Historische Jahrestage, Jubiläen, Ereignisse #blickzurück: 26. April

Warschauer Pakt verlängert

1985 beschlossen die Mitgliedsstaaten des Warschauer Paktes, das Militärbündnis um weitere 30 Jahre zu verlängern. Ohne eine Verlängerung wäre das Bündnis im Juni 1985 ausgelaufen. Der Warschauer Pakt galt als Gegenstück zum westlichen Verteidigungsbündnis NATO. Als die Bundesrepublik 1955 der NATO beitrat, gründeten noch im selben Jahr acht osteuropäische Staaten, darunter die UdSSR und die DDR, den Warschauer Pakt. Dieser war jedoch kein Bündnis gleichberechtigter Länder. In erster Linie diente er der Sowjetunion dazu, ihr Machtmonopol in Osteuropa zu sichern und die sozialistischen Satellitenstaaten zu kontrollieren. Der Pakt hielt jedoch nicht die weiteren vereinbarten 30 Jahre: Bereits 1990 trat die DDR aus dem Pakt aus, weitere Mitgliedstaaten folgten, sodass er 1991 komplett aufgelöst wurde.

Am 11.12.1987 treffen führende Vertreter  der Warschauer-Pakt-Staaten in Ostberlin zusammen um im Zusammenhang mit dem INF-Vertrag ein Abkommen über gegenseitige Inspektionen zwischen der DDR, der UdSSR und der CSSR zu unterzeichnen. Hier die Repräsentanten der DDR (l-r) Ministerratsvorsitzender Willi Stoph, Staatsratsvorsitzender Erich Honecker, Außenminister Oskar Fischer und Verteidigungsminister Heinz Keßler. |
Treffen der Regierungschefs des Warschauer Paktes 1987 in Ost-Berlin Bildrechte: dpa

Reaktorkatastrophe in Tschernobyl

1986 kam es im Atomkraftwerk Tschernobyl nahe der ukrainischen Stadt Prybjat zum bis dahin schwersten Unfall in der Geschichte der Kernenergie. Eine Sicherheitsprüfung des Reaktorblocks 4 geriet außer Kontrolle - Techniker missachteten Sicherheitsstandards und führten die Tests fehlerhaft durch. Es kam zu einer unkontrollierbaren Kettenreaktion, die den Reaktorkern zerstörte und das Dach der Anlage einstürzen ließ. Erst zwei Tage später informierte die sowjetische Nachrichtenagentur Tass die Bevölkerung über den Vorfall. In der Folge mussten mehr als 330.000 Menschen ihren Wohnort verlassen. Neben Gebieten in den damaligen Sowjetrepubliken Ukraine, Russland und Belarus wurden 14 weitere Staaten mit Radioaktivität kontaminiert. Noch heute sind auch Regionen in Deutschland weiterhin radioaktiv belastet. Galt das Kraftwerk Tschernobyl vor dem Unfall noch als Musterbeispiel in der Sowjetunion, steht es heute sinnbildlich für die Gefahren der Kernkraft. Der GAU von Tschernobyl führte zu massiven Protesten gegen die Atomenergie, die durch die Atomkatastrophe von Fukushima im Jahre 2011 erneut in die Öffentlichkeit rückten.

Alte Luftaufnahmen vom zerstörten Kernkraftwerks Tschernobyl bei Prypjat. 3 min
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"Auschwitz-Lüge" unter Strafe gestellt

1994 entschied das Bundesverfassungsgericht, dass die "Auschwitz-Lüge" strafbar ist. Wer demnach den Holocaust leugnet oder verharmlost, äußert nicht seine Meinung, sondern stellt eine falsche Tatsache auf. Das BVG bestätigte mit seiner Entscheidung ein Urteil des Bundesgerichtshofes. Anlass war eine Verfassungsbeschwerde der rechtsextremen Münchner NPD, die das Verbot für eine ihrer Veranstaltungen im Jahre 1991 aufheben wollte. Die "Auschwitz-Lüge" war zuvor unter den Straftatbestand der Beleidigung gefallen, nun galt sie als Volksverhetzung. Dieser Beschluss gilt bis heute: Wer in Deutschland den Holocaust leugnet, muss mit einer Geldstrafe oder Freiheitsentzug von bis zu fünf Jahren rechnen. Auch in anderen europäischen Ländern, wie zum Beispiel Österreich, Belgien oder den Niederlanden, droht Holocaustleugnern eine Strafe.

KZ Auschwitz-Birkenau
Blick auf das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau Bildrechte: dpa

Amoklauf am Erfurter Gymnasium

2002 erschoss ein ehemaliger Schüler des Gutenberg-Gymnasiums in Erfurt bei einem Amoklauf 16 Menschen, darunter zwölf Lehrkräfte und zwei Schüler. Anschließend tötete er sich selbst. Der 19-Jährige Robert Steinhäuser war ein halbes Jahr zuvor der Schule verwiesen worden. Steinhäuser war Mitglied eines Sportschützenvereines. Damit gelang er an die Sportwaffe, mit der er das Massaker beging. Die Tat in Erfurt war einer der ersten Amokläufe an einer Schule in Deutschland. In der Folge erarbeiteten Schulen bundesweit Notfallpläne für den Fall eines Amoklaufs. Außerdem wurde das Waffengesetz in Deutschland verschärft sowie das Jugendschutzgesetz. Steinhäuser hatte vor der Tat häufig sogenannte "Killerspiele" auf seinem Computer gespielt.