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1997: Jan Ullrich wird Sieger der Tour de France

Zum ersten Mal in der Geschichte des Radrennens gewinnt ein Deutscher die Tour de France: der 23-jährige Rostocker Jan Ullrich.

Er entdeckt schon früh seine Leidenschaft fürs Radfahren. Als Neunjähriger gewinnt er sein erstes Rennen, auf einem geliehenen Rad in Turnschuhen. Als 13-Jähriger kommt der Spartakiadesieger Jan Ullrich auf die Kinder- und Jugendsportschule des SC Dynamo Berlin. 1988 wird er DDR-Jugendmeister auf der Straße. Neun Jahre später wird er durch den Sieg der Tour de France zum Sport-Helden der Nation.

Bei der Tour 1997 fährt Ullrich zunächst als Helfer unter Bjarne Riis im Team Telekom. Beim Schlussanstieg der zehnten Etappe durch die Pyrenäen übernimmt Ullrich die Spitze, da Riis zu diesem Zeitpunkt zurück fällt. Ullrich gewinnt den Abschnitt und übernimmt in Folge das Gelbe Trikot und damit auch die Kapitänsrolle. Er gewinnt auch die nächsten Etappen und wird 1997 nicht nur Tour-de-France-Sieger, sondern auch zum "Sportler des Jahres" gewählt.

Die Wiederholung des großen Triumphs ist Jan Ullrich nicht mehr gelungen. 1998 wird er Zweiter bei der Tour de France. Trotzdem bleibt er Spitzensportler und nationaler Liebling. Doch das jähe Ende der Höhenfahrt von Jan Ullrich kommt 2006. Einen Tag vor dem Beginn der Tour de France wird er von den Organisatoren vom Rennen ausgeschlossen. Ermittlungen des Bundeskriminalamtes haben ergeben: Es gibt eine Verbindung zum spanischen Sportmediziner Eufemanio Fuentes. Sichergestellte Blutbeutel werden per DNA-Analyse eindeutig Ullrich zugeordnet. Trotz aller Indizien streitet der Sportler alles ab. Am 26. Februar 2007 gibt der 34-Jährige das Ende seiner Laufbahn als aktiver Radprofi bekannt.

2012 wird Jan Ullrich vom Internationalen Sportgerichtshof CAS offiziell zu einer zweijährigen Sperre verurteilt, die rückwirkend vom 22. August 2011 an ausgesprochen wurde. Doch da saß Ullrich schon gar nicht mehr aktiv im Sattel.

1953: Koreakrieg wird beendet

Am 27. Juli 1953 endet nach 37 Monaten der Koreakrieg mit einem von den USA und der Sowjetunion initiierten Waffenstillstand, der die Teilung des Landes besiegelte. Eine etwa 250 Kilometer lange und vier Kilometer breite entmilitarisierte Zone wird eingerichtet, die beide Landesteile bis heute trennt.

Rückblick: Nachdem Korea 1910 von Japan annektiert und in den folgenden Jahrzehnten als Kolonie ausgebeutet worden war, besetzten zu Ende des Zweiten Weltkrieges die USA und die Sowjetunion das Land. Was als vorübergehende Lösung gedacht war, wurde zum Dauerzustand. Die Sowjetunion unterstützt den Norden, die USA den Süden.

Als am 25. Juni 1950 nordkoreanische Truppen die Demarkationslinie überschritten, um eine Einheit des Landes auf militärischerer Ebene herzustellen, werden sie von der Sowjetunion unterstützt. Wenige Tage später kommt es dann auch zum Militäreinsatz der USA, um Südkorea zu helfen.

Ranghohe Offiziere des nordkoreanischen Militärs besuchen einen Militärfriedhof
Rund 2,5 Millionen Nordkoreaner und eine Million Südkoreaner starben in dem Krieg, der von 1950 bis 1953 ging. Bildrechte: dpa

Bis heute gibt es keine exakten Opferzahlen. Schätzungsweise starben insgesamt 3,5 bis 4,5 Millionen Menschen. Davon bis zu einer Million Südkoreaner und 2,5 Millionen Nordkoreaner (jeweils Soldaten und Zivilisten), etwa eine Million Chinesen sowie rund 40.500 Soldaten der UN-Nationen, die meisten von ihnen US-Amerikaner. 

1950: Der Titel "Held der Arbeit" wird eingeführt

Die Auszeichnung "Held der Arbeit" zahlt sich im wahrsten Sinne des Wortes aus: sie ist mit einer Prämie von 10.000 Mark dotiert. Als "Held der Arbeit" werden Werktätige geehrt, die sich "besondere Verdienste um den Sozialismus sowie das Wachstum und Ansehen der DDR" erworben hatten. In den Anfangsjahren der DDR wurde dieser Orden nur selten verliehen, in den 80er Jahren änderte sich das. Dennoch waren die Ausgezeichneten stolz: man hatte etwas geleistet. Oft gab es noch eine zusätzliche Belohnung, wie eine Neubauwohnung oder einen FDGB-Urlaubsplatz.

Die Auszeichnung geht zurück auf die Leistung des Bergmanns Adolf Hennecke. Am 13. Oktober 1948 schlug er in einem Schacht des VEB "Steinkohlenwerk Karl Liebknecht" in Lugau im sächsischen Erzgebirge statt der vorgeschriebenen sechs Kubikmeter in einer Schicht das Vierfache an Kohle. Dafür wurde Hennecke von der SED mit Ehrungen überhäuft.

Allerdings war die Leistung insziniert, denn Hennecke schaffte zwar tatsächlich das Vierfache. Allerdings hatte er auch technische Hilfsmittel zur Verfügung, die die anderen Bergmänner nicht hatten. Trotzdem hält sich der Mythos Hennecke bis heute.

1921: Gewinnung von Insulin gelingt

Am 27. Juli 1921 gelingt es Frederick G. Banting und Charles H. Best, Insulin aus tierischen Fetten zu extrahieren. Sie nennen es Isletin. Mit Unterstützung eines Biochemikers gelingt es, ein Jahr später ein noch reineres Extrakt zu gewinnen. Mit diesem Wirkstoff wird 1922 das erste Mal ein Mensch behandelt.

Der Versuch, einem Diabetiker mit tierischen Extrakten zu helfen, wurde bereits 1860 unternommen. Hier wurde eine "Behandlung" mit einem Extrakt aus den Bauchspeicheldrüsen von Kälbern angewendet. 1869 beschreibt der deutsche Pathologe Paul Langerhans dann die sogenannten Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse als Ort der Insulinproduktion.

Ein Insulin zu entwickeln, das eine längere Wirkzeit besaß, gelingt 1936 schließlich Hans Christian Hagedorn. Nach ihm wurde das erste langwirkende Insulinpräparat "Neutrales Protamin Hagedorn" benannt, was bis heute das Leben von Diabetikern erleichtert und möglich macht.