#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 2. August

1945: Siegermächte unterzeichnen Potsdamer Abkommen

In der Nacht zum 2. August 1945 unterzeichneten die Staatsoberhäupter Winston Churchill, Harry Truman und Josef Stalin das Potsdammer Abkommen. Das Protokoll sollte die Zukunft Deutschlands nach Ende des Zweiten Weltkrieges regeln. Wie auch schon bei den Konferenzen von Teheran und Jalta standen die neuen Staatsgrenzen Deutschlands, die Umsiedlung von Deutschen aus früheren Ostgebieten und Reparationszahlungen im Fokus der Verhandlungen. Vor allem im letzten Punkt waren sich die Siegermächte uneinig. Auf der Konferenz in Potsdam, die am 17. Juli begonnen hatte, einigten sich die Staatsoberhäupter darauf, Deutschland in Besatzungszonen aufzuteilen. Die neuen Staatsgrenzen führten in der Folge zu weiteren Fluchtbewegung mit insgesamt 15 Millionen Vertriebenen. Im Falle der Reparationen verzichteten die USA und Großbritannien weitestgehend auf ihre Forderungen. Die Sowjetunion beharrte auf ihren Ansprüchen. Die Sowjetische Besatzungszone musste folglich allein die Reparationszahlungen an die Sowjetunion aufbringen - mit verheerenden Folgen für die eigene Wirtschaft.

2011: Ölbohrungen auf Usedom

Vor zehn Jahren berichtete MDR Aktuell von dem Vorhaben der deutsch-kanadischen Firma Central European Petroleum (CEP), auf der Ostsee-Insel Usedom nach Öl zu bohren. CEP investierte zehn Millionen Euro und begann im August 2011 mit Probebohrungen. Die zu dieser Zeit hohen Ölpreise ließen die Ölbohrungen attraktiv erscheinen, CEP vermutete ca. 1,3 Millionen Tonnen Öl auf der Insel. Gleichzeitig brachte sein Vorhaben das Unternehmen in Konflikt mit Anwohnern, Naturschützern und der Tourismusbranche. 2016 stellte CEP sein Vorhaben ein, die Bohrungen hatten sich als unwirtschaftlich herausgestellt. Bereits in den 1960ern war an derselben Stelle Öl entdeckt und von 1966 bis 1986 in der nahegelegenen Gemeinde Lütow Erdöl gefördert worden.

Tiefenförderpumpe zur Ölgewinnung unweit von Lütow
Tiefenförderpumpe zur Ölgewinnung unweit der Gemeinde Lütow auf Usedom Bildrechte: imago/BildFunkMV

2020: Gemeinsames Gedenken an die Ermordung von Sinti und Roma

Zum ersten Mal gedachten 2020 Vertreter von Sinti und Roma, Juden und Christen gemeinsam der Sinti und Roma, die am 2. August 1944 im KZ Auschwitz-Birkenau ums Leben kamen. An diesem Tag war der sogenannte "Zigeunerblock" des KZ "liquidiert" worden. Bereits im Mai 1944 hatte die Kommandantur des KZ beschlossen, das "Zigeunerlager" aufzulösen. Die Häftlinge konnten sich diesem Vorhaben jedoch zunächst widersetzen. Daraufhin schickte die SS noch arbeitsfähige Sinti und Roma in andere KZ, die verbleibenden wurden am 2. August vergast. 3.000 Sinti und Roma wurden an diesem Tag getötet.

Seit 1933 waren die Sinti und Roma im Dritten Reich gezielter Diskriminierung und Verfolgung ausgesetzt gewesen. 1942 ordnete Heinrich Himmler an, alle Sinti und Roma innerhalb weniger Wochen in KZ zu internieren. Schätzungen zufolge fielen zwischen 220.000 und 500.000 von ihnen der Nazi-Diktatur in Europa zum Opfer.