#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 22. Januar

1891: Erstes Kreuzfahrt-Schiff sticht in See

Am 22. Januar 1891 sticht in Cuxhaven das erste Kreuzfahrt-Schiff der Welt in See. 241 Passagiere sind auf der luxuriösen Reisen an Board in Richtung Mittelmeer. Erstmals in der Geschichte dient eine Schifffahrt nicht der Überquerung, sondern lediglich dem Vergnügen. Die Idee dazu stammt von Hapag-Direktor Albert Ballin, der den üblichen Einbruch der Auslastung der Passagierdampfer in den Wintermonaten nicht hinnehmen will. Die 145 Meter lange "Augusta Victoria" steuert 13 Häfen an. Insgesamt dauert die Reise 57 Tage.

Schnelldampfer Augusta Viktoria
Bildrechte: IMAGO / Arkivi

1985: "Versöhnungskirche" im Todesstreifen gesprengt

Am 22. Januar 1985 lässt die DDR-Regierung in Ost-Berlin das Kirchenschiff, also den zentralen Raum, der "Versöhnungskirche" sprengen. Eine Woche später wird auch der Turm gesprengt. Die Kirche war seit dem Mauerbau 1961 nicht mehr zugänglich, da sie in der Bernauer Straße im sogenannten "Todesstreifen" liegt. Da das ungenutzte Gebäude der weiteren Sicherung des Grenzgebietes im Weg ist, muss es schließlich weichen. Nach der Wiedervereinigung erhält die evangelische Gemeinde das Grundstück zurück und errichtet auf den alten Fundamenten eine neue Kapelle.

Sprengung der Versöhnungskirche in Berlin
Bildrechte: IMAGO / Günter Schneider

Die innerdeutsche Grenze - damals & heute

Elbedeich, bei Lauenburg 1984/2013
Über eine Strecke von knapp 100 Kilometern war die Elbe innerdeutscher Grenzfluss. Hier die Grenzanlagen beim schleswig-holsteinischen Lauenburg 1984 und der Deich in einer Aufnahme von 2013. Bildrechte: Jürgen Ritter
Elbedeich, bei Lauenburg 1984/2013
Über eine Strecke von knapp 100 Kilometern war die Elbe innerdeutscher Grenzfluss. Hier die Grenzanlagen beim schleswig-holsteinischen Lauenburg 1984 und der Deich in einer Aufnahme von 2013. Bildrechte: Jürgen Ritter
Berlin Bernauer Straße /Gartenstr. 1982/2012
Grenze an der Bernauer Straße/Gartenstraße in Berlin, Aufnahme von 1982. Heute befindet sich dort die Gedenkstätte Berliner Mauer, Aufnahme von 2012. Bildrechte: Jürgen Ritter
Berlin Mauerkreuze in der Nähe des Spreeufers am Reichstag erinnern an die Mauertoten. - Fahrradfahrer vor dem im Boden eingelassenen Mauererinnerungsstreifen.
In West-Berlin gedenken die Menschen in der Nähe des Spreeufers am Reichstag mit Kreuzen der Mauertoten, Aufnahme von 1982. Heute erinnert ein in den Boden eingelassener Streifen an die Mauer, Aufnahme von 2012. Bildrechte: Jürgen Ritter
Berlin Zimmerstraße "Trabi World" 1982 und 2012
Die Mauer an der Zimmerstraße in Berlin, Aufnahme von 1982. Heute ist dort Ostalgie angesagt, Aufnahme von 2012. Bildrechte: Jürgen Ritter
Berlin, Ebertstraße 1985/2013
Das Wahrzeichen Berlins, das Brandenburger Tor, befand sich seit dem Mauerbau am 13. August 1961 mitten im Sperrgebiet und konnte weder von Osten noch von Westen durchquert werden. Am 22. Dezember 1989 wurde es wieder geöffnet. Bildrechte: Jürgen Ritter
Versöhnungskirche Berlin Bernauer Straße 1982/2012
Die Versöhnungskirche an der Bernauer Straße in Berlin lag direkt im Mauerstreifen und wurde 1985 auf Betreiben der DDR-Regierung gesprengt, Aufnahme von 1982. Nach der Wende ließ die Gemeinde an dieser Stelle die Versöhnungskapelle errichten, Aufnahme von 2012. Bildrechte: Jürgen Ritter
Verbindungsstraße zwischen Neustadt und Sonneberg 1985/2013
Nur wenige Kilometer liegen zwischen der thüringischen Stadt Sonneberg und dem fränkischen Neustadt. Früher trennte sie die innerdeutsche Grenze. Aufnahmen von 1985 und 2013. Bildrechte: Jürgen Ritter
Grenzschneise bei Görsdorf bei Sonneberg 1984/2010
Bäume und Büsche hatten auf dem Todesstreifen an der grünen Grenze, wie hier beim thüringischen Görsdorf bei Sonneberg, nichts zu suchen. Aufnahme von 1984. Noch heute ist der Verlauf der ehemaligen Grenze am Baumwuchs klar zu erkennen. Aufnahme von 2010. Bildrechte: Jürgen Ritter
Straße zwischen Eichholz nahe Lübeck und Herrnburg 1984/2013
Herrnburg in Mecklenburg-Vorpommern lag früher in der ostdeutschem Sperrzone, die man nur mit Sondergenehmigung betreten durfte, Aufnahme von 1984. Heute ziehen die Menschen wegen der Nähe zur Hansestadt Lübeck gern hierher, Aufnahme von 2013. Bildrechte: Jürgen Ritter
Oebisfelde, an der Bahnstrecke Wolfsburg-Berlin 1982/2013
Die Grenze in Oebisfelde in Sachsen-Anhalt, Aufnahme 1982. Heute führt hier die ICE-Strecke von Hannover nach Berlin vorbei, Aufnahme von 2013. Bildrechte: Jürgen Ritter
Potsdam, Straße am Waldrand 1982/2010
Die Straße "Am Waldrand" in Potsdam lag früher auch am "Zonenrand". Der Wald gehörte zu West-Berlin. Aufnahmen von 1982 und 2010 Bildrechte: Jürgen Ritter
Die Mauer bei Oebisfelde 1984/2013
Ein Turm ist weg: Blick auf Oebisfelde in Sachsen-Anhalt 1984 und 2013. Bildrechte: Jürgen Ritter
Hötensleben Kreis Oschersleben 1982/2011
Das Dorf Hötensleben in Sachsen-Anhalt lag direkt an der Grenze, Aufnahme von 1982. Heute kommt man auf direkten Weg nach Niedersachsen, Aufnahme von 2011. Der Ort hat einen Teil der Grenzanlagen als Denkmal stehen gelassen. Bildrechte: Jürgen Ritter
Waddekath, nahe Wittingen Nds. Verbindungsstraße 1984/2013
Die Grenze bei Waddekath in Sachsen-Anhalt. Aufnahmen von 1984 und 2013 Bildrechte: Jürgen Ritter
an der B6 bei Stapelburg östlich von Eckertal 1984/2013
Stapelburg in Sachsen-Anhalt, hier in Aufnahmen von 1984 und 2013, ist heute ein Ausgangspunkt für Wanderungen auf dem Harzer Grenzweg. Bildrechte: Jürgen Ritter
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Elbedeich, bei Lauenburg 1984/2013
Über eine Strecke von knapp 100 Kilometern war die Elbe innerdeutscher Grenzfluss. Hier die Grenzanlagen beim schleswig-holsteinischen Lauenburg 1984 und der Deich in einer Aufnahme von 2013. Bildrechte: Jürgen Ritter

2021: UN-Atomwaffenverbotsvertrag in Kraft

Am 22. Januar 2021 tritt der UN-Atomwaffenverbotsvertrag in Kraft, der von 51 Staaten ratifiziert wird. Er verbietet den Besitz von Atomwaffen, deren Entwicklung und die Existenz von nuklearen Allianzen. Aber alle Nuklearmächte, darunter Deutschland, lehnen den Vertrag ab. Der ehemalige Außenminister Heiko Maas erklärt: "Wenn man sich lediglich verabschiedet, und sagt 'Wir wollen damit nichts mehr zu tun haben', wird das nicht dazu führen, dass es auch nur eine Atombombe weniger auf der Welt gibt." Die Bundesregierung beruft sich auf den Atomwaffensperrvertrag als wirksames Instrument für Abrüstung. Der 1970 in Kraft getretene Vertrag regelt das Verbot der Verbreitung und die Verpflichtung zur Abrüstung von Kernwaffen sowie das Recht auf eine friedliche Nutzung der Kernenergie. Abrüstungsaktivisten betonen: De Vertrag von 1970 verbietet aber nicht die Nutzung von atomaren Waffen, anders als der UN-Atomwaffenverbotsvertrag von 2021.

Ein Mann mit Mundschutz und einem Schild >>Atomwaffen sind verboten<<
Der Atomwaffenverbotsvertrag ist seit dem 22. Januar 2021 in Kraft. Er verbietet die Nutzung und Weiterentwicklung von Atomwaffen und deren Programme. Deutschland hat den Vertrag nicht ratifiziert. Bildrechte: IMAGO / Leonhard Simon