#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 2. April

2010: Karfreitagsgefecht in Afghanistan

Am 2. April 2010 fallen drei Bundeswehrsoldaten bei einem Gefecht im afghanischen Kundus. Eine Fallschirmjägereinheit der Bundeswehr hat den Auftrag, Sprengfallen aufzuspüren, als radikal-islamische Taliban sie in einen Hinterhalt locken und das Feuer gegen sie eröffnen. Das Gefecht dauert neun Stunden an, drei deutsche Soldaten sterben, acht werden verwundet. Nur zwei Wochen später kommen bei einem anderen Gefecht vier weitere Soldaten ums Leben. Es folgt Kritik, dass die Bundeswehr zu schlecht ausgerüstet und organisiert sei für ihren Einsatz in Afghanistan.

Trauerfeier für getöteten Soldaten
Bundeswehrsoldaten 2010 bei der Beisetzung eines Kameraden, der in Afghanistan getötet wurde Bildrechte: IMAGO / photothek

2005: Papst Johannes Paul II. stirbt

Am 2. April 2005 stirbt Papst Johannes Paul II. nach langjähriger Parkinson-Krankheit. Der als Karol Józef Wojtyła geborene Pole studiert Theologie und Philosophie in Krakau. 1946 empfängt er die Priesterweihe, wird zum Erzbischof von Krakau und zum Kardinal ernannt, ehe er 1978 zum Papst gewählt wird. Er ist damit der erste Nicht-Italiener seit 1523 und der erste Pole überhaupt in diesem Amt. Während der 1980er-Jahre unterstützt er die Gewerkschaft Solidarność und beeinflusst damit die Demokratisierung in Polen. Johannes Paul II. setzt sich außerdem für die Annäherung mit anderen Religionen ein und wird 2014 heiliggesprochen. Dennoch vertritt der Papst auch durchaus kontroverse Positionen. So verurteilt er den Gebrauch von Kondomen in Afrika trotz der AIDS-Epidemie Anfang der 1990er-Jahre und bezeichnet Abtreibung als Mord.

1990: Studierendenproteste in der DDR

Am 2. April 1990 demonstrieren Tausende Studierende in der DDR für mehr Mitspracherecht an Hochschulen und für die Absicherung ihrer Lebensbedingungen. Wegen der anstehenden politischen Reformen fürchten die Studierenden zu wenig Unterstützung vom Staat. So fordern Studierende in Berlin ausreichend erschwingliche Wohnheimplätze und 30 Prozent Stimmenanteil im Senat der Humboldt-Universität. Leipziger Studierende sprechen sich dagegen aus, die Zulassungsbeschränkungen für Studiengänge aufzuheben, weil sie eine Überlastung der Hochschulen fürchten.

Das Bronzerelief Aufbruch am Eingang der Universität Leipzig
Bronzerelief am Eingang der Universität Leipzig DDR in den 1970er Jahren Bildrechte: imago images/United Archives

1963: Mainzelmännchen haben TV-Premiere

Am 2. April 1963 haben die von Maler Wolf Gerlach (* 17. April 1928; † 12. November 2012) erfundenen Mainzelmännchen ihren ersten Auftritt im Fernsehen. Seit 1963 bis heute wurden rund 65.000 Clips mit den sechs putzigen Zeichentrickfiguren produziert, um Werbung und Programm im ZDF zu trennen. Seit der Einführung des Farbfernsehens 1967 gibt es sie auch in Farbe. Die wichtelähnlichen Trickfiguren namens Anton, Berti, Conni, Det, Edi und Fritzchen sind seit Beginn sehr beliebt bei Zuschauern und haben sich zu echten Kultfiguren entwickelt.

Wolf Gerlach präsentiert in seinem Atelier in Bad Zwischenahn (Kreis Ammerland) einen seiner ersten Mainzelmännchen-Entwürfe für das ZDF und eine Gummifigur des schlauen Det. 2008
Der Vater der Mainzelmännchen Wolf Gerlach in seinem Atelier 2008. In der Hand hält er einen seiner ersten Entwürfe. Bildrechte: dpa

1947: Auschwitz-Kommandant Rudolf Höß zum Tode verurteilt

Am 2. April 1947 wird der frühere Auschwitz-Kommandant Rudolf Höß in Polen vom Obersten Nationalen Tribunal zum Tode verurteilt. Der Galgen, an dem er 14 Tage später hingerichtet wird, steht heute noch in der KZ-Gedenkstätte Auschwitz. Gefasst wurde Höß 1946 bei Flensburg vom jüdischen Nazi-Jäger Hanns Alexander und der britischen Militärpolizei. Als Kommandant war er von 1940 bis 1943 wesentlich am Aufbau und Betrieb des Konzentrations- und Vernichtungslagers beteiligt. 1943 wurde er ins SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt abberufen, 1944 kehrte er zurück nach Auschwitz und übernahm die Leitung des Massenmords an ungarischen Juden. In Auschwitz wurden mehr als 1,1 Millionen Menschen durch Vergasung, Folter und Arbeit getötet.

Der berüchtigte Kommandant des Konzentrationslagers Auschwitz (Polen), Rudolf Höss (M), Mitte der 40er Jahre auf dem Flugplatz in Nürnberg. Er wird zusammen mit einer Gruppe Offiziere nach Polen ausgeliefert.
Der berüchtigte Kommandant des KZ Auschwitz Rudolf Höß (mittig), als er 1946 nach Polen ausgeliefert wird. Bildrechte: dpa

1792: US-Dollar als Zahlungsmittel festgelegt

Am 2. April 1792 wird in den Vereinigten Staaten der Dollar als offizielles Zahlungsmittel eingeführt. Damit sind die USA der erste Staat weltweit, der seine Währung mittels Dezimalsystem unterteilt. Auch der Euro wird seit seiner Einführung 2002 so eingeteilt: 100 Cent ergeben einen Euro. Der US-Dollar ist seit Jahrzehnten unangefochtene Leitwährung in der Welt. Er gehört auch zu einer der Währungsreserven der Europäischen Zentralbank (EZB), um bei Bedarf Devisengeschäfte durchführen zu können.

Dezimalwährung: Euro, Rubel, Dollar
1792 wird in den USA der Dollar als gesetzliches Zahlungsmittel festgelegt. Der US-Dollar wird in Dezimalwährung unterteilt: Eine Innovation, die von den USA in andere Länder überschwappt. Bildrechte: dpa