#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 28. April

1957: Deutscher Turn- und Sportbund wird gegründet

Am 28. April 1957 wird der Deutsche Turn- und Sportbund (DTSB) in der DDR gegründet. Er löst den Deutschen Sportausschuss als Dachverband aller Sportgruppen ab und wird somit zur Massenorganisation des DDR-Sports. 1989 hat der DTSB rund 3,7 Millionen Mitglieder. Der DTSB zählt 34 Sportverbände und ist unter anderem in Betriebssportgemeinschaften und Sportclubs organisiert. Die Sportclubs sollen besonders den Leistungssport fördern, der außenpolitisch eine große Bedeutung für die DDR hat. Zur Aufgabe gehört außerdem, allen Bürgern der DDR die Möglichkeit zu geben, regelmäßig Sport zu treiben. Zu diesem Zweck organisiert der DTSB regelmäßig die landesweiten Turn- und Sportfeste für Sportbegeisterte aus dem ganzen Land. 1990 veranlassen die Mitglieder, den DTSB aufzulösen.

1961: Eröffnung der ersten Internationalen Gartenbauausstellung

Am 28. April 1961 wird die erste Internationale Gartenbauaustellung (IGA) der sozialistischen Staaten in Erfurt eröffnet. Rund 3,5 Millionen Besucher kommen zur ersten IGA. Eigens für die Veranstaltung wird der Egapark in Erfurt unter der Leitung von Landschaftsarchitekt Reinhold Lingner ausgebaut. Der Egapark ist einer der größten Landschaftsgärten der DDR, seit 1992 steht er unter Denkmalschutz. Von April bis Oktober 2021 findet die Bundesgartenschau auf dem Egapark-Gelände in Erfurt statt.

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Bericht der Aktuellen Kamera zur Eröffnung der Internationalen Gartenschau 1961 in Erfurt

Fr 23.04.2021 15:57Uhr 01:30 min

https://www.mdr.de/geschichte/stoebern/video-512206.html

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1990: Mauerabbau am Brandenburger Tor beginnt

Am 28. April 1990 beginnen die Berliner Grenztruppen mit dem Abriss der Mauer am Brandenburger Tor. Was die "Mauerspechte" bis dato nicht geschafft haben, wird nun mit schwerer Technik abgetragen. Geplant ist, dass innerhalb von drei Wochen die Mauer durch einen Metallzaun ersetzt wird. Die dafür notwendigen Abrissarbeiten sollen ausschließlich nachts stattfinden. Mit Hilfe der Firma Nobas aus Nordhausen werden rund 3.000 Tonnen Stahlbeton abgetragen.

Blick von der Westberliner Seite auf Grenzsoldaten der DDR auf der Mauer am Brandenburger Tor am 11.11.1989. 1 min
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Die Berliner Grenztruppen beginnen mit dem Abbau der Berliner Mauer nahe des Brandburger Tors. Die Arbeiten finden hauptsächlich nachts statt. Etwa 3.000 Tonnen Stahlbeton müssen beseitigt werden.

Mo 25.04.2022 10:31Uhr 00:46 min

https://www.mdr.de/geschichte/mitteldeutschland/jahrestage/video-616764.html

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2001: Erster Weltraumtourist im All

Am 28. April 2001 hebt die Sojus-Kapsel T-32 ab, um sich auf den Weg zur Internationalen Raumstation ISS zu machen. Neben den Kosmonauten Talghat Mussabajew und Juri Baturin ist der US-Amerikaner Dennis Tito mit an Bord, der erste Weltraumtourist in der Geschichte der Raumfahrt. Nach zwei Tagen erreicht Tito mit den Kosmonauten die ISS, am 6. Mai landet Tito wieder auf der Erde. Tito zahlt für seinen sechstägigen Aufenthalt im All rund 13,6 Millionen Euro an die russiche Raumfahrtbehörde. Vor seinem Flug musste er eine sechsmonatige Grundausbildung als Kosmonaut absolvieren. Fünf Jahre später fliegt Anousheh Ansari als erste weibliche Weltraumtouristin in den Weltraum.

Ein Offizier der russischen Weltraumbehörde stützt Dennis Tito nach dessen Aufenthalt im Weltraum bei seiner Ankunft in Moskau.
Ein Offizier der russischen Weltraumbehörde stützt Dennis Tito nach dessen Aufenthalt im Weltraum bei seiner Ankunft in Moskau. Bildrechte: imago/UPI Photo

2005: DFB führt Wettverbot ein

Am 28. April 2005 verabschiedet der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ein Wettverbot für Fußballspieler, Fußballfunktionäre und Fußballschiedsrichter. Diese Maßnahme ist Reaktion auf den von Schiedsrichter Robert Hoyzer ausgelösten Wettskandal. Ihm wurden unter anderem Korruption und Betrug vorgeworfen – mehrere Spiele seien systematisch manipuliert worden. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe legte Hoyzer zunächst sein Schiedsrichteramt nieder. Im Januar 2005 legte er Geständnis ab und wird in der Folge lebenslang gesperrt. Der Fußball-Wettskandal 2005 gilt als eine der größten Affären im deutschen Fußball.

2021: Verfassungsschutz beobachtet "Querdenken"- Bewegung

Am 28. April 2021 beginnt der Bundesverfassungsschutz mit der Beobachtung der "Querdenken"-Bewegung, die vor allem im Zuge etwaiger Proteste gegen die Corona-Maßnahmen aktiv ist. Untersucht werden unter anderem Verbindungen zu "Reichsbürger-" und "Selbstverwalter"-Organisationen sowie zu Rechtsextremisten. Der Verfassungsschutz hatte zunächst mit der Bewertung gezögert, da der Großteil der Bewegung nicht als extremistisch einzustufen sei. Unter anderem wird der Bewegung die Erzählung von Verschwörungsmythen wie QAnon und anderen antisemitischen Ressentiments vorgeworfen. Eine zunehmende Radikalisierung von Teilen der Bewegung hat letztendlich zu der Beobachtung geführt - zu diesem Zweck wird der neue Phänomenbereich "Verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates" eingerichtet.