#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 28. November

1924: "Der Zauberberg" veröffentlicht

In dem von Thomas Mann am 28. November 1924 veröffentlichten Roman "Der Zauberberg" will Protagonist Hans Castorp drei Wochen im Sanatorium von Davos verbringen – am Ende bleibt er sieben Jahre.

Die Idee zu seinem Buch bekommt Mann bei einem Besuch in einer Kureinrichtung in Davos, wo er 1912 seine Frau Katja besucht. Er möchte eigentlich nur eine kurze und amüsante Novelle über eingebildete Mediziner und Kranke, die sich alle möglichen Symptome einbilden, schreiben. Doch das Buch wächst über die Jahre und wird letzten Endes ein 1000 Seiten dicker Roman.

Der Author Thomas Mann
Thomas Mann Bildrechte: imago/ZUMA/Keystone

Das Buch löst bei Ärzten Proteste aus. Auch die Kureinrichtung in Davos befürchtet, dass niemand mehr zur Kur kommen könnte. Sie versuchten deshalb Erich Kästner dafür zu gewinnen, einen "heiteren Gegenroman" zu schreiben. Die Nobelpreisjury in Stockholm versagte Thomas Mann 1929 für seinen Roman den Literaturnobelpreis. Diesen bekam er dann für "Die Buddenbrocks".

1943: Konferenz von Teheran

Vom 28. November bis 1. Dezember 1943 findet in der sowjetischen Botschaft in Teheran die Konferenz der "Großen Drei" statt. Teilnehmer sind der US-Präsident Franklin D. Roosevelt, der britische Premierminister Winston Churchill und der sowjetische Staatschef Josef Stalin.

Josef Stalin, Harry S. Truman und Winston Churchill
Die "Konferenz in Teheran" von 1943. Bildrechte: imago/United Archives International

Ziel der Konferenz ist es, den weiteren Kriegsverlauf zu planen und die Neuordnung Europas nach einem Sieg der Allierten über die Deutschen zu besprechen. Dabei geht es detailliert um die Aufteilung Deutschlands. Churchill schlägt eine Zweiteilung (Nord und Süd) vor. Wobei die südliche Hälfte mit Österreich und Ungarn zu einer "Donauförderation" zusammengeschlossen werden sollen. Dem widersetzt sich Stalin. Roosevelt schlägt eine Bildung von fünf unabhängigen Einzelstaaten.

Letzendlich akzeptieren die Westmächte die sowjetischen Forderungen nach den Westgrenzen von 1941. Diese entsprechen den im Hitler-Stalin-Pakt vom Deutschen Reich zugestandenen und später vollzogenen Gebietsweiterungen der Sowjetunion.

1989: Kohl stellt Zehn-Punkte-Programm vor

Vor 32 Jahren stellt Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) sein "Zehn-Punkte-Programm zur Überwindung der Teilung Deutschlands und Europas" vor. Die "Wiedergewinnung der staatlichen Einheit Deutschlands" sei aktuell das vorrangige politische Ziel, so Kohl. Ziel sei weiterhin die Schaffung einer bundesstaatlichen Ordnung in Deutschland in einem Zeitraum von fünf bis zehn Jahren. "Wie ein wiedervereinigtes Deutschland aussehen wird, weiß heute niemand. Dass aber die Einheit kommen wird, wenn die Menschen sie wollen, dessen bin ich mir sicher", sagt Helmut Kohl im Bundetag.

Der Bundeskanzler fordert in seinen "Zehn Punkten" humanitäre und wirtschaftliche Hilfe für die DDR, freien Reiseverkehr und politische Zusammenarbeit mit der DDR, das Ende der SED-Einparteienherrschaft, freie und geheime Wahlen, Abschaffung der Planwirtschaft. Außerdem soll mit der DDR eine Vertragsgemeinschaft geschlossen werden, um eine Grundlage für die deutsche Wiedervereinigung zu schaffen.

Am selben Tag treffen sich die DDR-Blockparteien das letzte Mal. Durch Kohls Forderung nach dem Ende der SED-Einparteiherrschaft treten die CDU am 4. Dezember, LDPD und DBD am 5. Dezember und die NDPD am 7. Dezember aus den Blockparteien aus. An diesem Tag tagt auch das erste mal der "Runde Tisch".