneten die Botschaften der beiden Länder in Washington D.C. und Ost-Berlin. Seit der Gründung der DDR hatten die USA das Land aufgrund seiner kommunistischen Ausrichtung nicht als legitimen Staat anerkannt. Nicht zuletzt der Mauerbau war für die USA ein Zeichen gewesen, dass die DDR Menschenrechte missachtete.

Die 1970er Jahre waren von einer Entspannungspolitik zwischen beiden deutschen Staaten gekennzeichnet, die die DDR zu mehr Weltoffenheit bewog. Die Unterzeichnung des Grundlagenvertrags 1972 ermöglichte es der DDR, Mitglied der Vereinten Nationen zu werden. Nun waren auch diplomatische Beziehungen zum "Klassenfeind" USA möglich.

Diese Phase der Entspannung währte allerdings nur kurz. Bereits Ende der 1970er-Jahre verschlechterte sich das Verhältnis wieder. Die DDR blieb für die USA ein "unbelehrbarer Hardliner-Staat", wie es der Staatswissenschaftler Frank Ettrich beschrieb. Weder ein angestrebtes Handels- noch ein Kulturabkommen kamen in der Zeit zustande.

Helmut Schmidt, Erich Honecker, Gerald Ford und Bruno Kreisky
Erst ein Jahr, nachdem die DDR und die USA ihre diplomatischen Beziehungen aufgenommen hatten, trafen sich 1975 die beiden Staatschefs Erich Honecker und Gerald Ford (Mitte) zum ersten Mal auf der KSZE-Konferenz in Helsinki. Bildrechte: dpa

1991: Gorbatschow erkennt Unabhängigkeit der baltischen Staaten an

Der sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow genehmige die Unabhängigkeit der baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen – so meldeten es die Vertretungen der baltischen Länder in Moskau am 4. September 1991. In den Folgetagen wurde ein Dekret erarbeitet, in dem die Sowjetunion die Unabhängigkeit der drei Staaten anerkenne und diplomatische Beziehungen mit den drei Ländern aufnehme. Litauen hatte sich bereits am 11. März 1990 von Russland losgesagt. Am 4. Mai 1990 hatte Lettland seine Unabhängigkeit von Moskau erklärt, vier Tage später folgte Estland. Ende August 1991 war in Moskau gegen den russischen Präsidenten Gorbatschow geputscht worden. Die Unabhängigkeit der baltischen Staaten war ein weiterer Schritt, der die Auflösung der UdSSR voranbrachte.

Michael Gorbatschow im Juli 1990 auf dem 28. KPdSU-Kongress
UdSSR-Staatschef Michail Gorbatschow im Juli 1990 Bildrechte: IMAGO

2006: Erster Airbus-Testflug mit Passagieren

Ein erster Testflug des Airbus A380 mit Passagieren startete 2006 in Toulouse. Mehr als 500 Mitarbeitende von Airbus durften an dem siebunstündigen Flug teilnehmen und das neue Flugzeug testen. Der A380 kann bis zu 853 Passagiere befördern und ist damit das größte zivile Verkehrsflugzeug, das jemals in Serie produziert wurde. 2019 vermeldete der Airbus, dass der Konzern die Produktion des Flugzeugs einstellen werde. Selbst für Langstreckenflüge seien Herstellung und Wartung der Riesenmaschine nicht mehr rentabel.

Airbus 380 steht im Hanger der Elbe Flugzeugwerke Dresden
Ein Airbus A380 am Dresdner Flughafen Bildrechte: Tino Plunert