#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 26. Februar

1871: Deutsch-Französischer Krieg endet

Am 26. Februar 1871 endet der Deutsch-Französische-Krieg. Gemäß dem "Vorfrieden von Versailles" muss Frankreich 5 Milliarden Francs Reparationen an Deutschland zahlen. Deutsche Soldaten bleiben in Teilen des Landes, bis die Summe beglichen ist. Der Sieg über Frankreich macht den Weg zur Reichsgründung frei.

Holzschnitt Deutsch-Französischer Krieg
Holzschnitt zeigt den Kampf bei Orleans, Frankreich, am Abend des 4. Dezembers im Deutsch-Französischen Krieg Bildrechte: imago/imagebroker

1901: Roman "Buddenbrooks" erscheint

Am 26. Februar 1901 erscheint im Fischer-Verlag in Berlin der erste Band der "Buddenbrooks" von Thomas Mann. Für den Roman erhält er 1929 den Nobelpreis für Literatur. Grundlage des Romans ist seine eigene Familiengeschichte. Es folgen zahlreiche Verfilmungen.

1924: Hitler-Ludendorff-Prozess startet

Am 26. Februar beginnt im Volksgericht in München der Hitler-Ludendroff-Prozess. Gegenstand ist der gescheiterte Putsch vom 9. November 1923, der die demokratische Reichsregierung in Berlin stürzen sollte. Die Angeklagten sind, neben Adolf Hitler, auch Erich Ludendorff, Wilhelm Frick, Ernst Röhm, Hermann Kriebel, Heinz Pernet, Friedrich Weber, Wilhelm Brückner und Robert Wagner. Hitler wird zu Festungshaft und einer Geldstrafe verurteilt. Ludendorff wird freigesprochen. Die restlichen Putschisten erhalten wegen Beihilfe zum Hochverrat geringere Strafen. Aufgrund unverhältnismäßig milder Verurteilungen der Haupt- und Nebenangeklagten, gerät der Prozess in die öffentliche Kritik.

1969: US-Präsident Nixon besucht Bundesrepublik

Am 26. Februar 1969 findet die erste Auslandsreise des neuen US-Präsidenten Richard Nixon in die Bundesrepublik statt. Bei seinem Besuch stehen Fragen des Nato-Bündnisses, der Europa-Politik und der deutsch-amerikanischen Beziehungen im Vordergrund. Sein Besuch zeigt, dass die BRD für die neue US-Regierung im Kalten Krieg ein wichtiger Partner ist. Nixon ist um Entspannungspolitik und atomare Abrüstung bemüht. 

Richard Nixon in Berlin
Richard Nixon ist von 1969 bis 1974 der 37. Präsident der Vereinigten Staaten. Bildrechte: IMAGO / ZUMA/Keystone

1991: Erster Webbrowser wird vorgestellt

Am 26. Februar 1991 wird der erste Webbrowser "WorldWideWeb" von Erfinder Tim Bernes-Lee und dem Europäischen Kernforschungszentrum CERN öffentlich vorgestellt. Wegen Namensähnlichkeit zum World Wide Web wird der Browser später in "Nexus" umbenannt. 1993 wird die Technologie kostenfrei zur Verfügung gestellt.

ARCHIV - Tim Berners-Lee bei CERN in Genf aufgenommen am 11.06.1994. Es waren 165 Wörter, die die Welt veränderten: Am Samstag (13.11.2010) vor 20 Jahren schaltete der britische Physiker Tim Berners-Lee am Europäischen Kernforschungszentrum CERN bei Genf die erste Webseite der Welt frei.
Tim Berners-Lee präsentiert die weltweit erste Website. Aufgenommen bei CERN in Genf, 11.06.1994. Bildrechte: dpa

2007: Urteil zum Srebrenica-Massaker

Am 26. Februar wird ein Urteil zum Massaker von Srebrenica gefällt. Im Juli 1995 waren rund 8.000 bosnische Muslime von bosnisch-serbischen Truppen systematisch erschossen worden. Der Internationale Gerichtshof (IGH) wertet die Geschehnisse als Völkermord und Kriegsverbrechen. Laut IGH könne Serbien als Rechtsnachfolger Jugoslawiens jedoch nicht zu Entschädigungszahlungen herangezogen werden. Ratko Mladić wird 2017 als Hauptverantwortlicher des Völkermords zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Massaker gilt als das schwerste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

2020: Geschäftsmäßige Sterbehilfe wird erlaubt

Am 26. Februar 2020 erlaubt das Bundesverfassungsgericht geschäftsmäßige Sterbehilfe. In Deutschland können seitdem alle Menschen, die sterben wollen, solche Dienste nutzen. Das Grundgesetz garantiere "ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben" und damit auch die Freiheit, "hierbei auf die freiwillige Hilfe Dritter zurückzugreifen", so die Richter. Kritiker sehen in diesem Urteil die Normalisierung des Suizids.