#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 25. April

2018: Musikpreis Echo wird abgeschafft

Am 25. April 2018 wird die Abschaffung des Musikpreises Echo bekannt gegeben. Hintergrund ist die Preisvergabe an ein Album von Felix Blume alias Kollegah und Farid Hamed El Abdellaoui alias Farid Bang. Zeilen des Albums werden als antisemitisch eingestuft. Auf die daraus entstehende kontroverse Debatte reagiert der Bundesverband Musikindustrie mit der Abschaffung des Preises.

2017: Erstmals bundesweiter Aufgaben-Pool für Abiturprüfungen

Am 25. April 2017 wird erstmals ein bundesweiter Aufgaben-Pool für die schriftlichen Abiturprüfungen etabliert. Er deckt Mathe, Deutsch, Englisch und Französisch ab. Ziel ist eine Vereinheitlichung der Abiturleistungen und eine bessere Vergleichbarkeit der Abschlüsse. 2017 bedienen sich Hessen und Rheinland-Pfalz noch nicht aus dem Aufgaben-Pool. Das Zentralabitur ist wegen der unterschiedlichen Länderregelungen immer noch weit entfernt von Einheitlichkeit.

1991: Bericht enthüllt Sachsens Umweltkrise

Am 25. April 1991 wird Sachsens Umweltbericht vorgelegt und offenbart eine ökologische Krise: Vor allem in den Industriegebieten des Freistaats (Chemnitz, Zwickau, Görlitz und Leipzig) sind 1989 die Schadstoff-Grenzwerte massiv übertroffen worden. Betroffen ist unter anderem das Trinkwasser mit einer hohen Nitratbelastung. Auch zeigen sich Immissionsbelastungen durch Schwefeldioxid und Staubniederschlag.

1991: Hape Kerkeling verkleidet sich als Königin Beatrix

Komiker Hape Kerkeling fährt am 25. April 1991, verkleidet als Königin Beatrix, am Schloss Bellevue vor. Kurz darauf soll die echte niederländische Monarchin eintreffen. Er wird von Sicherheitskräften dem Gelände verwiesen. Die legendäre Showeinlage wird für seine ARD-Sendung "Total Normal" produziert und geht in die Fernsehgeschichte ein.

Verkleidet als Königin Beatrix der Niederlande winkt Hape Kerkeling 1991 vor Schloss Bellevue für die Presse.
Bildrechte: dpa

1986: Saarlouis und Eisenhüttenstadt werden Partnerstädte

Als im November 1985 der Saarländische Ministerpräsident Oskar Lafontain (SPD) bei SED-Staatsratvorsitzenden Erich Honecker zu Gast ist, kommt das erste Mal die Sprache auf eine Städtepartnerschaft. Zufall ist das nicht: Honecker ist gebürtiger Saarländer. Er hofft durch die Partnerschaft auf außenpolitische Anerkennung und Lafontain wiederrum spekuliert auf "Wandel durch Annäherung". Denn: "Wir haben zu dem Vorhaben, die Menschen zusammen zu bringen, keine Alternative. Ich bin sicher, dass solche Städtepartnerschaften - ich hoffe, dass es mehrere geben wird - das beste Mittel sind, die deutsch-deutschen Grenzen zu überwinden", sagt er beim Besuch in der DDR 1985. Doch eine Entscheidung behält sich Erich Honecker vor: DDR-Partnerstadt soll nicht das, von Lafontain gewünschte, grenznahe Halberstadt im Harz werden. Sondern das 1.000 Kilometer entfernte Eisenhüttenstadt. Weil die Stadt in Brandenburg die sozialistische Musterstadt schlechthin ist. Am 25. April 1986 werden die deutsch-deutschen Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen und beide Städte einigen sich darauf, dass im September 1986 eine Vereinbarung zur Städtepartnerschaft unterzeichnet werden soll.

1983: Stern veröffentlicht Hitlers Tagebücher

Am 25. April 1983 präsentiert der Stern die vermeindlichen Tagebücher von Adolf Hitler. Der Held des Magazins: Der Journalist Gerd Heidemann. Er habe die Annalen des Führers aufgespürt, an der Echtheit sei nicht zu zweifeln - so lässt es die Verlagsführung auf der Pressekonferenz verlauten. Drei Jahre hat es gedauert, bis Heidemann und sein Redaktionsleiter Thomas Walde unter dem Code-Wort "Grünes Gewölbe" für 200.000 D-Mark das erste Tagebuch kaufen konnten. Heidemann hatte einen Tipp bekommen: Die Tagebücher sollen im Wrack eines 1945 beim sächsischen Börnersdorf abgestürzten Flugzeugs sein. Diesen Hinweis bekam er von Konrad Kujau. Gerd Heidemann, der Kujau aus seinem privaten Umfeld kannte, bot ihm bei einem privaten Gespräch zwei Millionen an, wenn er die Tagebücher besorgen würde. Kujau, so berichtet er später in Interviews, muss nicht lange überlegen - und greift selbst zur Feder. Mit Tinte für 4,25 D-Mark schreibt er Führers Nachtgedanken in Schulhefte aus der DDR. Aus den ursprünglich 27 Tagebücher, die Kujau angeblich aufgespürt hatte, werden plötzlich 60. Doch irgendwann wachsen die Zweifel in der Verlagsleitung und so gibt man die Hitler-Memoiren an die Bundesanstalt für Materialprüfung. Da die Seiten unter UV-Licht leuchten, stellt sich schnell heraus: Das ist eine Fälschung. Denn optische Aufheller wurden erst nach dem Zweiten Weltkrieg verwendet. Konrad Kujau und seine gefälschten Hitler Tagebücher gehen als bis dahin größter Presseskandal in die Geschichte ein.

Ein Mann hält eine Ausgabe des Magazins Stern mit der Schlagzeile 'Hiitlers Tagebücher entdeckt' hoch. 5 min
Bildrechte: MEDIEN360G

1945: Treffen der Alliierten an der Elbe

Am 25. April 1945 findet die erste Begegnung US-amerikanischer und sowjetischer Truppen auf deutschem Boden statt. Das Zusammentreffen der Alliierten in Strehla steht für das kommende Ende des Zweiten Weltkrieges. Dieser historische Moment wird einen Tag später mit der Kamera festgehalten. US-Soldaten und Rotarmisten klettern auf die Torgauer Elbbrücke und reichen sich die Hände. Das Foto geht um die Welt. Denn das Bild ist ein Symbol für die Unterwerfung des nationalsozialistischen Deutschlands. Am "Elbe Day" wird an dieses Ereignis erinnert.