#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 8. August

1944: "Verschwörer" vom 20. Juli 1944 hingerichtet

Nur wenige Wochen nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 wurden weitere Männer hingerichtet, die beschuldigt wurden, an der Planung und Durchführung der Tat beteiligt gewesen zu sein: Robert Bernardis, Albrecht von Hagen, Paul von Hase, Friedrich Karl Klausing, Erich Hoepner, Hellmuth Stieff, Michael Wittman, Erwin von Witzleben und Peter Graf Yorck von Wartenburg wurden am 6. August 1944 ermordet. Die Männer waren Mitglieder des früheren Adels, der Wehrmacht oder der Verwaltung gewesen. Sie waren bei Weitem nicht die Letzten: Mehr als 200 Personen ließen die Nationalsozialisten ermorden, die sie in Verbindung mit dem Attentat brachten.

Am 20. Juli 1944 war ein Attentat auf Hitler in seinem Führerhauptquartier "Wolfsschanze" gescheitert. Die Verantwortlichen hinter dem Attentat, der bekannteste darunter Claus Schenk Graf von Stauffenberg, hatten die nationalsozialistische Regierung stürzen und eine politische Neuordnung des Deutschen Reiches herbeiführen wollen. Das Attentat vom 20. Juli 1944 gilt bis heute als der bedeutendste Umsturzversuch zu Zeiten des Dritten Reiches.

Claus Schenk Graf von Stauffenberg
Das Gesicht hinter dem Attentat: Claus Schenk Graf von Stauffenberg Bildrechte: imago images / Leemage

1961: Flüchtlingsstrom kommt in Marienfelde an

Am 8. August 1961 registrierte das Notaufnahmelager Berlin-Marienfelde innerhalb von 24 Stunden 1.741 Flüchtlinge. Seit der Eröffnung 1953 hatten nicht mehr so viele Menschen in so kurzer Zeit Obdach in der Notunterkunft gesucht. In den Folgetagen stieg die Zahl der Neuankömmlinge noch weiter an. Das Lager bot allerdings nur Platz für 2.000 Menschen. Zelte mussten aufgebaut werden, um alle Menschen unterzubringen. Zwischen 1953 und 1961 stellten circa 2,1 Millionen DDR-Bürger einen Antrag auf Aufnahme in den Westen. Der Mauerbau ließ den Flüchtlingsstrom jedoch versiegen. Kamen im Juli 1961 insgesamt noch mehr als 30.000 Geflüchtete, waren es im Dezember nur noch 2.420. Erst Ende der 1980er, als die DDR-Führung zunehmend die Ausreiseanträge ihrer Bürger bewilligte, kamen auch wieder mehr Flüchtlinge in Marienfelde an.

Flüchtlingsansturm auf das Notaufnahmelager Berlin-Marienfelde, 1961
Flüchtlingsansturm auf das Notaufnahmelager Berlin-Marienfelde im Jahr 1961 Bildrechte: dpa

1990: DDR-Volkskammer lehnt sofortigen Beitritt zur Bundesrepublik ab

Es würde noch ein paar Wochen dauern, bis der Beitritt zur Bundesrepublik beschlossen sein würde. Am 8. August 1990 lehnte die DDR-Volkskammer den sofortigen Zusammenschluss beider Staaten vorerst jedenfalls ab. Zuvor hatte die Deutsche Soziale Union (DSU) einen Antrag auf sofortigen Beitritt ins Parlament eingebracht. Der Ausschuss für Deutsche Einheit sprach sich dagegen aus: Der Einigungsvertrag sei noch nicht ratifiziert, die Zwei-Plus-Vier-Gespräche seien noch nicht abgeschlossen und die neuen Bundesländer seien auch noch nicht gebildet, begründete der Ausschuss seine Entscheidung. Die SPD schlug darafhin vor, den Beitritt auf den 15. September zu verschieben.

Erst am 23. August beschloss die Volkskammer nach einer langen und turbulenten Sitzung schließlich, dass die DDR am 3. Oktober 1990 der Bundesrepublik beitreten wird.