Historische Jahrestage, Jubiläen, Ereignisse #blickzurück: 20. Juni

1991: Berlin soll Regierungssitz werden

Am 20. Juni beschließt der Bundestag, dass Berlin zu deutschen Hauptstadt wird und auch die Regierung vom weit im Westen liegenden Bonn in den Osten ziehen soll. Diese Regelung legt bereits der Einigungsvertrag vom 31. August 1990 nah. Ebenso wie das Grundgesetz, indem Berlin als Hauptstadt genannt wird. Tatsächlich hat Berlin in der Zeit vor der Abstimmung im Bundestag keine Mehrheit. Noch vier Tage vor der Entscheidung ergibt eine Umfrage unter den 662 Bundestagsabgeordneten, dass 267 für Berlin und 343 für Bonn sind. Denn die Stadt am Rhein ist mehr als 40 Jahre lang Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland gewesen. 1999 ziehen Parlament und Regierung nach Berlin. Sechs Ministerien aber bleiben in Bonn: Verteidigungsministerium, Ernährung und Landwirtschaft, Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Umweltministerium, Gesundheitsministerium und Ministerium für Bildung und Forschung.

  • 1977: Ausreise Manfred Krug

    Am 20. Juni 1977 reist Manfred Krug gemeinsam mit seiner Frau Ottilie und den drei Kindern nach Westberlin aus. Krug wählt den Weg über die Glienicker Brücke, die bekannt ist als Ort für Agentenaustausch. Im Westen warten bereits zahlreiche Journalisten auf den prominenten Übersiedler vor seiner bereits vorher angemieteten neuen Bleibe in Berlin-Schöneberg. In einem ersten Interview mit der ARD sagt Manfred Krug, dass er sein Publikum und seine Freunde vermissen werde.

    Krug hatte ein Jahr zuvor eine Petition gegen die Ausbürgerung seines Kollegen Wolf Biermann unterzeichnet. Es folgt berufliche Isolation. Konzerte werden ohne Angabe von Gründen abgesagt, Rollenangebote bleiben aus. Im März 1977 steht für Krug fest: Er wird die DDR verlassen. Nachdem Krug am 19. April 1977 offiziell einen Ausreiseantrag gestellt hat, bemüht sich die Staatsführung plötzlich und in quasi letzter Minute, ihren Star zum Bleiben zu bewegen. Doch Krug lässt sich nicht mehr umstimmen.

    1948: Währungsreform im Westen

    Dass Deutschland auf eine gewaltige Wirtschaftskrise zusteuern wird, ist den alliierten Siegermächten bereits nach Kriegsende klar. Zwar gibt es die alte Reichsmark in Hülle und Fülle, doch nichts, was man hätte dafür kaufen können. Pläne für eine grundlegende deutsche Währungsreform gibt es daher bereits seit 1946. Entsprechend dem Potsdamer Abkommen soll Deutschland trotz Einteilung in Besatzungszonen eine wirtschaftliche Einheit bilden. Doch da sich die Sowjetunion als "Risiko" für eine geplante und notwendige Reform entpuppt, beschließen die westlichen Besatzungsmächte England, Vereinigten Staaten und Frankreich bereits im September 1947, im Alleingang die Deutsche Mark (DM) einzuführen. Im Oktober 1947 beginnt der Druck der Banknoten in den Vereinigten Staaten. Insgesamt 23.000 Kisten mit gedruckten Scheinen werden bis April 1948 in einer Geheimaktion von Amerika nach Bremerhaven geschickt. Der Code-Name der Operation lautet "Bird Dog". Am Morgen des 20. Juni 1948 wird die D-Mark ab 8 Uhr früh ausgegeben.

    1908: Melitta Bentz erhält Kaffeefilter-Patent

    Kaffeekrümel zwischen den Zähnen - für Hausfrau Melitta Bentz aus Dresden unerträglich. Sie will Abhilfe schaffen - und greift 1908 zu Hammer und Nagel und durchlöchert damit den Boden eines Messingtopfs. Darauf legt sie zugeschnittenes Löschpapier aus den Schulheften ihrer Söhne. Den Topf stellt sie auf eine Kanne, gibt Kaffeepulver hinzu, heißes Wasser und schon tropft der Kaffee klar und ohne Satz in die Kanne. Der Kaffeefilter ist erfunden. Und mit ihm geht die Idee für das Unternehmen "Melitta" einher. Am 20. Juni 1908 erhält sie vom Kaiserlichen Patentamt zu Berlin das Patent für den "Kaffeefilter mit nach unten gewölbtem, mit einem Abflussloch versehenen Boden und lose einliegendem Siebe".