#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 11. Juli

2017: Erdbeben im Vogtland

Am 11. Juli 2017 kommt es im Vogtland zu sogenannten Scharmerdbeben. Dabei gibt es mehrere Erschütterungen bis Stärke 3,5. Der Erdbebenherd (auch Hypozentrum genannt) liegt in der Nähe von Luby in Tschechien, etwa zehn Kilometer vom sächsischen Bad Brambach entfernt. Bei sogenannten Schwarmbeben treten kurz nacheinander kleine Erdstöße im gleichen "Herdgebiet" auf. Schwarmbeben sind im Vogtland keine Seltenheit und meist ungefährlich.

2007: Abschaffung des Briefmonopols beschlossen

Am 11. Juli 2007 stimmt das Europaparlament in Straßburg mit großer Mehrheit für die Abschaffung des Briefmonopols. Bis spätestens Januar 2011 sollen auch private Postdienste in der EU Briefe unter 50 Gramm überbringen dürfen. Damit die Post auch in abgelegenen Regionen der EU korrekt und regelmäßig ausgeliefert wird, soll eine Grundversorgung gewährleistet sein. Dafür sollen Ausgleichsfonds oder Ausgleichszahlungen sorgen. Die Umsetzung bleibt den jeweiligen Mitgliedsländern selbst überlassen. Das EU-Parlament fordert ebenso Ausnahmeregelungen. In einigen EU-Staaten soll eine Übergangsfrist bis 2013 gelten, beispielsweise für kleine EU-Staaten, Randstaaten oder Länder mit vielen Inseln. In Deutschland fällt am 1. Januar 2008 das Briefmonopol der Deutschen Post.

Ein DHL Paketzusteller nimmt sich die Sendungen für seinen Zustellbezirk in einer Zustellbasis vom Band, um sie dann in sein Fahrzeug zu verladen.
Inzwischen ist die Deutsche Post als Deutsche Post DHL Group im Bereich Post und Logistik weltweit aktiv. Bildrechte: dpa

1995: Massaker von Srebrenica

Am 11. Juli 1995 kommt es in der Stadt Srebrenica in Bosnien und Herzegowina während des Bosnienkrieges zum Massaker gegen muslimische Männer und Jungen. Bosnisch-Serbische Truppen dringen in die Stadt, die von der UN zur Schutzzone ernannt wurde, ein und ermorden etwa 8.000 Menschen. Die dafür verantwortlichen Befehlshaber sind General Ratko Mladić und Serbenführer Radovan Karadžić. Ein Jahr nach dem Massaker verhängt der Internationale Gerichtshof in Den Haag Haftbefehl gegen Karadžić und Mladić und 22 weitere Personen. Sie werden wegen Völkermordes, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verstöße gegen das Kriegsrecht angeklagt. Nach jahrelanger Flucht werden Karadžić 2008 und Mladić 2011 entdeckt und zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Massaker gilt in Europa als das schlimmste Verbrechen gegen die Menschlichkeit seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.

1987: Fünf Milliarden Menschen auf der Welt

Am 11. Juli 1987 kommt der fünfmilliardste Mensch auf die Welt. Matej Gaspar wird in einem Krankenhaus in Zagreb geboren. Bevölkerungsstatistiker hatten zuvor errechnet, dass die Weltbevölkerung an diesem Tag fünf Milliarden Menschen erreichen würde. Aus diesem Grund begrüßt der UN-Generalsekretär Javier Pérez de Cuéllar den kleinen Jungen. Das Datum nimmt das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) zum Anlass, 1989 den Internationalen Weltbevölkerungstag einzuführen. Ziel ist es, auf die Auswirkungen der Bevölkerungsentwicklung aufmerksam zu machen.

Dass Matej tatsächlich exakt der fünfmilliardste Mensch ist, scheint unwahrscheinlich. Laut DDR-Fernsehen wird er ausgewählt, weil Zagreb zu der Zeit Schauplatz der 14. Sommer-Universiade ist. Aktuell werden pro Minute statistisch gesehen 157 Kinder geboren. Im Juli 2022 leben laut der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung 7,96 Milliarden Menschen auf der Erde.


1968: Explosion im Chemiekombinat Bitterfeld

Am 11. Juli 1968 kommt es in Bitterfeld zu einer gewaltigen Explosion, bei der 42 Menschen sterben und 270 Menschen verletzt werden. Die Ursache für die Explosion ist ausströmendes Gas aus einer undichten und veralteten Anlage, welches sich entzündet. Das elektrochemische Kombinat Bitterfeld hat in den 1960er-Jahren etwa 13.000 Mitarbeiter und ist ein Grundpfeiler der DDR-Industrie. Der Chemieunfall ist einer der größten Industrieunfälle der DDR. Nach dem Unglück werden in der DDR schärfere Vorgaben zum Arbeits- und Brandschutz erlassen.


1933: Bauarbeiten am Elster-Saale-Kanal beginnen

Am 11. Juli 1933 beginnen in Burghausen in Sachsen die Bauarbeiten am Elster-Saale-Kanal. Der Kanal sollt Leipzig auf dem Wasserweg mit Hamburg und der Nordsee verbinden. Mit Kriegsbeginn verzögern sich die Arbeiten, bis sie schließlich 1942 ganz eingestellt werden. Der Kanal endet kurz vor Günthersdorf in Sachsen-Anhalt. Bis heute gibt es Diskussionen über die Vollendung des Mammutprojektes. Doch die Zuständigkeit dafür liegt beim Bund und der verkündete 2018:

Ein Lückenschluss mit Verbindung zur Saale ist nicht vorgesehen.

Bundesverkehrsministerium