#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 5. Juli

1922: Nansen-Pass für Staatenlose eingeführt

Am 5. Juli 1922 wird in Genf die Einführung des Nansen-Passes beschlossen. Er erlaubt staatenlosen Flüchtlingen und Emigranten die Rückkehr in den Staat, in dem der Pass ausgestellt wurde. Benannt ist der Ausweis nach dem Polarforscher Fridtjof Nansen, der im Auftrag des Völkerbundes nach dem Ersten Weltkrieg die Rückführung von hunderttausenden Kriegsflüchtlingen begleitet. 1922 erhält er den Friedensnobelpreis für seine Verdienste.

Fridtjof Nansen 3 min
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MDR KULTUR - Das Radio Mo 04.07.2022 16:36Uhr 03:25 min

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1951: Schiffsexplosion auf der Spree

Am 5. Juli 1951 explodiert das Ausflugsschiff "Heimatland" auf der Spree in Berlin. Dabei sterben 30 Menschen, davon 28 Kinder. Der Grund für die Detonation ist ein veralteter und fehlerhaft verbauter Motor, der zu einem Vergaserbrand führt. Das Unglück wird anschließend politisch für den aufkeimenden Kalten Krieg instrumentalisiert. So schieben sich Zeitungen aus der Bundesrepublik und der DDR gegenseitig die Schuld an der verzögerten Rettung der Verunglückten zu.

Tafel erinnert an die Opfer des Schiffsunglücks der MS Heimatland vom 5. Juli 1951 am Treptower Hafen in Berlin.
Die Tafel gedenkt den Opfern des Unglückes auf der "MS Heimatland" am Treptower Hafen in Berlin. Bildrechte: imago/imagebroker/grassegger

1978: Niko Hübner wegen Wehrdienstverweigerung verurteilt

Am 5. Juli 1978 verurteilt das Ost-Berliner Stadtgericht Niko Hübner zu einer fünfjährigen Haftstrafe, weil er sich wiederholt dem Wehrdienst verweigert hat. Hübner begründet seine Ablehnung mit dem entmilitarisierten Status von Groß-Berlin. Als Berliner sei er demnach nicht zum Wehrdienst verpflichtet. Im Oktober 1979 wird er amnestiert und in den Westen abgeschoben.

Andrea und Niko Hübner mit Blumensträuߟen, 1970.
Nach 13 Monaten Haft wird Niko Hübner, hier mit Ehefrau Andrea, aus der Haft entlassen. Bildrechte: dpa

1991: Nelson Mandela wird ANC-Präsident

Am 5. Juli 1991 wird Bürgerrechtler Nelson Mandela in Südafrika einstimmig zum Präsidenten der Organisation "African National Congress" (ANC) gewählt. Diese setzt sich seit 1912 gegen die Rassentrennung in Südafrika zur Wehr. Mit seiner Politik der Versöhnung leitet Mandela, der zuvor 27 Jahre wegen seines Kampfes gegen die Apartheid inhaftiert gewesen ist, den Übergang zur Demokratie ein. Bei den ersten freien Wahlen in der Geschichte des Landes 1994 erringt der ANC die absolute Mehrheit. Nelson Mandela wird der erste schwarze Präsident des Landes.


2016: Sonde "Juno" erreicht Jupiter-Umlaufbahn

Am 5. Juli 2016 erreicht die NASA-Sonde "Juno" nach 5 Jahren im All die Umlaufbahn des Jupiters. Noch nie ist eine Sonde dem Planeten so nahe gekommen. Seitdem sendet der unbemannte Flugkörper regelmäßig hochauflösende Fotos und wissenschaftliche Daten an die Erde. Durch "Juno" will die NASA unter anderem herausfinden, ob der Jupiter einen festen Kern hat. 2021 wurde bekannt, dass die Sonde den Riesenplaneten noch bis September 2025 erkunden soll. Fun Fact: Die Erde würde etwa 1.300 Mal in den Jupiter passen.

Faszinierende Jupiter-Bilder der Juno-Raumsonde

Am 4. Juli 2016 hat die Raumsonde Juno der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA den Orbit von Jupiter erreicht. Seitdem schickt sie wissenschaftliche Daten und Fotos zur Erde.

Künstlerische Darstellung der Ankunft der Juno-Raumsonde am Jupiter (4. Juli 2016).
Künstlerische Darstellung der Ankunft der Juno-Raumsonde am Jupiter (4. Juli 2016). Bildrechte: NASA / JPL-Caltech / SwRI / MSSS /
Künstlerische Darstellung der Ankunft der Juno-Raumsonde am Jupiter (4. Juli 2016).
Künstlerische Darstellung der Ankunft der Juno-Raumsonde am Jupiter (4. Juli 2016). Bildrechte: NASA / JPL-Caltech / SwRI / MSSS /
Das Bild wurde am 30. Dezember 2020 aufgenommen, als die Raumsonde Juno ihren 31. nahen Vorbeiflug am Jupiter durchführte. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Sonde etwa 50.000 Kilometer von den Wolkengipfeln des Planeten entfernt, auf einem Breitengrad von etwa 50 Grad Süd.
Das Bild wurde am 30. Dezember 2020 aufgenommen, als die Raumsonde Juno ihren 31. nahen Vorbeiflug am Jupiter durchführte. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Sonde etwa 50.000 Kilometer von den Wolkengipfeln des Planeten entfernt, auf einem Breitengrad von etwa 50 Grad Süd. Bildrechte: NASA / JPL-Caltech / SwRI / MSSS / Tanya Oleksuik
Die Wolkendecken des Jupiters bilden keine einfache, flache Oberfläche. Die Daten von Juno halfen den Wissenschaftlern zu entdecken, dass sich die wirbelnden Bänder in der Atmosphäre tief in den Planeten hinein erstrecken, bis in eine Tiefe von etwa 3.000 Kilometern.
Die Wolkendecken des Jupiters bilden keine einfache, flache Oberfläche. Die Daten von Juno halfen den Wissenschaftlern zu entdecken, dass sich die wirbelnden Bänder in der Atmosphäre tief in den Planeten hinein erstrecken, bis in eine Tiefe von etwa 3.000 Kilometern. Bildrechte: R: NASA / JPL-Caltech / SwRI / MSSS / Gerald Eichstädt
Die Juno-Mission der NASA hat diese kunstvollen atmosphärischen Jets in der nördlichen mittleren Breitenregion des Jupiters aufgenommen. Dieses detaillierte, farbverstärkte Bild offenbart eine komplexe Topografie in Jupiters Wolkengipfeln.
Die Juno-Mission der NASA hat diese kunstvollen atmosphärischen Jets in der nördlichen mittleren Breitenregion des Jupiters aufgenommen. Dieses detaillierte, farbverstärkte Bild offenbart eine komplexe Topografie in Jupiters Wolkengipfeln. Bildrechte: NASA / JPL-Caltech /SwRI / MSSS / Kevin M. Gill
Blick auf ein chaotisches, stürmisches Gebiet auf der nördlichen Hemisphäre des Planeten Jupiter, die als gefaltete, filamentäre Region bekannt ist. Der Jupiter hat keine feste Oberfläche wie die Erde. Die von Juno gesammelten Daten deuten darauf hin, dass einige der Winde auf dem Riesenplaneten tiefer verlaufen und länger anhalten als ähnliche atmosphärische Prozesse auf der Erde.
Blick auf ein chaotisches, stürmisches Gebiet auf der nördlichen Hemisphäre des Planeten Jupiter, die als gefaltete, filamentäre Region bekannt ist. Der Jupiter hat keine feste Oberfläche wie die Erde. Die von Juno gesammelten Daten deuten darauf hin, dass einige der Winde auf dem Riesenplaneten tiefer verlaufen und länger anhalten als ähnliche atmosphärische Prozesse auf der Erde. Bildrechte: NASA / JPL-Caltech / SwRI / MSSS / Gerald Eichstädt
Dieses Bild der NASA-Raumsonde Juno zeigt eine Vielzahl von prächtigen, wirbelnden Wolken in Jupiters dynamischem Nördlichen Temperaturgürtel. In der Szene sind mehrere hell-weiße "Pop-up"-Wolken sowie ein antizyklonaler Sturm zu sehen, der als weißes Oval bekannt ist.
Dieses Bild der NASA-Raumsonde Juno zeigt eine Vielzahl von prächtigen, wirbelnden Wolken in Jupiters dynamischem Nördlichen Temperaturgürtel. In der Szene sind mehrere hell-weiße "Pop-up"-Wolken sowie ein antizyklonaler Sturm zu sehen, der als weißes Oval bekannt ist. Bildrechte: Gerald Eichstädt & Sean Doran / NASA / JPL-Caltech / SwRI/ MSSS
Jupiter füllt das Bild vollständig aus, mit nur einer Andeutung des Terminators (wo das Tageslicht in die Nacht übergeht) in der oberen rechten Ecke und ohne sichtbaren Rand (der gebogene Rand des Planeten).
Jupiter füllt das Bild vollständig aus, mit nur einer Andeutung des Terminators (wo das Tageslicht in die Nacht übergeht) in der oberen rechten Ecke und ohne sichtbaren Rand (der gebogene Rand des Planeten). Bildrechte: Gerald Eichstädt & Sean Doran / NASA / JPL-Caltech / SwRI/ MSSS
Zeitraffer-Sequenz von Jupiters nördlicher Hemisphäre.
Zeitraffer-Sequenz von Jupiters nördlicher Hemisphäre. Bildrechte: Gerald Eichstädt & Sean Doran / NASA / JPL-Caltech / SwRI/ MSSS
Diese beeindruckende Ansicht des Großen Roten Flecks und der turbulenten südlichen Hemisphäre des Jupiters wurde von der NASA-Raumsonde Juno bei einem nahen Vorbeiflug an dem Gasriesenplaneten aufgenommen.
Diese beeindruckende Ansicht des Großen Roten Flecks und der turbulenten südlichen Hemisphäre des Jupiters wurde von der NASA-Raumsonde Juno bei einem nahen Vorbeiflug an dem Gasriesenplaneten aufgenommen. Bildrechte: NASA / JPL-Caltech / SwRI / MSSS / Kevin M. Gill
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 26. Dezember 2021 | 19:30 Uhr