#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 1. Februar

1957: Friedrich Paulus stirbt

Am 1. Februar 1957 stirbt Friedrich Paulus in Dresden. Als Oberbefehlshaber führt er die 6. Armee in der Schlacht um Stalingrad. Nachdem seine Armee im Januar 1943 eingekesselt wird, kapituliert Paulus und kommt in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Ab 1944 engagiert er sich aktiv im Widerstand gegen Adolf Hitler. Nach zehn Jahren Kriegsgefangenschaft kehrt der ehemalige NS-Funktionär 1953 nach Deutschland zurück und siedelt in die DDR über. Paulus wohnt bis zu seinem Tode in Dresden und hält Vorträge an der Hochschule der Kasernierten Volkspolizei (KVP). Von der Stasi wird er unter der Bezeichnung "Terrasse" überwacht.

Generalfeldmarschall Friedrich Paulus nach der Kapitulation 1943
Generalfeldmarschall Friedrich Paulus nach der Kapitulation 1943. Bildrechte: dpa

1970: Erdgasvertrag zwischen Sowjetunion und BRD

Am 1. Februar 1970 wird der erste Erdgasvertrag zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetunion unterzeichnet. Es handelt sich um das bis dato größte Ost-West-Wirtschaftsabkommen und ist ein wichtiger Schritt in der von Willy Brandt angestrebten Entspannungspolitik. Ein solcher Vertrag ist erst ab 1968 möglich, da bis dahin ein Röhren-Embargo der NATO gegen die Staaten des Ostblocks gilt. Mit dem Erdgasvertrag verpflichtet sich die Sowjetunion, jährlich drei Milliarden Kubikmeter Erdgas zu liefern und erhält im Gegenzug über eine Million Tonnen Großrohre für den Transport von Erdöl. Der Vertrag stößt auf Kritik: Die NATO-Partner warnen vor einer starken Abhängigkeit der Bundesrepublik von sowjetischen Energielieferungen. Die Kritik an dem 1970 geschlossenen Erdgasvertrag erinnert an den Streit um die 2021 fertiggestellte Ostseepipeline Nord Stream 2.

Montage der Erdgasleitung - Druschba Trasse - über den Dnepr bei Iwano Frankowsk durch Mitarbeiter des VEB Industriemontage 1 min
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2003: Absturz Spaceshuttle "Columbia"

Am 1. Februar 2003 stürzt das Spaceshuttle "Columbia" ab. Die Rückkehr der Raumfähre verfolgen Millionen Menschen im Fernsehen. Beim Eintritt in die Erdatmosphäre zerbricht das Spaceshuttle der NASA und verglüht 16 Minuten vor der geplanten Landung. Alle sieben Besatzungsmitglieder sterben. Der Grund für den Absturz: Während des Starts am 16. Januar 2003 brechen einige Teile vom Außentank ab und beschädigen den linken Flügel. Die Techniker halten den Schaden für unerheblich, was eine schwerwiegende Fehleinschätzung ist.

Der Start des Space Shuttle Colombia. Es ist der Jungfernflug dieser amerikanischen Raumfähre.
Der Start des Space Shuttle Colombia. Es ist der Jungfernflug dieser amerikanischen Raumfähre. Bildrechte: NASA

2019: USA kündigt INF-Vertrag

Am 1. Februar 2019 steigen die USA aus dem INF-Vertrag ("Intermediate Range Nuclear Forces") aus. Der 1987 geschlossene Vertrag ist ein wichtiger Schritt zur Beendigung des Kalten Krieges und zur nuklearen Abrüstung. Damit sind alle landgestützten Mittelstreckenraketen mit einer Reichweite zwischen 500 und 5.500 Kilometern verboten. Es darf auch nicht mehr getestet, neu entwickelt und produziert werden und der aktuelle Bestand musst zerstört werden. Ab den 2000er-Jahren beschuldigen sich die beiden Nuklearmächte gegenseitig des Vertragsbruchs. Unter dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump kündigen die USA im Februar 2019 den Vertrag auf, kurz darauf auch Russland. Am 2. August 2019 endet der INF-Vertrag offiziell.

Skulptur mit Donald Trump und Wladimir Putin, die den INF-Vertrag zerreissen
Skulptur mit Donald Trump und Wladimir Putin, die den INF-Vertrag zerreissen. Bildrechte: imago images/Sven Simon