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#blickzurück: Kalenderblatt der GeschichteDas geschah am 17. März

Stand: 17. März 2022, 05:00 Uhr

1920: Kapp-Putsch scheitert

Am 17. März 1920 scheitert der Umsturzversuch der Freikorpssoldaten unter der Führung des Politikers Wolfgang Kapp und des Generals Walther von Lüttwitz. Die Putschisten hielten vier Tage lang das Regierungsviertel Berlins besetzt.
Im Versailler Vertrag von 1919 wird die Alleinschuld des Deutschen Reiches am Ersten Weltkrieg und eine Reduzierung der Berufsarmee auf 100.000 Soldaten festgelegt. Der Frust der entlassenen Soldaten trifft auf die Umsturzpläne der von Wolfgang Kapp gegründeten rechtsgerichteten "Deutschen Vaterlands-Partei". Es ist der erste rechtsextreme Anschlag auf die 1918 gegründete Weimarer Republik.

Wolfgang Kapp (1858-1922), der Gründer der rechtsradikalen Deutschen Vaterlands-Partei (1917) und Initiator des Kapp-Putsches, nach dem Putschversuch auf der Flucht in einem Flugzeug. Bildrechte: dpa

1926: Schriftsteller Siegfried Lenz wird geboren

Am 17. März 1926 wird der Schriftsteller Siegfried Lenz in Ostpreußen geboren. Er ist einer der bedeutendsten Autoren der Nachkriegszeit. Zu seinen bekanntesten Romanen zählen "Deutschstunde", "Heimatmuseum" oder "Die Auflehnung". 2014 stirbt Siegfried Lenz in Hamburg.

Die Bücher von Siegfried Lenz erscheinen in rund 30 Ländern und werden in 22 Sprachen übersetzt. Bildrechte: imago images/teutopress

1952: DDR beschließt Schaffung von Kulturhäusern

Am 17. März 1952 wird in der DDR die Schaffung von Kulturhäusern für Erwachsenenbildung beschlossen. Mit den Jahren entstehen im Osten rund 2.000 dieser Einrichtungen, in denen Tanz, Vorträge, Jugendweihen oder Versammlungen veranstaltet werden. Heute sind viele der Kulturhäuser sanierungsbedürftig oder verfallen.

In dem Kulturhaus Zinnowitz finden bis in die 1980er-Jahre Kulturveranstaltungen statt. Nach der Wende 1989 verfällt es. Seit ein paar Jahren wird das ehemalige Kulturhaus saniert und zu Wohnungen umgebaut. Bildrechte: IMAGO / fossiphoto

1990: Warschauer Pakt erkennt Recht auf deutsche Vereinigung an

Am 17. März 1990 erkennen die Außenminister der Vertragsstaaten des Warschauer Pakts das Recht der Deutschen auf Wiedervereinigung und Selbstbestimmung an. Als Sicherheitsgarantie soll Deutschland im Gegenzug auf Vernichtungswaffen verzichten und die Oder-Neiße-Grenze zu Polen endgültig anerkennen.
Die Außenminister können sich aber nicht auf eine mögliche NATO-Mitgliedschaft des wiedervereinigten Deutschlands einigen. Die Tschechoslowakei, Ungarn und Polen sprechen sich dafür aus. Die Sowjetunion hingegen lehnt das ab.

1992: Südafrika stimmt gegen Apartheid

Am 17. März 1992 beendet Südafrika per Referendum die Apartheid. In der nur weißen Bürgern vorbehaltenen Abstimmung sprechen sich rund 70 Prozent für das Ende der Rassentrennung aus. Damit wird der Weg frei für eine neue Verfassung. 1994 gibt es die ersten freien Wahlen in der Geschichte des Landes. Bei denen erringt der Afrikanische Nationalkongress von Nelson Mandela die absolute Mehrheit. Mandela wird am 9. Mai 1994 zum Staatspräsidenten gewählt.

In Erinnerung geblieben ist Nelson Mandela als Kämpfer gegen die Apartheid, als erster schwarzer Staatspräsident in Südafrika – und als Mensch, der 27 Jahre in Haft lebte. Bildrechte: dpa