#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 13. August

1961: Mauerbau in Berlin beginnt

Es war kurz nach ein Uhr, als am 13. August entlang der Grenze in Ost-Berlin die Straßenlaternen ausgingen. Auch U- und S-Bahnen fuhren nun nicht mehr und die ersten Fenster wurden zugemauert. Einheiten von Volkspolizei und NVA riegelten die 160 Kilometer lange Grenze um West-Berlin mit Stacheldraht ab. Das Vorgehen war Teil der Operation "Rose", der Mauerbau hatte begonnen.

Wenige Stunden zuvor hatte SED-Chef Walter Ulbricht Angehörige des Politbüros, Minister und Mitglieder des Staatsrates in das Gästehaus des Ministerrates am Döllnsee bei Berlin geladen. Dort informierte er die Politiker über die Operation "Rose", die bis dahin strenge Geheimsache gewesen war, und eine totale Abriegelung der Grenze vorsah. Die DDR-Regierung erachtete sie als notwendig, um die massenhafte Abwanderung von DDR-Bürgern zu unterbinden. Allein im Juli 1961 waren mehr als 30.000 Menschen in den Westen geflüchtet, so viele wie nach den Aufständen des 17. Juni 1953 nicht mehr. Dem Staat drohte der wirtschaftliche Kollaps. Die "Operation Rose" wurde unter der Leitung von Erich Honecker ausgeführt. Nach der Grenzabriegelung – zunächst überwiegend mit Stacheldrahtsperren – begann am 17. August der eigentliche Mauerbau.

1996: Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn eröffnet

Als "Gedenkstätte im Aufbau" weihte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reinhard Höppner 1996 den ehemaligen deutsch-deutschen Grenzübergang Marienborn-Helmstedt ein. 1994 hatte das Land Sachsen-Anhalt beschlossen, eine Gedenkstätte zu errichten. Die Gedenkstätte Deutsche Teilung ist heute in Trägerschaft der landeseigenen Stiftung Gedenkstätten in Sachsen-Anhalt. Besucher können kostenlos das Gelände der früheren Grenzübergangsstelle besichtigen, darunter die Abfertigungsbereiche für Reisende mit PKW, den Zollbereich, einen Wachturm und die Wechselstube. Nach Angaben des Landes Sachsen-Anhalt besuchen jährlich zwischen 150.000 und 170.000 Menschen die Gedenkstätte.

Marienborn war einer der wichtigsten Grenzübergänge zwischen der Bundesrepublik und der DDR. Bereits am 1. Juli 1945 richteten die Siegermächte dort eine alliierte Kontrollstelle ein. Mit dem Transitabkommen 1972 wurde die Grenzübergangsstelle ausgebaut, um die wachsende Zahl an Reisenden zu bewältigen. Allein zwischen 1985 und 1989 passierten mehr als 34 Millionen Menschen den Grenzübergang.

Marienborn Grenzübergang
Der Grenzübergang Marienborn beherbergt seit 1996 die Gedenkstätte Deutsche Teilung. Bildrechte: imago images / teutopress

2002: Elbe-Hochwasser flutet Dresdner Innenstadt

Bereits um 18 Uhr am Vortag war der Katastrophenalarm ausgelöst worden und Dresden-Friedrichstadt hatte man bereits evakuiert. Doch der Elbpegel stieg weiter: Am 13. August erreichte er mehr als sieben Meter. Normalerweise lag er bei ungefähr zwei Metern. Das Hochwasser floß nun ungebremst in die Dresdner Innenstadt. Die Elbe flutete die Semperoper, den Zwinger und den Landtag. Die Weißeritz, ein Zufluss der Elbe, überschwemmte den Dresdner Hauptbahnhof. In den nächsten Tagen spitzte sich die Lage noch zu, weitere Stadtteile von Dresden mussten evakuiert werden. Erst am 17. August erreichte die Elbe ihren Höchstand: 9,40 Meter. Ausgelöst wurden die Überschwemmungen durch die heftigsten Regenfälle seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Nicht nur Dresden, sondern auch weite Teile Sachsens, Thüringens und Sachsen-Anhalts waren von Hochwassern betroffen. Auch in Bayern, Österreich und Tschechien kam es zu verheerenden Überflutungen.

Radfahrer fährt unbedarft durch das Hochwasser vor der Semperoper in Dresden, 2002
Ein Radfahrer fährt mühsam durch das Hochwasser vor der Semperoper in Dresden im August 2002. Bildrechte: imago images / STAR-MEDIA